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WIL: Immer der gleiche Kampf

Betroffene Anwohner wehren sich gegen den Bau einer neuen Antennenanlage von Salt. Heute reichen sie die Begründung ihrer Einsprache ein. Beim Mobilfunkanbieter ist man sich derlei gewohnt.
Hans Suter
Einsprache: Die meisten wollen den Nutzen, keiner die Last. Bis eine Mobilfunkantenne steht, dauert es in der Regel zwei bis drei Jahre. (Bild: PD)

Einsprache: Die meisten wollen den Nutzen, keiner die Last. Bis eine Mobilfunkantenne steht, dauert es in der Regel zwei bis drei Jahre. (Bild: PD)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

«Der Empfang im Quartier war bisher nicht zufriedenstellend. Dies möchten wir verbessern», heisst es bei Salt. Der Mobilnetzbetreiber hat deshalb ein Baugesuch für eine Antenne auf dem Dach des Mehrfamilienhauses Georg-Renner-Strasse 66/68 eingereicht. Gegen dieses Vorhaben regt sich Widerstand (Ausgabe vom 15.2.2018). Eine Gruppe besorgter Anwohner hat Einsprache gegen das Bauprojekt erhoben. Die Einsprachebegründung wird dem Departement Bau, Umwelt, Verkehr (BUV) der Stadt Wil heute nachgereicht. In der Sammeleinsprache mit mehreren Dutzend Personen wird vor allem auf eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch die Strahlenbelastung hingewiesen.

Wenige hundert Meter Reichweite pro Antenne

Bei Mobilfunkanbietern heisst es, die Grenzwerte seien in der Schweiz strenger als im Ausland. Zudem sei eine Gesundheitsgefährdung wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Der Ständerat setzt sich in der Frühjahrssession mit einer Lockerung des Grenzwertes auseinander.

Doch wie weit reicht die Wirkung einer Antenne überhaupt? «Das hängt stark von der Topografie ab», sagt Salt-Mediensprecher Benjamin Petrzilka. «Antennenanlagen senden jedoch nur über wenige hundert Meter ein qualitativ hochstehendes Signal.» Bei der Eingabe für diese Antennen wurden laut Benjamin Petrzilka die aktuell rechtsgültigen Grenzwerte angewandt, obwohl der Ständerat eine Lo- ckerung diskutieren wird. «Ein anderes Vorgehen wäre nicht zulässig», sagt Petrzilka. Eine gewisse Erhöhung der Sendeleistung liesse der Antennentyp nachträglich zwar zu, doch wäre ein neues Baugesuch notwendig. Man mag sich fragen, ob gemeinsame Antennen mehrerer Anbieter denkbar sind. Petrzilka winkt ab: «Wegen der strengen Gesetzgebung für Orte mit empfindlicher Nutzung in Sachen nicht ionisierender Strahlung werden in Wohn- und Gewerbegebieten vermehrt Antennen mit reduzierter Leistung beantragt und auch bewilligt. Diese lassen kaum Spielraum für eine gemeinsame Nutzung der Antennenanlagen mit Swisscom und Sunrise.» Einzig für Antennenstandorte ausserhalb der Bauzone – zum Beispiel an Verbindungsstrassen und in Rand- oder Bergregionen – sei dies zum Teil noch möglich.

Einsprachen gegen Antennen sind häufig. Wie gross ist die durchschnittliche Verzögerung? «Hierzu führen wir keine detaillierte Statistik. Grob gesagt, dauert es von der Baueingabe bis zur rechtskräftigen Baubewilligung im Durchschnitt etwa zwei bis drei Jahre», sagt Benjamin Petrzilka. Allerdings seien es nur sehr wenige Projekte, die nie realisiert würden. «Meistens ist es einfach eine Frage der Zeit. Sind alle bau- und immissionsrechtlichen Vorgaben erfüllt, ist der Bau einer Mobilfunkanlage bewilligungsfähig.»

Als Folge nicht bewilligter Projekte könne es sein, dass dadurch bestimmte Regionen technologisch ins Hintertreffen gerieten, weil die Netzabdeckung nicht verbessert werde oder die Surfgeschwindigkeit über Jahre nicht mit der Entwicklung der Bedürfnisse Schritt halten könne. Werden wir in Zukunft somit mehr Antennen benötigen als heute? «Fakt ist, dass die Netze der drei Schweizer Mobilfunkanbieter bereits heute in einigen Gegenden an ihr Limit stossen. Dies bedingt einen weiteren Ausbau», sagt Petrzilka. Auch gebe es noch Orte mit unterdurchschnittlichem Empfang. «Natürlich versuchen wir auch dort, die Netzabdeckung und -kapazität zu verbessern. Dies bedingt aber den Bau und somit Investitionen in neue Antennenanlagen.»

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