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WIL: Munteres Morden auf der Bühne

Die Bühne70 Wil bescherte mit «Mörder mögen's messerscharf» einer knackigen Krimikomödie eine gelungene Premiere. Das Stück bot viel Situationskomik und beste Unterhaltung.
Christof Lampart
Spannung und Witz kommen bei der neuen Produktion der Bühne70 nicht zu kurz. (Bild: Christof Lampart)

Spannung und Witz kommen bei der neuen Produktion der Bühne70 nicht zu kurz. (Bild: Christof Lampart)

WIL. Auch wenn es das Liebhabertheater Bühne70 Wil schon etliche Jahre gibt – der Aufführungsort, das Alterszentrum Sonnenhof, war neu. Und stellte, wie Co-Regisseurin Bigna Körner vor Vorstellungsbeginn ans Publikum gewandt erklärte, besondere Anforderungen an Ensemble, Technik und Bauteam. «Die Bühne ist sehr niedrig, was unserer Lichtgestaltung einiges Kopfzerbrechen bereitete», sagte sie. Dennoch sei das Ensemble sehr gut vorbereitet: «Wir hatten während der Proben viel Spass und haben viel gelacht.»

Viel gelacht oder zumindest geschmunzelt hatte an diesem Abend auch das Publikum. Denn der Zweiakter aus der Feder Christine Steinwassers entpuppte sich als kurzweiliger Krimi, bei dem nach Lust und Laune geliebt, gesoffen und gestorben wurde. Alles allzu menschliche Dinge also, die das Publikum gut nachvollziehen konnte und – dementsprechend mitging. Und dennoch wäre das «leichtlebige» Stück nur halb so gelungen gewesen, hätte das Theaterensemble nicht so überzeugt. Karl Ulmer spielte das Mordopfer Baron Ansgar von Herrschershausen als joviale Persönlichkeit, die als Geist auch ihrem Tod fast noch etwas Positives abgewinnt. Seine höchst intrigante Gattin wurde ebenso resolut wie dünkelhaft von Esther Siebenmann gemimt.

Der heimliche Liebling vieler dürfte als sensibler, aber saufender Butler Johann Klaus Koenen gewesen sein. Gekonnt schleimig und doch leicht manipulierbar wusste Walter Dönni sich als tölpelhafter Buhmann in Szene zu setzen. Sabina Heinrich (Restituta) und Chatrina Niederberger (Honoria) waren als stets die Ermittlungen analysierenden und kommentierenden Baron-Tanten gewissermassen das Salz in der Suppe. Désirée Marchand trauerte nicht nur als verliebte Hausangestellte Sophia um den verblichenen Baron, sondern trug souverän das Ihrige zur Aufklärung des Falles bei.

Alles wirkt natürlich und ungezwungen

Und dann waren da noch die beiden Ermittler: Erwin Marchand zeigte sich als stets die Übersicht behaltenden Kommissar Nehrlich, während Marcel Mohr als sein Assistent Geist den draufgängerischen Gegenpart gab. Schön in Szene gesetzt wurde das Ganze durch ein Bühnenbild, das dem Inneren eines Landschlosses des 19. Jahrhundert nachempfunden war – inklusive Ahnenporträt, Bar und altmodischem Sofa. Dem Regieduo Erwin Freitag und Bigna Körner (Letztere ist auch noch in einer zwar personen-, nicht aber stimmenlosen Nebenrolle zu hören) wussten die Schauspielerinnen und Schauspieler so zu folgen, dass alles sehr natürlich und ungezwungen wirkte.

Auch wurde der Bühnenraum gut genutzt, oft an mehreren Orten gleichzeitig Handlung und Spannung erzeugt, so dass man das Gefühl hatte, durch ein Guckloch einem Kammerspiel geheim beizuwohnen. Das Publikum wusste diese gekonnte Darbietung zu schätzen und dankte dies dem Ensemble am Ende mit einem kräftigen und ohne Wenn und Aber verdienten Applaus.

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