WIL: Hofnarr ist die Rolle seines Lebens

Für seinen jahrelangen Einsatz im kulturellen Leben der Stadt wurde Walter Dönni als Hofnarr 2018 ausgezeichnet. Als solcher will er einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Gianni Amstutz
Hofnarr Walter Dönni, mit Bakel und Orden, freut sich über die Auszeichnung. (Bild: Gianni Amstutz)

Hofnarr Walter Dönni, mit Bakel und Orden, freut sich über die Auszeichnung. (Bild: Gianni Amstutz)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

In seiner 40-jährigen Karriere beim Theaterverein Bühne 70 Wil hat Walter Dönni schon unzählige Rollen bekleidet. Doch die Rolle, welche er jetzt für ein Jahr ausüben wird, hätte er sich trotzdem nie erträumt. «Ich war vor Bekanntgabe des Geheimnisses nervöser als vor einer Theaterpremiere», sagt er. Gestern Abend wurde er zum Hofnarr 2018 der Wiler Fastnacht ernannt. Die Fastnachtsgesellschaft Wil (FGW) zeichnet damit jedes Jahr am Hofnarrenball eine Persönlichkeit aus, die sich für Wil in besonderem Mass verdient gemacht hat.

Früher selbst ein angefressener Fastnächtler

Mit der Ernennung zum Hofnarr wurde nun Dönnis jahrelanges Engagement im kulturellen Leben Wils als Präsident des Theatervereins Bühne 70 Wil und von Wil Tourismus gewürdigt. «Das ist eine grosse Ehre. Als ich den Wahlentscheid der FGW erhalten habe, musste ich deshalb keine Sekunde überlegen, ob ich annehme.»

Die Fastnacht liege ihm persönlich sehr am Herzen. «Es ist mein Bestreben, Traditionen in Wil zu erhalten. Ohne die Fastnacht würde der Stadt etwas fehlen.» Gerade in Wil gebe es einzigartige Fastnachtsanlässe wie den Hofnarrenball und den Gümpelimittwoch. Weil er selbst ein Vereinsmensch sei, schätze er das Engagement der FGW umso mehr. «Es ist beeindruckend, was sie jedes Jahr auf die Beine stellen.» Früher war er selbst ein angefressener Fastnächtler, der an jedem zweiten Maskenball anzutreffen war, wie er sagt. Eine Zeit lang war er sogar Teil einer Schnitzelbank in Rossrüti. Nachdem sich die Gruppe auflöste, war Dönni zwar etwas seltener an der Fastnacht, doch den Gümpelimittwoch habe er fast nie ausgelassen. «Auch ein Besuch an der Beizenfastnacht gehört für mich nach wie vor dazu. Oft zwar nur an einem Abend, aber dafür dann richtig», sagt er lachend.

Ein hochgestecktes Ziel als Hofnarr

Als Hofnarr wird er reichlich Gelegenheiten haben, die Beizenfastnacht in vollen Zügen auszukosten. Denn neben Besuchen des Monsterkonzerts, dem Kindermaskenball Rossrüti, des Fastnachtsgottesdiensts und der Umzüge in Sirnach, Arbon und Wil wird Hofnarr Dönni in Begleitung des Neunerrats und des Prinzenpaars auch in einigen dekorierten Bars anzutreffen sein. Dönni freut sich auf die Aufgaben als Hofnarr und will seiner Rolle gerecht werden. Er ist zuversichtlich, dass ihm dies gelingen wird, da er ein gemütlicher Mensch sei, der es gerne lustig hat. «In Rollen zu schlüpfen, ist als Theatermensch zudem ein grosser Teil meines Lebens.»

Am nächsten Hofnarrenball in rund einem Jahr wird er die Bütte, einen humorvollen Jahresrückblick, halten. Diese Aufgabe nimmt Walter Dönni nicht auf die leichte Schulter. Bereits jetzt sammelt er erste Ideen, wie er seinen Auftritt möglichst unterhaltsam und lustig gestalten kann. «Das ist die grösste Herausforderung als Hofnarr. Es ist mir sehr wichtig, dass meine Bütte gelingt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Ich will, dass die Leute fünf Jahre danach noch darüber reden.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.