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WIL: Kollektiv soll im Zentrum stehen

Die Mitglieder der Initiative Häxähuus treten aus der Anonymität. Trotzdem sollen weiterhin nicht einzelne Personen im Vordergrund stehen, sondern das Anliegen des Kollektivs: ein selbstverwaltetes Jugendzentrum.
Gianni Amstutz
Gian-Andri Stahl sowie Timo und Jan Räbsamen (von links) sind Teil des 15-köpfigen Kollektivs, welches sich für die Schaffung eines selbstverwalteten Jugendzentrums in Wil einsetzt. (Bild: gia)

Gian-Andri Stahl sowie Timo und Jan Räbsamen (von links) sind Teil des 15-köpfigen Kollektivs, welches sich für die Schaffung eines selbstverwalteten Jugendzentrums in Wil einsetzt. (Bild: gia)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

Bis jetzt war unklar, wer sich hinter dem Häxähuus-Kollektiv verbirgt, welches das gleichnamige Haus als selbstständig geführtes Jugendzentrum nutzen wollte. Nun geben sich die Mitglieder erstmals zu erkennen. Die Brüder Timo und Jan Räbsamen sowie Gian-Andri Stahl gehören zur Gruppe, die insgesamt rund 15 Jugendliche im Alter zwischen 17 und 23 Jahren umfasst. «Wir sind bisher anonym aufgetreten, da das Kollektiv im Vordergrund stehen soll», erklärt Jan Räbsamen. Die Befürchtung der Mitglieder ist, dass sie durch den Schritt an die Öffentlichkeit auf einzelne Personen reduziert werden. Timo Räbsamen beispielsweise ist Mitglied der Juso. Er betont jedoch, dass das Anliegen des Kollektivs nicht die Schaffung eines linken Jugendzentrums sei und in der Gruppe die politische Ausrichtung keine Rolle spiele. «Das Ziel ist wichtig, nicht die Gesichter der Einzelpersonen», bekräftigt Jan Räbsamen.

Mittlerweile steht fest, dass das «Häxähuus» vom Kollektiv nicht genutzt werden kann. Für die Zwischennutzung wären bauliche Massnahmen nötig gewesen. «Dieser bürokratische Aufwand war für uns schlicht nicht umsetzbar», sagt Timo Räbsamen. «Wir hatten in dieser Angelegenheit oft das Gefühl, dass die Stadt unser Anliegen nicht verstehen will», sagt Jan Räbsamen.

Das Ziel, in Wil ein Jugendzentrum zu schaffen, sei geblieben, betonen die Drei. Denn in Wil existierten gemessen an der Grösse der Stadt zu wenig kulturelle Angebote für Jugendliche, so die Meinung des Kollektivs. Der offizielle Jugendtreff Obere Mühle der Stadt biete keine echte Alternative zu einem selbstverwalteten Jugendzentrum. Ein Programm, das auf die Bedürfnisse von Jugendlichen zugeschnitten sei, gebe es dort nicht und ein von der Stadt organisierter Treff sei für Jugendliche erfahrungsgemäss nicht ansprechend, sagt Jan Räbsamen. «Ich kenne niemanden aus meinem Umfeld, der an einer Veranstaltung in der Oberen Mühle war.» Der Gare de Lion hingegen sei ein tolles Lokal. Dort regelmässig Konzerte oder Ausstellungen zu organisieren, sei für das Kollektiv aus finanziellen Gründen jedoch nicht möglich, sagt Gian-Andri Stahl.

Auf der Suche nach anderen Räumen

Momentan sei die Gruppe auf der Suche nach einem Ort, um ihre Idee eines von Jugendlichen selbstverwalteten Zentrums zu verwirklichen. Dazu hätten bereits Gespräche mit dem zuständigen Stadtrat Dario Sulzer stattgefunden. Diese seien sehr konstruktiv verlaufen und würden fortgesetzt werden, sagt Timo Räbsamen.

Man sei deshalb zuversichtlich, eine Lösung zu finden. Nach den Vorstellungen des Kollektivs soll das Jugendzentrum ein Ort sein, an dem Konzerte stattfinden, Austellungen veranstaltet werden und Freiraum für Jugendliche geschaffen wird. «Die Anlässe sollen dabei nicht ausschliesslich vom Kollektiv organisiert werden. Jeder und jedem soll es möglich sein, Ideen miteinzubringen und umzusetzen», sind sich die Häxähuus-Mitglieder einig.

Von den Behörden Stadt Wil erhoffen sich die Jugendlichen, dass sie ihnen unterstützend zur Seite stehen, keine Steine in den Weg legen und ihnen Freiraum in der Gestaltung des Jugendzentrums gewähren. «Wir wünschen uns, dass die Stadt es als Chance sieht, dass sich die Jugend aktiv dafür engagiert, etwas Konstruktives zu schaffen und damit die Attraktivität der Stadt enorm aufwerten würde», sagt Timo Räbsamen. «Denn kommt das Projekt zu Stande, würde das Allen zu Gute kommen, nicht nur den Jugendlichen», ist er überzeugt.

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