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WIL: Mehr als nur «Verchäuferlis»

Vor zwei Jahren eröffnete das Berufs- und Weiterbildungszentrum einen Verkaufsladen, der den angehenden Detailhandel-Fachpersonen als Praxis- und Unterrichtsraum dient. Initiator Christian Sauder zieht Bilanz.
Jonas Manser
Von Käse über Kleider bis hin zu Büromaterial: Jeder Kunde benötigt spezifische Produktberatung. (Bild: JM)

Von Käse über Kleider bis hin zu Büromaterial: Jeder Kunde benötigt spezifische Produktberatung. (Bild: JM)

Jonas Manser

jonas.manser@wilerzeitung.ch

Theorie und Praxis den Schülern näherbringen: Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil/Uzwil (BZWU) setzte dies für die Detailhandelsausbildung in die Tat um. Direkt neben dem Klassenzimmer steht den Schülerinnen und Schülern ein vollkommen funktionsfähiger Laden zu Verfügung. Frischetheke, 700 Artikel in den Verkaufsregalen, Kassen- und Logistiksysteme – alles, was in einem normalen Laden anzutreffen ist. Der «BZWU-Shop» entstand mit der Unterstützung von Coop und war im Jahr 2015 der erste seiner Art.

Bis zu 30 Stunden Unterricht pro Woche

«Man kann den BZWU-Shop als Hilfsmittel für den Unterricht betrachten», sagt Christian Sauder, Bereichsleiter Detailhandel an der BZWU. Er war der Initiator des Praxisraumes und plante ihn zusammen mit Elmar Keller, ebenfalls Fachlehrer an der Ausbildungsstätte in Wil. Es werde handlungsorientierter Unterricht durchgeführt. Das Lehrpersonal kann den Schülern – von der Begrüssung bis zum Abschluss – vorzeigen, «wie etwas richtig verkauft wird». Es sei ihr Ziel gewesen, möglichst viele Branchen im Shop abzudecken. Der BZWU-Shop könne zudem auch fächerübergreifend genutzt werden. So zum Beispiel für den Sprachenunterricht. An der Lehrabschlussprüfung wird von den ange­henden Detailhandel-Fachleuten eine Bedienung auf Englisch verlangt, sagt Sauder. Diese Verkaufsgespräche können im Laden simuliert werden. Anfangs benutzten die Lehrpersonen den Raum noch ein wenig zurück­haltend. Nun sei der Praxisraum aber gut ausgebucht, in der Woche finden im Durchschnitt 20 bis 30 Lektionen darin statt. «Rund um die Frühlingsferien ist er dann komplett ausgebucht. Es stehen die Vorbereitungen für die regionalen Berufsmeisterschaften an», so Sauder.

«Der Shop hat sich definitiv bewährt. Ich bin erfreut, dass auch die Schüler stolz auf ihren ‹eigenen› Shop an der Schule sind», schaut Sauder auf die vergangenen zwei Jahre zurück. Obwohl es nicht nachweisbar sei, hätten sich in seinem eigenen Unterricht die Lernerfolge spürbar abgezeichnet. «Die Lernenden können sich die Theorie viel besser merken, und es bleibt ihnen vieles länger im Gedächtnis haften.» Was Verbesserungen anbelangt, würden schon bald ältere Produkte durch zeitgemässe ausgetauscht. Aber ausser ein paar kosmetischen Änderungen seien sie sehr zufrieden mit dem Laden.

Gute Beziehungen waren notwendig

Wäre das Errichten eines solchen Übungsraumes nicht mit einem grossen Aufwand verbunden, gäbe es wohl bereits mehr von diesen, ist sich Sauder sicher. Er und Keller brauchten über ein Jahr und viele Samstage, um den Raum zu realisieren. «Ohne unseren guten Beziehungen wäre es wahrscheinlich nicht machbar gewesen», sagt Sauder. Mittlerweile gibt es einen ähnlichen Shop an der Handelsschule des KV Schaffhausen. Im Kanton Zürich ist in Horgen ebenfalls ein Praxisraum geplant. «Damals waren ganze Delegationen von Berufsschulen aus St. Gallen oder Bern nach Wil gekommen», so Sauder. Auch wenn eigentlich alle die Idee guthiessen, vielen fehle es an der notwendigen Infrastruktur oder an finanziellen Mitteln. Sauder hofft, dass es in Zukunft mehrere solcher Shops geben wird: «Unser Beruf verdient mehr Aufmerksamkeit.»

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