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WIL: In Wil dauert es mit den Güselbehältern

Der Unterflurbehälter könnte es lokal zum Wort des Jahres schaffen. In den 35 ZAB-Gemeinden ist er zum allgegenwärtigen Thema geworden. Kein Wunder: 600 solcher Betonröhren wurden bereits verbaut. In der Stadt Wil ist davon aber noch wenig zu sehen.
Hans Suter
Blick in einen halbversenkten Unterflurbehälter, wie er derzeit in vielen ZAB-Gemeinden realisiert wird. (Bild: Claudia Eugster)

Blick in einen halbversenkten Unterflurbehälter, wie er derzeit in vielen ZAB-Gemeinden realisiert wird. (Bild: Claudia Eugster)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

Das Konzept ist sauber, simpel, effizient und kostensparend: Dank Unterflurbehältern (UFB) wird der Hauskehricht bis zum Abholen durch den Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) in den Boden verbannt. Wo UFB installiert sind, stehen nicht mehr Woche für Woche Kehrichtsäcke am Strassenrand vor den Häusern. Auch werden keine Säcke mehr von Füchsen, Krähen und streunenden Hunden aufgerissen. Zudem muss das Kehrichtfahrzeug nicht mehr von Haus zu Haus fahren. Alles in allem eine saubere Sache, die allerdings nicht gratis zu haben ist. Die Kosten für einen sogenannt halbversenkten UFB belaufen sich auf etwa 10000 Franken. Setzt man dies in Relation zum 35 Gemeinden umfassenden Einzugsgebiet des ZAB, kommt eine rechte Summe zusammen.

ZAB finanziert die UFB bis zum Jahr 2026

Der ZAB erbringt seine Dienstleistungen primär für 35 Gemeinden der St. Galler Regionen Fürstenland, Wil und Toggenburg sowie des Hinterthurgaus. Zu diesem Einzugsgebiet gehören mehr als 180000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie über 4000 Gewerbe- und Industriebetriebe. «Insgesamt werden etwa 1500 Unterflurbehälter installiert», sagt Claudio Bianculli, Vorsitzender der ZAB-Geschäftsleitung. Gesamthaft belaufen sich die Kosten somit auf mindestens 15 Millionen Franken. Die Delegiertenversammlung des ZAB hat für die 1500 UFB 16 Millionen Franken bewilligt. Die UFB müssen bis spätestens am 31. Dezember 2026 realisiert sein. Dann läuft der Kredit aus.

Gemeinden erhalten 6000 Franken pro UFB

Das planerische Vorgehen ist in allen Gemeinden ähnlich, aber natürlich ungleich kompliziert. Als Diskussionsbasis erstellt der ZAB für jede Gemeinde ein Grobkonzept mit den möglichen UFB-Standorten. Dieses basiert auf den Kenntnissen und praktischen Erfahrungen aus den Sammeltouren und wird dann mit der Gemeindeverwaltung besprochen und schliesslich vereinbart. Pro realisierten UFB bezahlt der ZAB 6000 Franken an die Gemeinde. Damit werden Leistungen wie Planung, Landverhandlungen, Baugesuch, Eintrag ins Grundbuch, Grabarbeiten, Instandstellung usw. abgegolten. Die Betonrohre mit Deckel werden vom ZAB durch einen Lieferanten bereitgestellt. Alles andere ist Sache der Gemeinde, von den Verhandlungen für die Landnutzung über die Planung bis hin zum Baugesuch und der baulichen Realisierung. Wünscht eine Gemeinde einen versenkten UFB oder ein anderes, teureres Modell, gehen die Kosten zulasten der Gemeinde. «Der Beitrag des ZAB ist nicht verhandelbar, weil ihm ein DV-Beschluss zugrunde liegt», sagt Claudio Bianculli.

Machbarkeit und Finanzierung in Abklärung

Während andernorts schon rund 600 UFB installiert worden sind, ist Wil noch Brachland. Warum? «In Zusammenarbeit mit dem ZAB hat die Stadt Wil ein Grobkonzept ausgearbeitet. Dieses dient vorerst als stadtinterne Diskussionsgrundlage zur Beurteilung des weiteren Vorgehens», sagt Stefan Hauser, Leiter Kommunikation der Stadt Wil. «Aus dem Grobkonzept geht unter anderem hervor, dass es in der Stadt Wil sehr viele solcher Unterflurbehälter brauchen würde – mindestens 200 Stück.

Das wäre mit erheblichen Kosten verbunden. «Die Finanzierung ist zurzeit Gegenstand von Abklärungen. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass die Stadt Wil trotz ZAB-Beiträgen einen erheblichen Anteil der Kosten übernehmen müsste», sagt Stefan Hauser. Daneben liefen Abklärungen, wie das Grobkonzept überhaupt umsetzbar wäre und von welchem Zeitrahmen ausgegangen werden müsste.

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