WIL: Intensive Eindrücke

Es war ein irischer Abend mit Musik, Literatur, Bier und Essen. Wer die Grüne Insel im Westen Europas vertieft kennen lernen wollte, der war am Freitagabend im Hof zu Wil an der richtigen Adresse.

Christof Lampart
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Ein irischer Abend ohne Schwarzbier geht gar nicht, dachten sich wohl diese zwei Frauen. (Bild: Christof Lampart)

Ein irischer Abend ohne Schwarzbier geht gar nicht, dachten sich wohl diese zwei Frauen. (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

redaktion@wilerzeitung.ch

Der Anlass unter dem Motto «Let’s Get Together» hielt, was er versprach. Er wurde von der Volkshochschule Wil in den eigenen Räumen organisiert. Über 30 Frauen und Männer füllten das zweite Obergeschoss des Hofs.

Auch wenn es kein Guinness zur Begrüssung gab, erfuhren die Gäste von Biersommelier Christof Widmer doch, dass die Gerstensaft-Kultur Irlands punkto Varianten nicht allzu ausgeprägt sei. «Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gibt es vor allem dunkle Biere, also Stouts oder Porters – und Whiskey», sagte Widmer. So war es nicht verwunderlich, dass die Verköstigung, die mit einem leichten Red Ale begann, mit einem im Bourbon-Fass ausgebauten hochprozentigen Hochkaräter aus Amerika endete. Doch das tat der guten Stimmung mitnichten Abbruch. Eines wurde schnell klar: Wer schlau war, kam an diesem Abend zu Fuss und ging auch so nach Hause.

Für Mensch und Tier geeignet

Dazwischen sorgte das Trio von «Golden Bough» für keltische Musik und gute Stimmung. Die drei kalifornischen Multiinstrumentalisten Margie Butler (lyrischer Sopran, keltische Harfe, Blechflöte, Bodhran und Gitarre), Paul Espinoza (Tenor, Gitarre, Akkordeon und Mandoline) und Kathy Sierra (Sopran, Violine und Viola) gaben einen bunten Mix aus Liebes-, Piraten- und Schunkelliedern zum Besten. Sie taten es auch mit Eigenkompositionen. Ätherisch wirkende Harfenklänge, welche die zum Verkauf ausliegende CD als «Music To Relax Your Pets» entlarvte, sorgten dafür, dass die Stimmung stets gut war, nie über die Stränge schlug.

Gelungen war auch die Buchecke im Nebenraum, welche die Leiterinnen der Stadtbibliothek Wil, Nancy Flury und Barbara ­Seger, mit irischer Literatur bestückt hatten. Von Cecilia Aherns Schmachtfetzen bis hin zur James Joyces Jahrhundertroman «Ulysses» reichte die Palette. Schauspielerin Bigna Körner setzte gar noch einen drauf, indem sie eine Liebesgeschichte vorlas. Dazwischen wurde irisch zubereitetes Fleisch und Gemüse aus der ­Hofküche aufgetischt und beim gemeinsamen Mahl die eine oder andere Neuigkeit über die grüne Insel im Atlantik ausgetauscht. Diese schien manch einem ­ Gast viel näher zu sein, als man so ­allgemein hatte annehmen können.