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WIL: Huldigung an die Swing-Ära

Das Berliner Swing Dance Orchestra spielte am Samstagabend in der Tonhalle zur Saisoneröffnung authentische Big-Band-Musik aus den 30er-Jahren in Amerika.
Peter Küpfer
Das Berliner Swing Dance Orchestra mit Sänger David Rose. (Bild: Peter Küpfer)

Das Berliner Swing Dance Orchestra mit Sänger David Rose. (Bild: Peter Küpfer)

Peter Küpfer

redaktion@wilerzeitung.ch

Das Berliner Swing Dance Orchestra hat sich einen Namen ­gemacht für die kompromisslos authentische Art, mit der es die Musik der 30er-Jahre zu neuem Leben erweckt. Da ist kein Platz für museale Idealisierung, aber viel für Alltagskomik, Humor und vor allem: ehrliche Huldigung an die Musik und die Menschen, wie sie halt sind und leben. Dazu ­gehört, wie Bandleader Andrej Hermlin (Sohn des Schriftstellers Stephan Hermlin) in der Wiler Tonhalle sagte, dass das Orchester die Titel ohne Hightech-Verstärkung spielt und hinter Pulten, die denen der legendären Glenn Miller Band nachgebaut sind. Auch treten die Musiker in den damaligen klassisch-strengen Kostümen auf.

Bennie Goodman – wie einst

Der erste Programmteil stand ganz im Zeichen von Bennie Goodman und seinen unsterblichen Titeln. Die Band spielte die bekannten Klassiker wie «Let’s Dance», «Chicago» oder «One o’Clock Jump». Bei den damals auf der Strasse gesungenen Liedern zeichnete sich «And The Angels Sing» durch die angenehm timbrierte Stimme von Swing-Solistin Viola Manigk aus, auch beim stimmungsvollen «Bei mir bist du scheen» in teilweise jiddischer Sprache. Einen grossen Auftritt in diesem Teil hatte der New Yorker Starklarinettist Daniel Levinson, der die schwierigsten Soli mit einem Lächeln hinlegte.

Aber diese Musik war nur das eine, was man an diesem Abend erfuhr. Wie Andrej Hermlin erklärt, war Benny Goodman einer der ersten Swing-Bandleader, der in seiner Formation schon in den 30er-Jahren auch jüdische und dunkelhäutige Musiker unter Vertrag nahm – damals noch ein mutiges Unterfangen.

Unsterblicher Glenn Miller

Andrej Hermlin drückte sich so aus: «Wenn man den Einfluss der jüdischen und dunkelhäutigen Komponisten und Musiker vom Swing wegnähme, bliebe davon nicht mehr viel übrig.» Nach der Pause wurde Glenn Miller gefeiert. Von ihm wurde alles geboten, was ihn unsterblich machte: die lyrische «Moonlight Serenade», das augenzwinkernde «Back ­ to Back», der Einladung zum ­Rücken-an-Rücken-Tanzen (weil man dann gleichzeitig jemandem im Saal schöne Augen machen kann), das ergreifende «The ­Nearness of You» mit der vollen und melodiösen Stimme von ­David Rose, aber auch die grossen Klassiker wie «String of Pearls», «Ding Dong the Witch is Dead», dem lautmalerischen «Chattanooga Choo Choo» und dem abschliessenden «In The Mood». Als weiterer Sänger trat David Hermlin, Sohn des Bandleaders, auf, der auch durch seine Tanzakrobatik begeisterte.

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