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WIL: Kartensammeln ist plötzlich erwünscht

An diesem Wochenende verteilen die Fussballschiedsrichter nicht nur gelbe und rote Karten, sondern auch grüne. Mit diesen sollen besonders faire Aktionen honoriert werden. Trotzdem haben die Unparteiischen weiterhin nur Karten in zwei Farben dabei.
Schiedsrichter Sascha Amhof zeigt die grüne Karte: Vorderhand ist diese Szene zwar nur nachgestellt denkbar, langfristig soll sie aber zur Normalität auf Schweizer Fussballplätzen werden. (Bild: PD)

Schiedsrichter Sascha Amhof zeigt die grüne Karte: Vorderhand ist diese Szene zwar nur nachgestellt denkbar, langfristig soll sie aber zur Normalität auf Schweizer Fussballplätzen werden. (Bild: PD)

Die Idee ist fast so alt wie die Sportart selber: mehr Fairplay in den Fussball bringen. Der Schweizerische Fussballverband unternimmt einen neuen Anlauf. Wenn heute und morgen in der ersten Cuprunde Klein auf Gross trifft, werden besonders faire Aktionen besonders honoriert. Die Schiedsrichter sind angehalten, nicht nur unsportliches Verhalten zu sanktionieren, sondern auch ausserordentlich sportliche Situationen festzuhalten. Wenn zum Beispiel ein Spieler einen Treffer mit der Hand erzielt und den Spielleiter darauf aufmerksam macht, zählt zwar das Tor nicht, dafür dürfte es eine grüne Karte geben. Zum einen soll die Aktion das Fairplay steigern, zum anderen die Anzahl Verletzungen reduzieren. Jedes Jahr verletzen sich rund 45000 Personen auf Schweizer Fussballplätzen.

Trotzdem werden die Schiedsrichter an diesem Wochenende keine grünen Karten aus der Brusttasche ziehen. Das würde der «International Football Association Board» (Ifab), welcher der Gralshüter der Fussballregeln ist, nicht einfach so tolerieren. «Es ist aber schon unser Fernziel, dass die grüne Karte dereinst auf dem Feld gezeigt werden kann. Wir haben beim Ifab dieses Anliegen deponiert. Grundsätzlich wird der Gedanke begrüsst, jedoch gibt es noch kein grünes Licht für die grünen Karten», sagt Daniel Eder, Sprecher des Schweizerischen Fussballverbandes. Noch ist es eine Testphase, welche sich auf den Schweizer Cup beschränkt.

500 Franken für eine grüne Karte

Die Schiedsrichter werden also besonders sportliches Verhalten schriftlich festhalten. Daraus ergeben sich dann die grünen Karten. Diese haben vorab symbolischen Charakter. Dennoch wird die Suva, welche das Projekt unterstützt, Ende Saison pro grüne Karte 500 Franken an die Fachstelle für Behindertensport Plusport spenden. Diese Organisation setzt sich für die Integration und Wiedereingliederung von verunfallten Menschen ein. Das Kostendach liegt bei 11000 Franken. Zudem wird eine «Hall of Fairplay» eingerichtet, in welcher die Spieler mit fairen Aktionen aufgelistet werden.

Ob die Aktion den gewünschten Effekt hat, muss sich erst noch weisen. Lanciert wurde sie Ende Mai dieses Jahres beim Cupfinal zwischen Basel und Sion. Jedoch wurde keine grüne Karte verteilt. Schiedsrichter Stephan Klossner hatte keine Aktion gesehen, welche dies gerechtfertig hätte.

«Erwarte Disziplin auch ohne grüne Karten»

Somit ist es möglich, dass ein Spieler des FC Wil im heutigen Cupspiel gegen 2.-Liga-Club Arbon die erste grüne Karte in der Geschichte des Schweizer Fussballs bekommt. Doch wie sehr nimmt Trainer Konrad Fünfstück Rücksicht darauf? «Wir sind Vorbilder für die Gesellschaft, müssen Werte wie Disziplin vorleben und in der Praxis umsetzen. Allerdings erwarte ich von den Spielern, dass sie dies auch ohne grüne Karten machen.» Werden die Wiler dem um vier Ligen tiefer spielenden Club ein Tor schenken, falls die Entscheidung in der zweiten Hälfte gefallen sein sollte? «Wir wissen um die Schwere der Aufgabe. Das wird kein Selbstläufer», so Fünfstück.40

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

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