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WIL: Kulthurnetz wird ins Koma versetzt

Mit grosser Wahrscheinlichkeit gibt es im September 2018 keine siebte Austragung der Wiler Kulthurnetz-Tage. Dem Trägerverein mangelt es an Vorstandsmitgliedern. An der Hauptversammlung am Freitag wurde die Auflösung aber um zwei Jahre auf 2019 vertagt.
Roland P. Poschung
Stirbt das Kultur-Engagement vom Kulthurnetz in Wil? Präsident Walter Gysel bildet mit Heidi Schlauri (Finanzen, links) und Conny Schmitter (Sekretariat) den neuen Vorstand für zwei Jahre. (Bild: Roland P. Poschung)

Stirbt das Kultur-Engagement vom Kulthurnetz in Wil? Präsident Walter Gysel bildet mit Heidi Schlauri (Finanzen, links) und Conny Schmitter (Sekretariat) den neuen Vorstand für zwei Jahre. (Bild: Roland P. Poschung)

Roland P. Poschung

redaktion@wilerzeitung.ch

Während rund fünf Jahren war Kulthurnetz eine Kontakt- und Eventstelle für Ostschweizer Kulturschaffende. Am ersten Septemberwochenende dieses Jahres wurde zum sechsten Mal das Kulthurnetz-Wochenende durchgeführt. Doch hinter den Kulissen hatte sich bereits Ernüchterung breitgemacht. «Im Laufe des Jahres reichten vier der acht Vorstandsmitglieder auf die diesjährige Hauptversammlung den Rücktritt ein, und ein weiterer Rücktritt wurde angekündigt», sagt Walter Gysel, Präsident vom Kulthurnetz.

Suche bleibt ohne Erfolg

Seit Mai dieses Jahres war der Vorstand auf der Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern – ohne Erfolg. Die Gründe für die Austritte konnten verständlich dargelegt werden: Ausland-Aufenthalt, Weiterbildung und starke Belastung im Beruf oder verstärktes selber im künstlerischen Bereich tätig sein zu wollen.

Die Vereinsmitglieder wurden über die Vakanzen informiert. Gysel beschreibt das Vorgehen: «Danach sprachen wir Personen direkt an, ob sie Interesse an einer Vorstandsarbeit hätten. Zu guter Letzt kommunizierten wir an den Kulthurnetz-Tagen, dass wir den Vorstand ergänzen sollten.» («Wiler Zeitung» vom 4. September 2017). Doch der erhoffte personelle Zuspruch blieb aus.

Definitive Auflösung im Jahr 2019

An der Vorstandssitzung vom 18. September beschloss der Vorstand das weitere Vorgehen. Den Mitgliedern wurden an der Hauptversammlung am Freitagabend drei Varianten für die Zukunft des Kulthurnetzes zur Abstimmung vorgelegt. Die dritte wurde einstimmig angenommen:

Das Kulthurnetz wird für maximal zwei Jahre belassen, um Interessenten für die Weiterführung oder für die Übernahme beziehungsweise Miete der Materialien zu gewinnen. Dann erfolgt die Auflösung im Oktober 2019. In der Folge wurde der bisherige Vorstand aufgelöst und neu ein Dreiergremium mit Walter Gysel (Präsident), Conny Schmitter (Sekretariat) und Heidi Schlauri (Finanzen) als vorübergehender Vorstand gewählt.

Das Budget wurde ebenso einstimmig verabschiedet. Die bisherigen Mitglieder verbleiben, wenn sie möchten, ohne einen Mitgliederbeitrag zahlen zu müssen. Hingegen könnten neue Mitglieder für die genannte Zeit beitreten. Sie haben jedoch kein Stimmrecht.

Verwaltung für maximal zwei Jahre

«Das Material und Vermögen wird nun maximal zwei Jahre zurückbehalten und unter Sachverwaltung dem dreiköpfigen Vorstand unterstellt. Damit soll ermöglicht werden, dass sich eventuell doch noch eine Nachfolgegruppe in der Region bilden kann, die in ähnlicher Form weiterarbeitet. Kulthurnetz kann so Starthilfe für Neues bieten», sagte Präsident Gysel.

Fixe Ausgaben wie Lagermiete und Website könnten in dieser Zeit aus dem Vermögen bezahlt werden. Die Sachverwaltergruppe bekommt die Kompetenz, die Übergabe des Materials und des Vermögens in die Wege zu leiten. Sollte keine Nachfolgegruppe entstehen, könnte das Material vermietet oder verkauft werden. Über die Entwicklung würden die bisherigen Vereinsmitglieder informiert. Allenfalls könnten sie eine Hauptversammlung fordern, sollte dies als nötig erachtet werden. Künftig werden keine Anlässe mehr organisiert. Das kulturelle Schaffen und Präsentieren in Wil wird ärmer. Kulthurnetz liegt im Koma.

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