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WIL: Kein Patentrezept gegen Elterntaxis

Dass Eltern ihre Kinder nicht mehr zum Kindergarten oder zur Schule chauffieren, kann zum Beispiel mit Informationskampagnen beeinflusst werden. Doch das Verhalten schleiche sich nach einer gewissen Zeit wieder ein, schreibt der Wiler Stadtrat.
Daniel Wallimann
Es herrscht reger Stossverkehr, wenn alle Eltern ihre Sprösslinge zur Schule bringen. (Bild: Hannes Thalmann)

Es herrscht reger Stossverkehr, wenn alle Eltern ihre Sprösslinge zur Schule bringen. (Bild: Hannes Thalmann)

Daniel Wallimann

daniel.wallimann@wilerzeitung.ch

SP-Stadtparlamentarierin Marianne Mettler ist nur halbwegs zufrieden mit der Antwort des ­Wiler Stadtrats auf ihre Interpellation. «Gut ist trotzdem, dass man nun über die Eltern, die ihre ­Kinder tagtäglich zur Schule oder zum Kindergarten chauffieren, spricht», sagt Mettler. Denn die würden bei Unterrichtsbeginn und -ende vor den Schulhäusern und Kindergärten einen regen Stossverkehr verursachen. Und die Buben und Mädchen – auch auf dem Schulweg – unnötig gefährden. In ihrem politisch breit abgestützten Vorstoss fragte sie den Stadtrat deshalb, wie er in der Praxis gegen diese sogenannten Elterntaxis vorgeht.

Lieber mit dem Bus als mit dem Elterntaxi

«Mit Plakataktionen, Infoflyern an Elternabenden oder fixen Ein- und Abladezonen vor Schulhäusern oder Kindergärten können die Eltern zwar auf das Thema aufmerksam gemacht werden», schreibt der Stadtrat. Die Erfahrung habe aber gezeigt, dass es bislang kein wirksames Patent­rezept dagegen gebe. «Gerade aus diesem Grund ist es wichtig, dass man verschiedene Massnahmen einsetzt und neben den Eltern auch die Schule mit in die Pflicht nimmt», sagt Mettler. Zum Beispiel bei Schulausflügen soll die Lehrperson die Haltung vertreten, dass die Kinder mit dem Bus oder dem Velo zum Bahnhof oder zum Treffpunkt kommen.

An zweiter Stelle wollte SP-Frau Mettler vom Stadtrat wissen, wie weit die Stadtpolizei darin involviert sei. «Indem die Polizistinnen und Polizisten die Mädchen und Buben am Ort im Verkehr schulen», schreibt der Stadtrat, kämen die Kinder sicherer zur Schule und würden im Strassenverkehr richtig reagieren lernen. Daneben würden sie die Eltern, die vor den Kindergärten oder den Schulen falsch parkieren oder den Verkehr blockieren, büssen. «Der Handlungsspielraum ist dabei aber beschränkt, weil die wenigsten Verstösse strafrechtlich relevant sind», sagt Mettler. Zusätzlich sensibilisieren Plakataktionen wie «Rad steht, Kind geht» die Autofahrer, schreibt der Stadtrat weiter.

«In diesem Zusammenhang wollte ich auch wissen, ob spezifische Plakate mit der Botschaft ‹Elterntaxi unterwünscht› angedacht sind,» sagt Mettler. Diese Variante, wie sie in Bischofszell eingesetzt wird, ist noch nicht in Erwägung gezogen worden, schreibt der Stadtrat als Antwort darauf. Es werde jedoch geprüft.

Ein Einschnitt in die Privatsphäre

«Kann sich der Stadtrat auch ein amtliches Fahrverbot vor den Schulen und Kindergärten vorstellen ?», fragte die SP-Politikerin Mettler weiter. Gemäss den Erfahrungen anderer Gemeinden würde sich das Ein- und Ausladen der Kinder damit nur in Nebenstrassen verlagern, schreibt der Stadtrat. «Dennoch wollen wir ein Pilotprojekt starten.»

Mettler ist überzeugt, dass das eine Signalwirkung haben wird. «Dennoch tun sich einige Eltern schwer damit. Weil sie es als Einschnitt in die Privatsphäre erleben, wenn sie ihr Kind nicht mehr zur Schule fahren dürfen», sagt Mettler. Sie fragt zuletzt, ob ein sogenannter Pedibus vorgesehen sei. Der Stadtrat winkt ab und erläutert, dass das gesamte Massnahmenpaket für kurze Zeit Wirkung zeige, die Eltern dann aber ihre Kinder wieder chauffieren würden. «Darum ist es wichtig, an dem Thema dranzubleiben», sagt Marianne Mettler zum Schluss.

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