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WIL: «Kriminelle haben bei uns nichts verloren»

Die arabische Moschee an der Zürcherstrasse hat einem IS-Sympathisanten vor zwei Jahren den Zuritt verwehrt. Dass die Stadtregierung dabei untätig gewesen sei, lässt der Imam Kabil Idrizi so nicht gelten.
Daniel Wallimann
Imam Kabil Idrizi in der arabischen Moschee in Wil. (Bild: Daniel Wallimann)

Imam Kabil Idrizi in der arabischen Moschee in Wil. (Bild: Daniel Wallimann)

Daniel Wallimann

daniel.wallimann@wilerzeitung.ch

Der Fall sorgte schweizweit für Aufsehen. «Doch Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und ihr Kollegium haben alles richtig ­gemacht», sagt Kabil Idrizi. Der Imam der arabischen Moschee an der Zürcherstrasse widerspricht der Kritik an die Adresse der Wiler Stadtregierung, gegen einen radikalen Islamisten nichts unternommen zu haben. «Sie hat meiner Meinung nach ihre Mittel ausgeschöpft, damit sie im Notfall gegen den Mann juristisch vorgehen kann», sagt Idrizi. Der im Thurgau wohnhafte Iraker sei zuerst nur in unregelmässigen Abständen zum Gebet in Wil erschienen. «Er war unauffällig,» sagt Idrizi. Weil er nur wenig mit ihm und den anderen Gläubigen gesprochen habe. «Ich konnte ja nicht ahnen, was in seinem Kopf vorgeht,» sagt der 37-jährige Idrizi. Nach und nach hätten ihn dann andere Mitgläubige darauf hingewiesen, dass der Iraker zunehmend aggressiv ist und ra­dikales Gedankengut unter die Leute bringt. «Da wurde ich natürlich hellhörig und habe ihn mir zur Brust genommen.» Dass er so ein verquertes Weltbild gehabt habe, sei dem jungen Imam erst dann bewusst geworden.

Die Moschee mit Mann und Maus niederbrennen

«Wir habe ihn dazumal mündlich mehrmals verwarnt, was nichts nützte», sagt der Imam. Und als er dann ganz offensichtlich mit dem «Islamischen Staat» zu sympathisieren begann, sei ihm der Zutritt zur Moschee verboten worden. «Leute mit solchem kriminellen und gefährlichen Gedankengut haben in unseren Moscheen und Gebetsräumen nichts verloren», sagt Idrizi.

Der Mann sei wutentbrannt aus der Moschee gestürmt und habe ihn mit dem Tode bedroht. Er habe die ganze Moschee samt den Gläubigen darin verbrennen wollen. «Und weil ich der Gemeinde und meiner Familie gegenüber eine grosse Verantwortung trage, bekam ich es mit der Angst zu tun», sagt der junge Vater. Dieser Vorfall ereignete sich im Mai 2015. Und auf dem Polizeiposten in Wil habe man ihn dann auf das amtliche Hausverbot hingewiesen. Der damalige Stadtschreiber Christoph Sigrist hat das Gesuch erlassen und die Kantonspolizei St. Gallen informiert. «Durch die amtliche Anzeige kann der Verein offiziell belegen, dass er das Verbot ausgesprochen hat», sagt Hansjörg Baumberger, amtierender Stadtschreiber von Wil und Nachfolger von Christoph Sigrist. «Sobald der besagte Mann die Moschee betreten hätte, hätte ihn der Verein der Polizei melden und wegweisen lassen», ergänzt Baumberger.

Gefährlicher als bisher angenommen

Das sei bislang «zum Glück» nicht passiert. Imam Idrizi sei im Zusammenhang mit diesem Vorfall auch von der Thurgauer Kantonspolizei befragt worden. «Das zeigt mir, dass die Behörden un­tereinander kommunizieren.» Dass der Mann zwei Jahre danach wegen Terrorverdachts in den Schlagzeilen auftauchte, «hat mich und meine Gemeinde schockiert».

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