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WIL: Museales in der Kontroverse

Das Gebäude in der Altstadt soll saniert werden. Als Basis dient ein Nutzungskonzept. Für Diskussionen sorgt das Museum. Eine Parlamentskommission verlangt das Beibehalten der Wechselausstellungen.
Philipp Haag
Die Dienerschaftskapelle soll saniert werden.

Die Dienerschaftskapelle soll saniert werden.

WIL. Der Hof zu Wil – das Wahrzeichen der Äbtestadt. Der Hof wird auch gerne als Krone der Altstadt bezeichnet. Es handelt sich allerdings um eine Krone mit mattem Glanz. Weite Teile des stattlichen Gebäudekomplexes mit einer 800jährigen Geschichte sind ungenutzt und stark sanierungsbedürftig. Dies soll sich nun ändern. In einer dritten Bauetappe – die ersten beiden fanden zwischen 1994 und 2010 für insgesamt rund 31 Millionen Franken statt – sollen die noch brachliegenden Räume modernisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Unter anderem der imposante Dachstock, das 2. und 3. Geschoss sowie die Dienerschaftskapelle. Dafür ist ein Nutzungskonzept erarbeitet worden unter dem Titel «Leben im Denkmal». Das Nutzungskonzept, respektive der museale Teil, hat allerdings bereits für böses Blut gesorgt. Stadtarchivar und Leiter des Ortsmuseums, Werner Warth, befürchtet, dass angesichts der vorgesehenen Dauerausstellung der Museumsbetrieb so gut wie eingestellt wird und Wechselausstellungen nur noch sporadisch realisiert werden, wenn überhaupt. Warth hatte seinem Unmut an der Jahresversammlung der Stiftung Hof zu Wil im Juni Luft gemacht.

Vorprojekt kostet 345 000 Franken

Nun hat sich die Politik mit dem Wiler Museum befasst. Um ein Vorprojekt für den Umbau, für den das Nutzungskonzept als Basis dient, zu erstellen, liegt dem Stadtparlament ein Kreditantrag über 115 000 Franken vor. Die Stiftung Hof zu Wil, Besitzerin des Gebäudes, hat bereits die gleiche Summe gesprochen. Der Kanton beteiligt sich über den Lotteriefonds ebenfalls mit dem gleichen Betrag, womit sich die Gesamtsumme auf 345 000 Franken beläuft. Die vorberatende Kommission des Stadtparlaments, die sich am vergangenen Montag getroffen hat, empfiehlt, den Kredit zu sprechen, wie deren Präsident Erwin Böhi (SVP) auf Anfrage sagt. Die Kommission hat sich auch mit dem Nutzungskonzept auseinandergesetzt. Sie spricht sich dafür aus, auch nach der Renovation der Liegenschaft «Wechselausstellungen zu präsentieren», wie Böhi anmerkt. Die Kommission verlangt, dass Wechselausstellungen ins Detailkonzept aufgenommen werden.

Bürgerrat für Wechselausstellungen

Die Meinung der Kommission deckt sich mit derjenigen des Bürgerrats der Ortsgemeinde Wil, die heute das Ortsmuseum im Erdgeschoss des Hofs im Wesentlichen finanziert und unterhält. «Es sollen weiterhin Wechselausstellungen gezeigt werden», sagt Ruedi Schär im Namen des Rats der Ortsgemeinde. Objekte, die einen Bezug zu Wil haben, «sollen gesammelt und so für die Nachwelt erhalten werden». Dies werde seit 1909 gehandhabt. Es wäre schade, wenn diese Tradition verloren ginge. Die Gegenstände – heute sind es um die 3000 – sollen aber nicht nur aufbewahrt und inventarisiert, sondern der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Aus diesem Grund ist für den Bürgerrat klar, dass der Museumsbetrieb inklusive Wechselausstellungen erhalten bleiben muss. Das Wie und Wo soll im Rahmen des detaillierten Konzepts geklärt werden. An dieses Detailkonzept machen möchte sich Marcus Gossolt von der Alltag Agentur, die das Nutzungskonzept ausgearbeitet hat, sobald das Stadtparlament den Kredit für das Vorprojekt bewilligt hat. Dies kann nach dem 10. November geschehen oder ab nächstem Februar. Dass die Historie einen hohen Stellenwert hat, ist für Gossolt unbestritten. «Die Architektur des Hofs an sich ist bereits museales Objekt.» Nun gehe es darum, die Räume und deren Geschichten sichtbar und zugänglich zu machen, unter anderem über ein geführtes Leitsystem, ergänzt mit permanenten Installationen und einer Wunderkammer im Dachgeschoss. Dass temporär Wechselausstellungen realisiert werden, ist für Gossolt nicht ausgeschlossen. Dieser Aspekt werde bei der Erarbeitung des Detailkonzepts unter Einbezug hofnaher Kreise und Fachpersonen geprüft.

Erwin Böhi Kommissionspräsident (Bild: PD)

Erwin Böhi Kommissionspräsident (Bild: PD)

Der ungenutzte Dachstock des Hofs zu Wil in der Altstadt der Äbtestadt soll zu einer Art musealer Wunderkammer ausgebaut werden. (Bilder: Philipp Haag)

Der ungenutzte Dachstock des Hofs zu Wil in der Altstadt der Äbtestadt soll zu einer Art musealer Wunderkammer ausgebaut werden. (Bilder: Philipp Haag)

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