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WIL: Mit Horrorszenario verabschiedet

Bei einem Einsatz der Feuerwehr Region Wil wurde der Ernstfall eines Brandes in der Altstadt simuliert. Anlass war der Rücktritt von Erwin Schweizer aus dem Feuerwehrdienst. Ein letztes Mal übernahm er die Einsatzleitung.
Gianni Amstutz
Das Baronenhaus wird zum Schauplatz einer gross angelegten Feuerwehrübung. (Bilder: Jörg Roth)

Das Baronenhaus wird zum Schauplatz einer gross angelegten Feuerwehrübung. (Bilder: Jörg Roth)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

Um 19.15 Uhr schrillen bei der Feuerwehr Wil die Alarmglocken. Ein Einsatz in der Altstadt: Im Baronenhaus hat ein Kurzschluss in der Küche einen Brand ausgelöst. Mindestens eine Person ist verletzt. Weitere sind durch die Rauchentwicklung in den oberen Stockwerken eingeschlossen. Das Horrorszenario am Montagabend war glücklicherweise nur eine Übung. Denn ein Feuer in der Altstadt birgt für die Feuerwehr besondere Herausforderungen. «Einerseits sind die Platzverhältnisse schwierig», erklärte Marcel Fritsche, der die Übung vorbereitet hatte. Bei den meisten Häusern könne die Feuerwehr nur von einer Seite her zum Haus gelangen. Dadurch bringe es auch nicht viel, zusätzliche Einsatzkräfte aufzubieten. «Irgendwann würde man sich nur noch im Weg stehen.» Anderseits bestehe in der Altstadt immer die Gefahr, dass sich ein Feuer aufgrund der dichten Bauweise auf weitere Häuser ausbreite. Auch wenn beim Baronenhaus diese beiden Faktoren nicht zum Tragen kommen, ist ein schnelles Eingreifen der Feuerwehr für den Erfolg entscheidend. Eine Viertelstunde nach der Auslösung des Alarms trafen die ersten Löschfahrzeuge auf dem Hofplatz ein. Erst einige Minuten später folgte der zweite Löschzug. Dies, um in den engen Gassen der Altstadt ein Verkehrschaos zu verhindern, erklärte Fritsche.

Ein letzter Einsatz für Erwin Schweizer

Übungen in einem solchen Ausmass seien für grössere Feuerwehren wie jene von Wil nicht alltäglich, sagte Fritsche. Die Übung unter dem Namen «Salve» fand anlässlich des Rücktritts von Erwin Schweizer aus dem Feuerwehrdienst statt. 35 Jahre rückte er unzählige Male mit der Feuerwehr Wil zu Einsätzen aus. Am Montagabend wurde dem Vizekommandanten ein würdiger Abschied geboten. Ein letztes Mal übernahm er die Einsatzleitung.

Wahrscheinlich hatte er sich seine letzte Woche im Dienst ruhiger vorgestellt. Bei der Alarmauslösung wussten er und seine Feuerwehrkameraden noch nicht, dass es sich lediglich um eine Übung handelt. Erst im Depot wurde ihnen das mitgeteilt. Dessen ungeachtet waren die Einsatzkräfte mit dem nötigen Ernst bei der Sache. Zuerst verschaffte sich der Einsatzleiter einen Überblick über die Lage. Dann verteilte er Kommandos an die verschiedenen Abteilungsleiter und koordinierte die Brandbekämpfung sowie die Rettung der Personen. Diese wurden aus den oberen Geschossen mit der Drehleiter befreit. Falls sie «verletzt» waren, kümmerte sich der Sanitätsdienst vor Ort um die Erstversorgung. Da es sich beim Baronenhaus um ein historisches Gebäude handelt, wurde neben den zwei Löschzügen der Feuerwehr auch der Kulturgüterschutz des Kantons aufgeboten.

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