WIL: «Man spricht dann oft von Hokuspokus»

Trotz schönem Frühlingswetter fanden gestern mehrere hundert Besucher den Weg in der Wiler Stadtsaal, wo zum ersten Mal die Tier-Vital-Messe stattfand. Nächstes Jahr soll sie doppelt so lange dauern.

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Die Kirchbergerin Susan Graf (links) stellte ihre Tierurnen-Unikate aus. (Bild: Christoph Heer)

Die Kirchbergerin Susan Graf (links) stellte ihre Tierurnen-Unikate aus. (Bild: Christoph Heer)

Vom Vormittag bis am späten Nachmittag herrschte Hochbetrieb. Ob naturheilkundliche Begleitung für Mensch und Tier, Tiernahrung, geistiges Heilen oder Hundeverhaltensberatung: Die Auswahl war gross.

Dass es im Segment des allgemeinen Tierwohls eine derartige Vielfalt an Therapiemöglichkeiten und ergänzenden Heilverfahren gibt, überraschte nicht nur die Besucher. Auch Organisatorin Daniela Hegner aus Hosenruck sagte, dass sie mit so einer Vielfalt nicht gerechnet habe. «Da es die erste Durchführung unserer Tier-Vital-Messe war, kannte ich erst wenige der 40 teilnehmenden Aussteller. Ich war positiv überrascht, wie abwechslungsreich die Angebote waren.» Sie liess es sich nicht nehmen, mehrmals an den benachbarten Ständen vorbeizuschauen und Kontakte zu knüpfen.

Hemmungen, sich mit dem Unsichtbaren zu befassen

Daniela Hegner arbeitet als Matrix-Therapeutin. Auch heute noch hat sie mit Vorurteilen zu kämpfen. «Ob beim Mensch oder beim Tier: Sobald es in Richtung Esoterik oder Spiritualität geht, haben viele Leute Hemmungen, sich mit diesem unsichtbaren Thema auseinanderzusetzen. Man spricht dann oft von Hokuspokus.»

Wegen des grossen Besucherandrangs wird die Premiere vielen in Erinnerung bleiben. Daniela Hegner wagt bereits den Blick in die Zukunft und sagt, dass man für eine zweite Durchführung im nächsten Jahr plane, aus dem eintägigen Anlass einen zweitägigen zu machen. «Da es ein derart grosses Angebot in Sachen Tierwohl gibt, ist es für einen Besucher schwierig, alles in nur einem Tag aufzunehmen. An zwei Tagen hat man mehr Zeit, die zahlreichen Angebote zu testen.» Zum Ausprobieren gab es einiges. Etwa Liegematten für die Steigerung der Durchblutung, Handschuhe, Wolldecken, Spagyrik, Kinesiologie, Tiershiatsu, oder Tierurnen. Susan Graf aus Kirchberg war mit besagten Tierurnen vor Ort. Sie sagte: «Nebst der Tatsache, dass es überraschend viele Besucher hat, ist auch deren Interesse gross. Ich erlebe es am eigenen Schaffen.»

Mit lebenden und toten Tieren kommunizieren

Einen traurigen Grund für den Besuch an der Messe hatte Annina Egli aus Wolfikon. Erst kürzlich verstarben zwei ihrer geliebten Haustiere. Deshalb legte sie ihren Fokus auf das Thema Tierkommunikation. «Ob mit lebenden oder toten Tieren, ich glaube, mit Kommunikation ist vieles möglich.» Und Nicky Zuther aus Zürich sagte, dass nebst der Kommunikation auch das Tierfutter ein wichtiges Detail glücklicher Tiere sei.

Christoph Heer

redaktion@wilerzeitung.ch