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WIL: Lichtstreit geht in die nächste Runde

Gegen die Erweiterung der Stadionbeleuchtung im Fussballstadion Bergholz sind zwei Einsprachen eingegangen. Für weit mehr Emotionen sorgt derzeit aber die Frage, wer in dieser Thematik eine Busse der Swiss Football League bezahlen soll. Die Stadt lehnt ab.
Simon Dudle
Die Scheinwerfer im Fussballstadion Bergholz sorgen für hitzige Diskussionen. (Bild: Simon Dudle)

Die Scheinwerfer im Fussballstadion Bergholz sorgen für hitzige Diskussionen. (Bild: Simon Dudle)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Es geht um 4000 Franken. Vordergründig. In Tat und Wahrheit schwelt ein Streit zwischen der Stadt Wil und dem Fussballclub. Die zu klärende Frage: Wer zahlt die Busse, welche die Swiss Football League aussprach, weil der FC Wil die Lichtstärke in der IGP-Arena bis zu Saisonbeginn nicht auf das geforderte Mass aufgerüstet hatte? Die Meinungen gehen auseinander. Für den FC ist klar, dass die Stadt als Eigentümerin der Anlage den Betrag zu begleichen hat. «Die Wiler Stimmbürger haben sich im Jahr 2010 mit 60-prozentiger Zustimmung dafür ausgesprochen, dass die Stadt ein Challenge-League-taugliches Stadion betreiben soll. Das betrifft auch die Auflagen zum Thema Licht», sagt FC-Wil-Mediensprecher Dani Wyler. Der Fussballclub hat die Rechnung deshalb Richtung Rathaus weitergeschickt.

Nun aber steht fest: Die Stadt Wil will und wird die Busse nicht bezahlen – und holt sogleich zu einem Gegenschlag aus. In einem Antwortbrief an den Fussballclub hält der zuständige Stadtrat Daniel Stutz (Grüne Prowil) fest, dass alle Forderungen gegenüber der Stadt bestritten werden. Sie würden jeder Grundlage entbehren. Und weiter: Die Stadt behalte sich vor, die geleisteten städtischen Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Stadions oder einer neuen Gegentribüne in Rechnung zu stellen. Um wie viel Geld es geht, geht aus dem Schreiben nicht hervor.

Gut möglich, dass es sich um eine Retourkutsche handelt, weil der FC Wil nicht nur die Busse von 3000 Franken in Rechnung gestellt hatte, sondern zusätzlich noch die 1000 Franken Verfahrenskosten.

Kein Verständnis für städtische Begründung

Auf Anfrage ergänzt Stutz: «Letztlich hat der FC Wil durch die eingereichten Baugesuche, zum Beispiel für eine Gegentribüne, die Projektierungsarbeiten an den Beleuchtungsanlagen faktisch selber sistiert.» Er spielt auf die Pläne der zwischen 2015 und Ende 2016 beim FC Wil tonangebenden türkischen Investoren an, die ein neues Fussballstadion bauen wollten – und als Überbrückung eine gedeckte Gegentribüne im bestehenden Stadion.

Beim FC Wil kann man die Reaktion der Stadt nicht verstehen. «Wir sind sehr erstaunt über die Tonalität des Briefes. Er kommt uns arrogant vor», sagt Wyler. Beim Fussballclub ist man der Überzeugung, dass die Lichtthematik schon lange vor dem türkischen Baugesuch hätte geregelt werden können und müssen. «Wir sind erstaunt, dass die Stadt nicht in der Lage ist, einen Fehler einzugestehen. Das Licht genügte früher sogar für die Super League. Hätte man beim Stadionumbau alles richtig gemacht, müsste nun nicht der Steuerzahler dafür aufkommen. Es wäre damals günstiger gewesen», sagt Wyler. Er spielt darauf an, dass nun für die Aufwertung der Lichtanlage technische Investitionen und auch Personalkosten anfallen. «Wir werden zu gegebener Zeit mit Fakten Stellung nehmen», sagt Wyler weiter.

Eine jahrelange Verzögerung ist möglich

Bis die Arbeiten ausgeführt werden, wird aber noch einige Zeit vergehen. Die Pläne für den Ausbau der Lichtanlage lagen bis vergangene Woche öffentlich auf. Während dieser Zeit sind zwei Einsprachen eingegangen. Falls allfällige Gespräche zwischen der Stadt Wil als Bauherrin und den Einsprechern keinen Konsens bringen, wird die Baukommission der Stadt Wil über die Einsprachen befinden. Hierbei sind wiederum Rechtsmittel möglich. Im extremsten Fall können die Rekurse bis vor das Bundesgericht in Lausanne weitergezogen werden, womit sich der Ausbau um Jahre verzögern würde.

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