Wil
Hausi Leutenegger und Musikerin Larissa Baumann geben bei «Persönlich im Hof zu Wil» Einblick in ihr Leben

Moderator Roland P. Poschung konnte erneut illustre Gäste zum Gespräch begrüssen. Hausi Leutenegger und Larissa Baumann erzählten von ihren unterschiedlichen Werdegängen.

Josef Bischof
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Larissa Baumann und Hausi Leutenegger gaben Auskunft über ihre Laufbahnen.

Larissa Baumann und Hausi Leutenegger gaben Auskunft über ihre Laufbahnen.

Bild: Josef Bischof

Im «Persönlich im Hof zu Wil» stellten sich am Sonntag Hausi Leutenegger und Larissa Baumann den Fragen von Moderator Roland P. Poschung. Nach der coronabedingten Pause war es die dritte und letzte Gesprächsrunde der Volkshochschule Wil in diesem Jahr. Besucherinnen und Besucher kamen überdies in den Genuss musikalischer Leckerbissen durch Larissa Baumann.

Gestartet sind beide mit einer soliden Grundausbildung. Hausi Leutenegger hat eine Lehre als Bauschlosser absolviert. Larissa Baumann ist Sekundarlehrerin. Altersmässig trennt die beiden fast ein halbes Jahrhundert. Im Rückblick auf acht Lebensjahrzehnte musste sich Leutenegger erwartungsgemäss auf Glanzpunkte aus seinem Leben beschränken. Baumann hat ihre musikalische Karriere vor zehn Jahren gestartet. Das Erfolgsrezept beider lässt sich in der Redensart zusammenfassen: «Wer wagt, gewinnt.»

Die «Tina Turner der Ostschweiz»

Fast zwei Jahre sei ihr Schaffen nun durch die Pandemie beeinträchtigt, stellte Larissa Baumann auf die entsprechende Frage fest. Dies habe zuerst eine Neuorientierung verlangt, sagte die von Roland P. Poschung als «Tina Turner der Ostschweiz» bezeichnete Künstlerin. Die vielen Absagen hätten die finanzielle Grundlage ins Wanken gebracht. «Fast noch die grössere Herausforderung war der Umgang mit den eigenen Gefühlen. Vor Publikum aufzutreten, was man am liebsten gemacht hat, war lange Zeit nicht mehr möglich.» Sie habe sich aber rasch dazu entschieden, die Zeit zu nutzen, um sich mit anderen Künstlern auseinanderzusetzen und neue Musik zu kreieren.

Bei Hausi Leutenegger, der sich beim Lockdown auf Mallorca aufhielt, klopfte überraschend die Polizei an die Tür und eröffnete ihm, dass er nur noch einmal in der Woche einkaufen gehen dürfe. Trotz seines grossen Grundstückes habe er sich eingesperrt gefühlt. Für ihn, seine Frau und zwei Freunde hat es aber ein Entfliehen gegeben. Er hat einen Privatflieger organisiert. In der Einleitung zum Gespräch war darauf hingewiesen worden, dass er bereits zum 25. Mal auf der Liste der 300 reichsten Schweizer vorkomme. Und er selber erwähnte, dass er über verschiedene Wohnsitze verfüge.

Larissa Baumann setzt seit zehn Jahren auf ihre musikalische Laufbahn. 2015 hat sie mit Profimusikern ihre eigene Band gegründet. Als Höhepunkt ihrer Karriere erwähnte sie den Besuch in Nordkorea im Jahr 2014. In dem für die meisten Menschen unzugänglichen Land gab sie als Solokünstlerin fünf Konzerte zusammen mit zahlreichen internationalen Künstlern. Im Rahmen dieses Festivals ist sie auch mit dem Preis Best Solo Performance ausgezeichnet worden. Zwei Songs aus ihrem im letzten Jahr erschienenen ersten Album «Gotta Break Free» sowie ein Abba-Medley lockerten das Gespräch auf.

Kein filmreifes Englisch

Hausi Leutenegger berichtete von seinen Erfolgen als Unternehmer, als Bobfahrer und Filmschauspieler. In 38 Filmen habe er mitgespielt. Interessiert hätten ihn besonders solche, bei denen körperliche Fitness gefragt gewesen sei. Für einen James-Bond-Film sei er jedoch nicht berücksichtigt worden. Er könne sich zwar in fünf Sprachen unterhalten, sein Englisch sei aber nicht «filmreif».

Abschliessend forderte der Moderator die beiden Gäste auf, ihre Erfolgsgeheimnisse als Lebenshilfe preiszugeben. Als Grundlage sieht Leutenegger eine gewisse Zufriedenheit. Es gelte, das Positive zu sehen und dem Negativen möglichst aus dem Weg zu gehen. Wichtig sei es, sich selber zu mögen und sich an kleinen Dingen zu freuen. Baumann pflichtete diesen Ausführungen grundsätzlich bei und ergänzte: «Vieles, und auch sich selber, sollte man nicht allzu ernst nehmen. Mit einem Lächeln kommt man leichter durchs Leben.»

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