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WIL: Kaninchen-Verband: Das Vorgehen der Stadt entbehrt gesetzlicher Grundlage

Der Verband «Rassekaninchen Schweiz» zeigt sich alarmiert. Es sei nicht rechtens, dass die Stadt Wil den Vertrag mit dem Kaninchenzüchter Josef Eicher gekündigt habe, sagt dessen Präsident. Dies will er den Behördenmitgliedern heute an fünf Punkten aufzeigen.
Ursula Ammann
Kaninchenzüchter Josef Eicher muss das Areal mit seinen Ställen räumen. (Bild: Andrea Häusler)

Kaninchenzüchter Josef Eicher muss das Areal mit seinen Ställen räumen. (Bild: Andrea Häusler)

Heute früh reist Peter Iseli nach Wil. Der Präsident des Verbands «Rassekaninchen Schweiz» will mit dem Stadtrat reden. Er ist nicht einverstanden damit, dass die Behörden den Pachtvertrag mit Kaninchenzüchter Josef Eicher gekündigt haben. Seit mehreren Jahren führt Eicher eine Anlage mit Einzeltierhaltung auf einem städtischen Grundstück unterhalb des Spitals. Diese entspricht zwar den Mindestanforderungen nach Tierschutzgesetz, nicht aber einer artgerechten Haltung von Kaninchen. Die Stadt hat den Pächter im Mai aufgefordert, seine Kaninchenanlage bis 31. August so umzubauen, dass die Tiere künftig in der Gruppe sein können und ganzjährigen Freilauf geniessen. Dieser Auflage kam Eicher nicht nach, was zur Kündigung des Vertrags führte.Das Vorgehen der Stadt entbehre jeglicher gesetzlicher Grundlage, ist Peter Iseli überzeugt. Bei einem Treffen mit Stadtrat Daniel Stutz und Stadtpräsidentin Susanne Hartmann wird er das gemäss einem Schreiben an fünf Punkten aufzeigen.

«Grosse Emotionen» bei Kaninchenzüchtern

Auf Anfrage sagt der Verbandspräsident, er wolle aus Gründen der «Fairness und der Lösungsorientiertheit» noch nicht ins Detail gehen. Dazu zeigt er sich erst nach dem Gespräch bereit.

Aus Sicht von Peter Iseli hat der Wiler Stadtrat mit seiner Handlung nicht nur eine «menschliche Tragödie» ausgelöst, sondern auch massgeblich dazu beigetragen, dass «die Öffentlichkeit falsch über die Tierhaltung orientiert» wird. Der Fall Wil habe bei Kaninchenzüchtern in der ganzen Schweiz «grosse Emotionen» ausgelöst, schreibt Iseli. Am Telefon ergänzt er: «Sie haben Angst, dass das Beispiel aus Wil jetzt auch an anderen Orten Schule macht.»

Die Vorgeschichte

Mehrere Jahre lang betrieb der Rickenbacher Josef Eicher auf einem Grundstück der Stadt Wil unterhalb des Spitals eine Kaninchenanlage mit Einzeltierhaltung. Vor kurzem hat die Stadt den Pachtvertrag mit ihm gekündigt, weil Eicher die Ställe nicht auf artgerechte Haltung umgebaut hat. Den Stein ins Rollen brachte ursprünglich der Verein gegen Tierfabriken (VgT). Dieser kritisierte das «Kaninchengefängnis» auf städtischem Boden und forderte den damaligen Stadtrat Marcus Zunzer zum Handeln auf. Weil nichts geschah, startete der VgT neben Kundgebungen und weiteren Aktionen eine Abwahlkampagne gegen den Departementsvorsteher Bau, Umwelt und Verkehr. Bei den Stadtratswahlen 2016 wurde Zunzer nicht mehr in seinem Amt bestätigt. Sein Nachfolger Daniel Stutz hat den Fall nun neu angepackt. (uam)

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