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WIL: Links und rechts halten zusammen

Steilpass statt Debatte: Am Samstag trafen sich rund 200 aktive und ehemalige Parlamentarier aus dem ganzen Land in der IGP-Arena und duellierten sich für einmal auf dem Kunstrasen. Für die kickenden Politiker der Region Wil setzte es keine Spitzenklassierungen ab.
Christoph Heer
Während des Finals wartet der Wanderpokal auf den temporären Besitzer. Zu den Farben der Schleifen passend, siegte das Walliser Team.

Während des Finals wartet der Wanderpokal auf den temporären Besitzer. Zu den Farben der Schleifen passend, siegte das Walliser Team.

Christoph Heer

redaktion@wilerzeitung.ch

Es ist schon längst eine Tradition geworden, dass Parlamentarier über die Parteigrenzen hinweg und in einem sportlichen Vergleich die Gemeinschaft pflegen. Am Samstag fand die bereits 32. Ausgabe des Eidgenössischen Parlamentarier-Fussballturniers auf dem grünen Kunstrasen im Wiler Bergholz statt. Bei lockerer, geselliger Stimmung wurde um Tore und Punkte gekämpft. Der Ehrgeiz war trotz hohem Spassfaktor spürbar. Und wenn es auf dem Feld für einmal kleinere Unstimmigkeiten gab: Nach dem Schlusspfiff versöhnte man sich und traf sich am Wurst- oder Grillstand und sinnierte über Gott und die Welt.

Natürlich – oder wie es sich gehört, wenn rund 200 Parlamentarier aufeinandertreffen – sind immer wieder politische Themen aktuell. Kantons-, National-, Stände- und Regierungsräte aus 20 Kantonen spielten in 19 Teams (Appenzell Innerhoden und Ausserhoden bildeten ein Team) und parteiübergreifend um die Punkte. So waren zwischen SPler und SVPler oder Grünen und CVPler schöne Spielzüge zu sehen. Die Teamarbeit stand im Vordergrund.

Für den St. Galler Kantonsrat Bruno Dudli (SVP) spielte das Parteidenken dieses Mal keine Rolle. «Heute ist Politik kein Thema, der Spass steht im Vordergrund», sagte er und bilanzierte die Leistung seines Teams St. Gallen 2. «Schade, verloren wir das erste Spiel knapp mit 1:2 gegen die Walliser. Danach folgten tolle Siege.» Dudli bemerkte zudem schmunzelnd, dass Kunstrasen nicht unbedingt seine favorisierte Unterlage sei.

Thurgau im Elfmeterpech

Im Team Thurgau trug der Hinterthurgauer SVP-Grossrat Vico Zahnd die Captainbinde und erklärte nach der knappen 5:6-Niederlage im Elfmeterschiessen gegen Baselland, dass er ein ­kleines Jubiläum feiere: «Das ist mein zehntes Turnier, und es macht jedes Mal grossen Spass. Insbesondere das Zusammensein und das Kennenlernen von Politikerkollegen, aber für einmal abseits des Rates oder der politischen Bühne, ist zu geniessen.» Teamkollege und ebenfalls Hinterthurgauer SVP-Grossrat Cornel Inauen gab zu Protokoll, dass Fussball und Politik einige Gemeinsamkeiten haben. «Bei beiden funktioniert es nur im Team. Und bei beiden bedarf es einer gewissen Portion Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, um seine Ziele zu erreichen.» Nur Minuten nach dieser Aussage war Inauen einer jener, der im Elfmeterschiessen seinen Versuch nicht versenkte, wodurch das Team Thurgau das Viertelfinalspiel gegen Baselland verlor (Rangliste: siehe Kasten).

OK-Präsident Felix Bischofberger war zufrieden. Ohne gröbere Zwischenfälle ging das Turnier zu Ende. Im nächsten Jahr treffen sich die Parlamentarier dann in Schaffhausen.

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