Wil
Mit 77 Jahren stellt Margrit Rimensberger zum ersten Mal ihre Bilder aus ‒ allerdings wurde die Vernissage wegen Corona schon zwei Mal verschoben

Erst seit gut zehn Jahren widmet Margrit Rimensberger dem Malen viel Zeit. Im Februar kann die Wilerin ihre Bilder in der Galerie am Gleis in Uzwil ausstellen. Die 77-Jährige hofft inständig, dass die Vernissage nicht erneut verschoben werden muss.

Lia Allenspach
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Margrit Rimensberger vor einem ihrer Bilder.

Margrit Rimensberger vor einem ihrer Bilder.

Bild: Lia Allenspach

Bunt, heiter und abstrakt. So wirken die Bilder von Margrit Rimensberger. Dass sie eine Künstlerin ist, wird schon beim Betreten ihrer Wohnung klar. Überall stehen Statuen und farbige Bilder, Wandteppiche schmücken die Zimmer. Bunte Vögel zwitschern fröhlich aus dem Wohnzimmer und aus dem Radio dringt leise heitere Musik.

Wie ihre Bilder und ihre Wohnung wirkt auch Margrit Rimensberger selbst fröhlich. Die Wilerin sagt:

«Mit meinen Bildern will ich die Freude am Malen ausdrücken.»

Diese Freude will Margrit Rimensberger auch den Betrachterinnen und Betrachter ihrer Bilder vermitteln. Die 77-Jährige beschreibt ihren Stil als «eigen», sie wisse nicht, wie man ihn einordnen könne. Werke wie «Wirrnis der Welt» und «Hender en Vogel» passen mit ihren abstrakten Gesichtern und wirren Linien kaum in ein Schema. «Es sind einfach meine Emotionen, die ich vermale», sagt Rimensberger.

Die Künstlerin bevorzugt die Grundfarben. Farben zu mischen sei nicht so ihr Ding. Momentan malt die pensionierte Psychiatriepflegerin in ihrer Wohnung in Wil. Im Zimmer, in dem sie ihre Werke erschafft, hat es kaum noch Platz. Es ist vollgestellt mit Bildern und einer Staffelei. Die Künstlerin träumt deshalb von einem Atelier.

Künstlerischer Familienhintergrund

Margit Rimensberger hat schon als Kind gerne gemalt. In ihrer Familie sei die Kunst ein wichtiges Gut gewesen, sagt sie. Schon ihre Mutter und ihre Schwester seien künstlerisch begabt gewesen. Als sie älter wurde, heiratete die Wilerin den Künstler Georg Rimensberger. Er war ein schweizweit bekannter Maler, der vor allem durch die Pro-Juventute-Marken berühmt wurde.

Während der Ehe malte Margrit Rimensberger kaum, sie webte aber oft Teppiche, die von ihrem Mann designt wurden. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1998 nahm Margrit Rimensberger ihre Leidenschaft fürs Malen wieder auf.

Seit der Pension habe sie Zeit, sich ihrer Begabung wieder vollständig zu widmen, wie die Künstlerin sagt. Sie habe sich auch schon in einer anderen, realistischeren Stilrichtung versucht. Vor rund einem Jahr habe sie sich aber vollständig auf ihren eigenen Stil konzentriert.

Ausstellung in der Galerie am Gleis in Uzwil

Vor zwei Jahren überwand Margrit Rimensberger ihre Selbstzweifel und fragte bei der Galerie am Gleis in Uzwil nach, ob sie dort einige Bilder ausstellen dürfe. Die Verantwortlichen der Galerie hätten sich die Werke angeschaut und eingewilligt, was die Wilerin sehr freute. In der Ausstellung wird die 77-Jährige vor allem kleinere Bilder ausstellen und zum Verkauf anbieten. Es wird ihre erste Exposition sein.

Aufgrund der Pandemie musste die Ausstellung nun zwei Jahre in Folge verschoben werden. «Ich hoffe inbrünstig, dass die Vernissage im Februar stattfinden kann», sagt Rimensberger. Wenn Corona keinen Strich durch die Rechnung macht, wird die Ausstellung ab Februar in der Galerie am Gleis in Uzwil zu finden sein. Die Vernissage findet am 19. Februar von 16 bis 18 Uhr statt.

Margrit Rimensbergers Bilder sind bunt und skurril.

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