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WIL: Mit Spontanität gepunktet

Den «doppelten Rittberger» muss jeder Eiskunstläufer stehen können. Auf der Bühne gibt es jedoch nur ein Duo, das dieses Kunststück beherrscht: Joachim Rittmeyer und Manuel Stahlberger.
Christof Lampart
Haben für doppelte Lacher gesorgt: Die beiden Kabarettisten Manuel Stahlberger (links) und Joachim Rittmeyer. (Bild: Christof Lampart)

Haben für doppelte Lacher gesorgt: Die beiden Kabarettisten Manuel Stahlberger (links) und Joachim Rittmeyer. (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

redaktion@wilerzeiteung.ch

Was am Samstag vor absolut ausverkauftem Haus in der Bühne am Gleis in Wil passierte, war, gewissermassen, eine «carte blanche» für die Künstler. Denn die Tatsache, dass der vermeintlich fehlende Moderator tatsächlich nicht kam und die beiden Künstler nur mit einem kryptisch verfassten Ansagezettel zurückliess, bescherte den beiden Bühnenprofis aus St. Gallen Narrenfreiheit, konnten sie doch spielen, was sie wollten.

Stahlbergers trockener Minimalismus

Und das taten sie denn auch. Nicht alles war lustig, aber alles lustvoll vorgetragen. Stahlberger brachte dem Publikum selbstverständlich eigene, bekannte Lieder wie «Leaving Eggersriet», «Neumarkt», «Familiefehri in Schwede» oder «Herzige Bub» zu Gehör. Daneben seine humorvollen Video-Comedy-Nummern, in denen er dem Publikum zeigte, wie man «richtig zeichnet». Egal, ob es sich dabei um Heraldik oder eine Art von «Schöner Wohnen» handelte – der Gegensatz zwischen minimalistischer Kinderzeichnung und trockenem Kommentar verfing bei der Zuschauer- und Zuhörerschaft wiederholt. Man meinte plötzlich zu begreifen, warum Stahlberger eigentlich lieber Comiczeichner, denn Musiker geworden wäre, doch leuchtete seine halbironische Erklärung, warum es umgekehrt gekommen sei, jedem ein: «Ich habe früher sehr viel gezeichnet und dabei noch weniger verdient.» Verdient hatte sich Stahlberger auf jeden Fall den Applaus des Publikums, denn das bewährte Material, auf das er zurückgriff, «zündete» zweifelsohne.

Auftritt erhält eine besondere Note

Letzteres galt zweifelsohne auch für den Auftritt von Joachim Rittmeyer, der sich wieder einmal als brillanter Meister der szenischen Grenzen zeigte. Dabei war dem Kabarettisten die Lust am Auftritt sehr gut anzumerken. Wie er seine Kunstfigur Theo Metzler mehrmals die Grenzen der in Worte gefassten skurrilen Ängste aus- und durchleben liess, war grosse Klasse. Die Einschübe präziser, hochdeutscher Wortspielereien setzten zudem einen gewitzten Kontrapunkt zu Stahlbergers Mundart-Poesie. «Meine Gedanken auf Hochdeutsch – das ist wie kursiv Gedrucktes», bekannte das Urgestein der helvetischen Kleinkunstszene. Da machte es auch nichts, dass Rittmeyer auch nach mehreren Anläufen eine seiner Nummern nicht ganz auf die Reihe bekam und am Ende lachend abwinkte. Denn irgendwie verlieh gerade diese Mischung aus Spontanität und gescheiterter Perfektion diesem langen Abend eine besondere Note. Und natürlich verleitete dieses Malheur auch den gutgelaunten Bühnenpartner zum Kommentar: «Ich habe auch ein Lied, das ich nicht kann, aber das kommt nicht mehr in den Sinn», so Stahlberger schmunzelnd.

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