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WIL: Höchstens 15 Minuten aufs Klo

Der Bahnhof hat zwei neue WCs. Stadtrat Daniel Stutz sieht in den Toiletten eine Art von Service public. Dass das Stille Örtchen kostet, hat mit der Vandalismus-Prävention zu tun. Nach einer Viertelstunde ist es wieder frei.
Christof Lampart
Stadtrat Daniel Stutz weiht das Lavabo der Behinderten-Toilette am Bahnhof Wil ein. (Bild: Christof Lampart)

Stadtrat Daniel Stutz weiht das Lavabo der Behinderten-Toilette am Bahnhof Wil ein. (Bild: Christof Lampart)

Die aus einem behindertengerechten und familienfreundlichen sowie einem konventionellen WC-Modul bestehende Anlage samt Wickeltisch ist rechts vom Taxistand zu finden. Die Eingänge sind vom Bahnhofplatz aus gut sichtbar und signalisiert. Das frühere WC mit den im Durchgang gelegenen und nicht gut einsehbaren Eingängen sei «ein wenig schmuch» gewesen, erklärte Projektleiter Markus Rast von den SBB vor den Medien. Deshalb habe man sich für den neuen Zugang entschieden.

Eine Viertelstunde für einen Franken

Die neuen WC-Module kosteten inklusive Umbau rund 190000 Franken, welche je hälftig von der SBB und der Stadt Wil bezahlt werden. Die SBB übernimmt die Kosten für die Reinigung und den Unterhalt während der nächsten zehn Jahre. Der Wiler Stadtrat Daniel Stutz erklärte, dass die nun neu eingeführte Bezahlung – die Verrichtung der Notdurft kostet einen Franken – gewollt sei. Denn so könne man mit den Einnahmen die Kosten für Reinigung und Reparaturen einigermassen decken. Auch wenn ein Taxifahrer monierte, dass es wohl keinen zweiten Arbeitsplatz gebe, an dem man für die Verrichtung der menschlichen Notdurft bezahlen müsse, sah Stutz in der Erhebung der Gebühr keinerlei Schikane. Er betonte, dass die Toilettenbezahlung eine lange Tradition habe. Er verwies auf die Latrinensteuer des römischen Kaisers Vespasian, der sagte, dass Geld nicht stinke. Markus Rast verwies auf den psychologischen Effekt der Massnahme: «Wer für etwas bezahlen muss, trägt diesem besser Sorge.»

Die WCs sind mit einer 2,5 Millimeter dicken Chromstahlhülle vandalismussicher und die Inneninstallationen so integriert, dass sie nicht herausgerissen werden können. Es gibt keine Wasserhähne, sondern Sensoren, durch welche Seifenspender und der Wasserstrahl im Lavabo in Gang gesetzt werden. Zudem gibt es einen Spritzeneinwurf. Laut Peyman Mehdiagraghi von der, auf öffentlichen Toilettenbau spezialisierten Firma Fierz, ist die Reinigung kinderleicht und hygienisch: «Da alles aus Chromstahl ist, kann man die Wände abspritzen. Das Wasser läuft durch den Gitterrost in Wannen ab und kann restlos entsorgt werden.»

Wer gerne länger auf dem WC verweilt, sollte eines bedenken: Nach 15 Minuten entriegelt – aus Sicherheitsgründen – die Tür und das WC wird aussen als «frei» angezeigt. Einschlafen sollte man auf dem stillen Örtchen im eigenen Interesse also besser nicht. Es droht ein baldiger Weckedienst.

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