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WIL: Grosse Vielfalt und viel Hörspass in einem

Das Konzert hiess «What a Wonderful Day». Doch hätte es auch gepasst, wenn der «Tag» ein «Abend» gewesen wäre: Am Samstagabend begeisterten die Harmonie-Singers Wil in der Wiler Tonhalle auf der ganzen Linie.
Die Harmonie-Singers Wil begeisterten das Publikum in der Tonhalle mit Vielfalt, Überraschendem und purem Hörspass. (Bild: Christof Lampart)

Die Harmonie-Singers Wil begeisterten das Publikum in der Tonhalle mit Vielfalt, Überraschendem und purem Hörspass. (Bild: Christof Lampart)

Tatsächlich kam an diesem Samstagabend ein positiver Umstand zum anderen. Zum einen konnte der «neue» Gemischte Chor aus der Äbtestadt – er wurde im September 2016 gegründet und ist das «Resultat» eines Projekt­chores, der einst für ein regionales Gesangsfest ins Leben gerufen worden war – praktisch vor einer vollen Tonhalle antreten, was zweifelsohne eine zusätz­liche Motivation dargestellt haben dürfte. Und zum anderen war vom musikalischen Leiter des Vokalensembles, Kaspar Wagner, eine kluge Auswahl an Liedern getroffen worden. Wer kam, um viel überraschendes Unbekanntes und manch zwar Vertrautes, jedoch für einmal anders als gewohnt Klingendes zu hören, kam an diesem Konzertabend, der an einem Stück gegeben wurde und gut 80 Minuten dauerte, auf ein kurzweiliges Hörvergnügen.

Das Tolle an einem jungen Chor ist, dass er keinerlei Vorbildern oder gar einer eigenen Tradition folgen muss. Sei es, weil die Singenden sich auf einen erfolgsversprechenden Stil mehr oder weniger «eingesungen» haben oder weil seine Fangemeinde «weiss», was es vom Chor erwarten kann und darf. Hier, bei den Harmonie-Singers Wil, gilt dies alles nicht. Dementsprechend frei bewegten sie sich unter der sehr differenzierten Leitung Wagners durch vielerlei musikalische Genres und vier Gesangsblöcke, welche jeweils drei bis vier Lieder und ein Spektrum umfassten. Dieses reichte von Franz Schuberts dynamisch-freudvollem Kunstlied «Das Wandern» (das Auftaktlied zum Schubert- Lied-Zyklus «Die schöne Müllerin») über amüsantes Unbekanntes aus längst vergangenen Jahrhunderten («Wann uns die Henn tut ein Eilein bringen», Baldissera Donato, 1530–1603) bis hin zum modernen Schlager eines Herbert Grönemeyer («Mambo») und Pop aus den 1970ern wie Abbas «I Have a Dream».

Etwas schade war, dass anscheinend nicht alle Sänger auf der Bühne standen – warum auch immer. Denn, obwohl Männer und Frauen jeweils rund die Hälfte des Chores ausmachen, waren bedeutend mehr Sängerinnen als Sänger auf der Bühne, und wer nachzählte, kam auf 31 und nicht auf die 40 Singenden, die in der Vorschau angekündigt waren. Somit fehlte es ein bisschen an den Bässen. Doch eines ist sicher: Die Richtung stimmt bei den Harmonie-Singers Wil, welche sich sicherlich nicht dagegen sträuben würden, wenn sich zeitnah der eine oder andere Mann ihnen nicht nur im Konzertsaal, sondern auch auf der Bühne anschlösse.

Zum vollendeten Hörspass an diesem Abend trug der bekannte Schweizer Posaunist Fredi Sonderegger massgeblich bei. Er gewährte mit seinen fantastischen Posaunen-Soloeinlagen nicht nur den Harmonie-Singers kurze Verschnaufpausen, sondern zeigte dem Auditorium eindrücklich, wie warm und humorvoll sich moderner Jazz, aber auch die klassische Musik eines Leonard Bernstein auf diesem Instrument interpretieren lassen. Dabei waren die Stücke fürwahr keine leichte Kost, jedoch zweifelsohne eine zusätzliche, grossartige Bereicherung eines Programmes, von dem man am Ende des Abends sagen konnte: Bitte noch mehr davon!

Christof Lampart

redaktion@wilerzeitung.ch

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