WIL: Mit Rechten, aber auch Pflichten

Am Freitagabend trafen sich 85 junge Erwachsene mit den Jahrgängen 1998 und 1999 aus Wil auf dem Hofplatz zur alle zwei Jahre stattfindenden Jungbürgerfeier. Es waren beinahe doppelt so viele wie noch im Jahr 2015.

Christoph Heer
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Wils Stadtpräsidentin Susanne Hartmann motivierte die jungen Erwachsenen, sich auch politisch einzubringen. (Bilder: Christoph Heer)

Wils Stadtpräsidentin Susanne Hartmann motivierte die jungen Erwachsenen, sich auch politisch einzubringen. (Bilder: Christoph Heer)

Christoph Heer

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Vielerorts wurden die Jungbürgerfeiern mangels Teilnehmer aus der Agenda gestrichen. Nicht so in Wil, wo das Interesse bei den jungen Mitbürgern anzusteigen scheint. Die Organisatorin und Wiler Kulturbeauftragte, Kathrin Dörig, sagte, dass sich im Jahr 2015 noch 45 Jungbürger angemeldet haben, es in diesem Jahr aber schon deren 85 waren.

Gut gelaunt versammelten sich die Jungbürger auf dem Hofplatz. Angesichts der angenehmen Temperaturen wurde der Apéro im Freien durchgeführt. Stadtpräsidentin Susanne Hartmann wartete mit interessanten Zahlen auf. «6570 Tage, 936 Wochen, 216 Monate oder eben 18 Jahre ist die Zeitspanne, die es gemäss schweizerischer Gesetzgebung braucht, bis aus einem Neugeborenen ein mündiger, junger Erwachsener wird. Ihr alle seid jetzt 18-jährig und somit volljährig. Mit dem Erreichen dieser Altersschwelle bekommt ihr eine Menge neue Rechte: Autofahren, Spirituosen kaufen, oder eigenhändig Verträge abschliessen ohne die Zustimmung eurer Eltern. Geniesst ab jetzt eure Selbstbestimmung.»

Die Stadtpräsidentin betonte aber auch, dass die neu erhaltenen Rechte und Möglichkeiten auch Pflichten mit sich bringen. «Gewisse Verträge sind mit monatlich wiederkehrenden Kosten verbunden. Im Allgemeinen müsst ihr jetzt für die Folgen und Konsequenzen des Handelns geradestehen. Übernehmt Verantwortung dafür.»

Hartmann wies zudem darauf hin, dass sich die jungen Erwachsenen auch politisch einbringen sollen. «Nutzt die Möglichkeit der Mitbestimmung. Befasst euch mit der Politik und stimmt ab. Lasst euch auf Wahllisten setzen. Kandidiert für das Stadtparlament oder beteiligt euch an Unterschriftensammlungen. Denn mit eurer Stimme könnt ihr viel bewirken.» Der Applaus von den neuen Stimmberechtigten war gross. Ebenso gross war die Freude auf den Abend. Dieser wurde im Gare de Lion verbracht.