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WIL: Gesteckt, nicht geschraubt

Schreinermeister Markus Fust hat eine Weltneuheit konstruiert. Dank des neuen Verbindungsdetails können Holzelemente ohne Schrauben zusammengesetzt werden. Heute ist Präsentation.
Arcangelo Balsamo
Das neue System erlaubt verschiedene Elemente zu verbinden, ohne dass man Werkzeug benötigt.

Das neue System erlaubt verschiedene Elemente zu verbinden, ohne dass man Werkzeug benötigt.

Möbelhäuser werben oft damit, dass ihre Produkte kinderleicht und in kürzester Zeit montiert werden können. Dennoch kommt es vor, dass handwerklich unbegabte Käufer Stunden brauchen, bis jede Schraube am richtigen Ort angebracht und angezogen ist. Ganz zu schweigen von der Gefahr, dass man eine der Schrauben während der Montage verlieren könnte. Doch nicht nur die Verbraucher stellen sich die Frage, ob es nicht auch einfacher gehen könnte. Auch Schreinermeister Markus Fust, von der gleichnamigen Schreinerei in Wil, überlegte sich in den vergangenen 15 Jahre oft, wie man ein Regal konstruiert, ohne eine Schraube zu benötigen. Heute stellt er an der Olma seine Lösung vor.

«Es war im Juni, als ich aus heiterem Himmel die Idee hatte, wie man das Problem beheben kann», sagt Markus Fust. «Ich hatte zuvor mit einem Freund telefoniert. Er suchte nach einem bestimmten Regal. Doch das Möbelgeschäft, das dieses früher anbot, hatte das Produkt nicht mehr im Sortiment.» Bei der Erfindung von Markus Fust handelt es sich um ein simples Verbindungsdetail. Zwei Dübel aus Buchenholz ermöglichen es, die verschiedenen Elemente des Regals stabil miteinander zu verbinden; ganz ohne Kleber oder sonstiges Werkzeug. «Man kann es durchaus mit Legosteinen vergleichen», sagt der Schreinermeister.

Eigenes Möbelprogramm auf die Beine gestellt

Die Erfindung, für welche er nach wenigen Stunden bereits das Grundkonzept erarbeitet hatte, erschien so banal, dass er von seinem stellvertretendem Geschäftsführer Benno Länzlinger ausgelacht wurde und von diesem hörte: «Das gibt es bestimmt schon.» Fust beauftragte danach das Patentamt Hepp Wenger Ryffel AG, um festzustellen, ob so etwas bereits existiert. Es stellte sich heraus, dass es noch nichts Vergleichbares gab. Auf Anraten eines Freundes liess er danach seine Idee zum Patent anmelden. Die Erfindung veranlasste die Schreinerei Fust dazu, ein eigenes Möbelprogramm auf die Beine zu stellen. Es handelt sich dabei um eine eigenständige Marke mit dem Namen Ecoleo. Als erstes Produkt dieses Programms wird nun das Regalsystem Flexibilis lanciert. Für den Verkauf wurde mit Ecoleo.ch eigens eine Homepage mit Onlineshop erstellt. «Damit wir das Produkt möglichst kostengünstig anbieten können, haben wir uns für den Onlinevertrieb entschieden», erklärt der Möbelschreiner.

Boxen und Türen als Ergänzung

«Mit dem Flexibilis wird der Kunde zum Designer. Es ist ihm selbst überlassen, wie hoch und breit das Regal sein soll», sagt Fust. «Die Elemente des Regals können einzeln und spezifisch für den Gebrauch bestellt werden. Ausserdem kann man das System mit ein paar wenigen Handgriffen jederzeit anpassen, wenn sich die eigenen Bedürfnisse ändern.» Das Regal gibt es ausschliesslich in weisser Farbe. Es kann aber mit verschiedenfarbigen Boxen und Türen ergänzt werden. Letztere lassen sich auch ganz ohne Werkzeuge installieren. Grund dafür sind Scharniere, die ebenfalls eine Eigenentwicklung der Schreinerei sind. Die Türen sind sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite verwendbar. Auf welcher Seite die Rückwände plaziert werden, kann man auch selbst entscheiden. Sie können auch weggelassen werden, jedoch braucht es pro Etage eine, so dass die Stabilität gewährleistet werden kann.

Markus Fust wird das neue Regalsystem Flexibilis heute an der Olma vorstellen. (Bilder: Arcangelo Balsamo)

Markus Fust wird das neue Regalsystem Flexibilis heute an der Olma vorstellen. (Bilder: Arcangelo Balsamo)

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