WIL: «Ich beobachte gerne Menschen»

Die Freude am Schreiben begleitet Danielle Baumgartner seit ihrer Jugend. Nun hat die Wilerin ihr erstes Buch herausgebracht. Den Politthriller «Käfigland».

Ursula Ammann
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Danielle Baumgartner in ihrem Garten mit Kater Jojo, der im Buch eine kleine Rolle spielt. (Bild: Ursula Ammann)

Danielle Baumgartner in ihrem Garten mit Kater Jojo, der im Buch eine kleine Rolle spielt. (Bild: Ursula Ammann)

WIL. Von «raffiniert» über «packend» bis hin zu «bester Schweizer Krimi des Jahres»: Für ihr Buch «Käfigland» (siehe Infokasten) hat Danielle Baumgartner von den Kritikern Glanznoten erhalten. Es ist das Erstlingswerk der Wilerin. Bis sie es gedruckt in den Händen hielt, war sie sich aber manchmal gar nicht so sicher, ob überhaupt etwas daraus wird. Die Geschichte stand bereits vor zwei Jahren. Einem Verlag nach dem anderen hatte sie das Manuskript zugesandt – meist ohne etwas zu hören.

«Andere wiederum meinten, das Buch sei zu fiktional», erzählt sie. Doch dann las Bänz Friedli das Manuskript. Er war begeistert und tat dies seinem Verlag kund. So kam es zum Handschlag.

Initiative gab den Anstoss

Es war die Diskussion um die Masseneinwanderungs-Initiative, die Danielle Baumgartner vor drei Jahren den Anstoss gab, ein Buch zu schreiben. «Ich habe mich damals gefragt, was wohl passieren würde, wenn das Volk diese annimmt», sagt die 54-Jährige. Sie habe sich dazu verschiedene Szenarien ausgemalt. Szenarien, wie sie sich nun in ihrem Buch wiederfinden – wenn auch in zugespitzter Form: die Machtübernahme der Konservativen, die Polarisierung in rechts und links, der starke Einfluss reicher Industrieller auf die Politik.

Die Protagonisten in «Käfigland» seien rein fiktiv, sagt Danielle Baumgartner. «Ich beobachte gerne Menschen, insbesondere Politiker: Ihre Charakterzüge, Sprachgewohnheiten, ihre Kleidung, ihr Auftreten und ihre Ticks. Meine Personen sind aus diesen beobachteten Puzzleteilen entstanden und entsprechen nicht einer real existierenden Person.» Von jeder Figur fertigte die Autorin einen detaillierten Lebenslauf an, um deren Charakter besser zu erfassen. Die einzig real existierende Figur im Buch ist Danielle Baumgartners Kater Jojo. Er spielt eine ganz kleine Rolle.

Den wahren Tatsachen entspricht auch ein Bombenanschlag, den die Wilerin 1992 in Dänemark miterlebt hat. Dabei kam ein Freund ums Leben. Das Buch hat sie auch im Gedenken an ihn geschrieben. Während 13 Jahren lebte Danielle Baumgartner in Dänemark. Dort hat die Betriebs- und Staatswissenschafterin bereits einmal an einem Roman «herumgebastelt» – in dänischer Sprache.

Seit ihrer Jugend schreibt Danielle Baumgartner leidenschaftlich gern. In der Schulzeit waren es Aufsätze, später Essays. «Ich träumte immer davon, ein Buch herauszugeben», sagt sie. Diesen Traum hat sie sich nun verwirklicht. Besonders freuen würde es sie, wenn der Thriller einst auf Dänisch übersetzt würde.