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WIL: Heldinnen des Badisturms

Eine eindrückliche Zahl an Besuchern feierte am Sonntagabend den 50. Jahrestag des legendären Badisturms in der Weierwise. Anwesend waren auch fünf Frauen, die damals an vorderster Front dabei waren; sie erinnern sich.
Christoph Heer
Rita Thoma, Doris Tobler, Agnes Schmid, Klara-Slavka Fejzulahi Vukajlovic und Ursula Jermann (von links) waren vor 50 Jahren mitverantwortlich, dass seit nunmehr 50 Jahren Frauen und Männer gleichzeitig in die Badi Weierwise dürfen. (Bilder: Christoph Heer)

Rita Thoma, Doris Tobler, Agnes Schmid, Klara-Slavka Fejzulahi Vukajlovic und Ursula Jermann (von links) waren vor 50 Jahren mitverantwortlich, dass seit nunmehr 50 Jahren Frauen und Männer gleichzeitig in die Badi Weierwise dürfen. (Bilder: Christoph Heer)

Christoph Heer

redaktion@wilerzeitung.ch

Die strikte Geschlechtertrennung war vielen Männern und Frauen seit Eröffnung der Badi Weier­wise in Wil im Jahr 1931 ein Dorn im Auge. Im Sommer 1967 getrauten sich dann einige mutige Frauen, über den Zaun kletternd, mit ihrem Badisturm dem Ganzen ein Ende zu setzen. An vorderster Front war unter anderem Rita Thoma aus Wil. Sie war es, die den Sicherheitsmann zur Seite bugsierte, damit die anderen Frauen freie Bahn hatten. «Das war ein richtiges Monster, gross und breit. Trotzdem gelang es mir, ihn zur Seite zu schieben, damit der Eingangsbereich frei war für unseren Badisturm», erinnert sie sich. «Ich sehe das Ganze noch genau vor mir, als wäre es erst gestern passiert. Es war schon imposant, dass wir so viele Frauen mobilisieren konnten, die mitgemacht haben.»

Ein Sturmlauf für die Gemeinschaft

Am Sonntagabend feierten einige Dutzend Besucherinnen und Besucher den 50. Jahrestag dieses Badisturms. Es war zeitgleich ein Wiedersehen der «Stürmerinnen» von damals. Nebst Rita Thoma waren auch Ursula Jermann, Agnes Schmid, Doris Tobler und Klara-Slavka Fejzulahi Vukajlovic dabei. Die fünf Wilerinnen genossen die Zusammenkunft in vollen Zügen. Drei von ihnen liessen es sich auch nicht nehmen, den Drei-Meter-Sprungturm zu besteigen und dabei in Erinnerungen an den Badesturm zu schwelgen.

Als eine der ersten kletterte im Sommer 1967 Ursula Jermann über den Zaun. «Wir taten das mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch. Denn wir wollten schwimmen, wir wollten mit unseren Familien und Ehemännern gemeinsam ins Wasser, nur durften wir das nicht.» Von diesem Tag an stand dem gemeinsamen Badeplausch nichts mehr im Weg. Ursula Jermann weiss noch genau, wie sich die damals anwesenden Knaben in der Badi verwundert die Augen rieben, als die Horde Frauen daher kam. Agnes Schmids Aktion beinhaltete vorerst die physische Unterstützung ihrer Nachbarin. «Ich half zuerst Berty Sutter beim Überwinden des Zauns. Ich gelangte danach via Eingangsbereich in die Badi», sagt sie. «Es war schon auch eine lustige Aktion; aber natürlich mit einem ernsteren Hintergrund, denn lange haben wir darauf gewartet, bis wir alle miteinander in die Badi durften, die Männer wollten das schliesslich auch.»

Mutige Pionierinnen

Was wohl viele nicht gewusst haben, die am Sonntagabend den reichhaltigen Apéro genossen, ist die Tatsache: Einen Tag, nachdem die Frauen gestürmt sind, haben es ihnen die Männer gleich getan. Die fünf anwesenden Frauen erklärten den interessierten Gästen – etliche waren Familienangehörige – immer wieder, wie das Ganze von statten ging und bis heute nicht vergessen ist. Mittendrin war auch Marcel Schneller mit einigen «seiner» Angestellten. Der Geschäftsleiter des Sportparks Bergholz genoss es sichtlich, sich unter anderen mit den damaligen «Stürmerinnen» zu unterhalten.

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