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WIL: Konkrete Umsetzung gefordert

An der Stadtparlamentssitzung wurde das Energiekonzept 2017 diskutiert. Die Fraktionen nahmen dieses positiv zur Kenntnis. Die Parlamentarier beauftragten den Stadtrat mit der Erarbeitung konkreter Massnahmen.
Gianni Amstutz
Bis 2050 sollen in Wil 13 Prozent des produzierten Stroms aus Photovoltaik-Anlagen stammen. (Bild: fotolia)

Bis 2050 sollen in Wil 13 Prozent des produzierten Stroms aus Photovoltaik-Anlagen stammen. (Bild: fotolia)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

Ziel des Energiekonzeptes 2017, das am Donnerstag im Parlament diskutiert wurde, ist das Erreichen der 2000-Watt-Gesellschaft. Das bedeutet, dass nicht mehr als 2000 Watt pro Einwohner und Jahr verbraucht werden. Momentan liegt der jährliche Energieverbrauch noch bei 5000 Watt pro Einwohner. Im Konzept sind Ziele und Strategien zur Erreichung dieser Zielsetzung festgehalten, gegliedert in die drei Kernbereiche Wärme, Strom und Mobilität, erklärte Erwin Böhi, SVP, als Präsident der Werkkommission. Gemäss Energiegesetz des Kantons ist die Stadt Wil verpflichtet, ein kommunales Energiegesetz zu erstellen.

Ein Drittel der verbrauchten Energie im Bereich Mobilität

Im Bereich Wärme sollen bis 2050 fossile Brennstoffe zu 80 Prozent durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Bei der Stromproduktion sollen Photovoltaik-Anlagen künftig 13 Prozent ausmachen, bisher sind es noch 3 Prozent. Im Bereich Mobilität, welcher rund einen Drittel des Energiebedarfs der Stadt ausmache, seien die Entwicklungen am schwierigsten abzuschätzen, da eine direkte Einflussnahme nur bedingt möglich sei, sagte Böhi. Das Szenario sieht vor, dass bis 2050 der Anteil umweltfreundlich angetriebener Fahrzeuge auf 70 Prozent anwächst und eine Verkehrszunahme durch ÖV, Velo und Fussverkehr aufgefangen wird. Um diese Ziele zu erreichen, brauche es neben technischem Fortschritt auch ein Umdenken, sagte Stadtrat Daniel Stutz. Die öffentliche Hand müsse dabei eine Vorbildfunktion einnehmen.

Alle Fraktionen begrüssen grundsätzliche Richtungen

Die Fraktionen des Wiler Stadtparlaments waren sich in Bezug auf das Energiekonzept grundsätzlich einig, dass etwas in dieser Hinsicht geschehen müsse und nahmen es demzufolge positiv zur Kenntnis. «Unsere Fraktion ist sehr glücklich mit den Ausführungen im Energiekonzept», sagte Guido Wick, Grüne prowil. Probleme sehe die Fraktion im Bereich Wärme. «Wir werden alles daran setzen, einen hohen Verbrauch mit einem schlechten Energieträger nicht durch einen gleichbleibenden Verbrauch mit einem guten Energieträger zu ersetzen», sagte Wick. Ziel müsse eine Reduktion, nicht nur eine Substitution sein. Was von allen Fraktionen gefordert wurde, war die Ausarbeitung konkreter Massnahmen, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Die SP äusserte die Sorge, dass das Energiekonzept letztlich nur ein Strategiepapier sei. «Wir wünschen uns, dass das Konzept schnell konkretisiert wird», sagte Dora Lunginbühl dazu. In diesem Zusammenhang betonte Patrik Lerch, SVP, dass beschlossene Massnahmen keine negativen Auswirkungen auf das Gewerbe und den Mittelstand haben dürfen. Auch Jannik Schweizer, FDP, sagte, dass seine Fraktion nicht mit jeder Massnahme einverstanden sei, die grundsätzliche Stossrichtung jedoch begrüsse. Schweizer kritisierte, dass das Konzept in der Bevölkerung nicht breit genug abgestützt sei. Er stellte deshalb einen Antrag, wonach der Stadtrat eingeladen wird, das Energiekonzept in der Bevölkerung breiter abzustützen. Dieser wurde mit 30 Ja-Stimmen angenommen.

Auch die Werkkommission stellte einen Antrag: Die Arbeitsgruppe Energiestadt soll bis März 2018 konkrete Massnahmen zur Substitution fossiler Energie und Effizienzsteigerung ausarbeiten. Die CVP stellte ihrerseits einen Antrag, welcher das Anliegen des Kommissionsantrags aufnahm, jedoch eine Prioritätenliste der bereits im Energiekonzept vorgeschlagenen Massnahmen verlangte.

Letztlich wurde der Antrag der CVP aber zu Gunsten von jenem der Werkkommission abgelehnt. Dies auch darum, weil unklar war, inwiefern er sich von diesem unterschied. Der Kommissionsantrag wurde grossmehrheitlich angenommen mit 33 Ja- zu 5 Nein-Stimmen.

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