WIL: Im Bergholz soll nur an drei Abenden Licht brennen

Die Aufrüstung der Lichtanlage im Bergholz wird zum Politikum. Die Hälfte der Stadtparlamentarier hat in dieser Thematik eine Interpellation unterschrieben. Ein Vorschlag: Nur noch an drei Abenden pro Woche Licht.

Simon Dudle
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Die Aufrüstung der Lichtanlage in der IGP-Arena stösst im Stadtparlament auf Widerstand. (Bild: Simon Dudle)

Die Aufrüstung der Lichtanlage in der IGP-Arena stösst im Stadtparlament auf Widerstand. (Bild: Simon Dudle)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Nicht alle Wiler sind einverstanden, dass die Stadt als Besitzerin des Stadions Bergholz rund 200000 Franken ausgeben will, um die Lichtvorgaben der Swiss Football League zu erfüllen. Am Donnerstagabend wurde an der Sitzung des Stadtparlaments eine Interpellation eingereicht, die von 19 der 40 Stadtparlamentarier unterzeichnet ist – vornehmlich aus dem rechten Lager. Deren Kopf ist Urs Etter (FDP), im Bergholz-Quartier wohnhaft. Er sagt: «Mit dem Geld sollte man weitsichtiger umgehen.» Im Vorstoss wird die Frage aufgeworfen, ob der Stadtrat auch der Auffassung sei, die 200000 Franken besser in ein vernünftiges Clublokal für die Breitensportabteilung des FC Wil zu investieren. «Der Breitensport mit seiner Jugendarbeit schafft für Wil einen nachhaltigen Mehrwert und ist deshalb wichtiger als die Profiabteilung. Es wäre passender, den Steuerfranken dort einzusetzen», sagt Etter.

Beim FC Wil hat man eine andere Haltung. «Es handelt sich um eine gebundene Ausgabe. Die Stadt hat diese 200000 Franken zurückgestellt. Man kann nicht einfach hingehen und sagen, das Geld soll für ein anderes Projekt verwendet werden», sagt FC-Wil-Mediensprecher Dani Wyler.

Es droht ein Punktabzug

Auch ein anderer Vorschlag der Interpellanten birgt Zündstoff. Sie fragen, ob die Wiler Sportanlagen AG (Wispag) als Betreiberin der Anlage bereit sei, aus Rücksicht auf die Anwohner freiwillig die Einsatzzeiten der Beleuchtung auf maximal drei Nächte pro Woche zu reduzieren. Wyler sagt: «Das würde bedeuten, dass einige Juniorenmannschaften ihre Trainings absagen müssten. Das ist nicht im Sinn der Sache. Die Profis trainieren untertags, die Junioren können erst am Abend.»

Für Etter gibt es aber keinen Grund, «das Tempo zu erhöhen». Wird er gegen das Ausbauprojekt vorgehen? «Das ist abhängig von der Antwort des Stadtrates. Wenn weiter jeden Abend das Licht brennt, muss ich mir eine Einsprache überlegen.» Der FC Wil käme weiter unter Druck. Dieser ist von der Liga aufgefordert, die Anlage bis zum Saisonbeginn in zwei Wochen aufzurüsten. Selbst ohne Einsprachen wäre dies unrealistisch. Im schlimmsten Fall droht dem Club ein Punkteabzug. Wahrscheinlicher ist aber eine Busse. Immerhin erbringt die Anlage die geforderten 500 Lux, die Lichtstärke ist aber nicht gleichmässig genug verteilt.