WIL: Futter mit Folgen

Am Stadtweier ist das Entenfüttern schon seit Jahren ein Volkssport. Doch zu viel Brot schadet den Tieren. Regelmässig muss Weierwart Ernst Weibel darauf hinweisen. Nicht immer erntet er Verständnis.

Ursula Ammann
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Weierwart Ernst Weibel ist täglich bei «seinen» Wasservögeln. Die Fütterung mit Brot beobachtet er zuweilen mit Sorge.

Weierwart Ernst Weibel ist täglich bei «seinen» Wasservögeln. Die Fütterung mit Brot beobachtet er zuweilen mit Sorge.

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

Gerade an schönen Sommer­tagen passieren Dutzende von Leuten den Steg am Stadtweier. Und mit ihnen kommt das Brot. Immer wieder landet ein Brocken davon im Wasser. Weierwart Ernst Weibel, der «seinen» Tieren jeden Tag mindestens einmal einen Besuch abstattet, beobachtet das zuweilen mit Sorge. Wenn er ein Kind mit einem Brotsäckchen sehe, das kleine Stückchen ins Wasser werfe, drücke er jeweils ein Auge zu, sagt Ernst Weibel. Meist gehe es dann um kleine Mengen. Doch in anderen Fällen muss er schon mal reagieren.

«Wenn Leute grössere Stücke oder sogar ganze Brotlaibe im Weier entsorgen, spreche ich sie darauf an», sagt er. Teils reagieren diese nicht gerade freundlich. Auch schon ist es vorgekommen, dass sie ihre Brotsäcke darauf einfach an den Zaun gehängt haben und gegangen sind. Dann lag es wieder am Weierwart, sich darum zu kümmern. Immerhin landet das Brot so nicht im Wasser. Denn es schadet mehr, als es nützt. Abgesehen davon, dass die Wasservögel am Stadtweier zu jeder Jahreszeit mit genügend und vor allem mit artgerechter Nahrung versorgt sind, ist das Brot ihrer Gesundheit nicht zuträglich. Vogelschutzorganisationen raten durchs Band davon ab, die Tiere damit zu füttern. Problematisch wird es vor allem dann, wenn sich Enten und Schwäne hauptsächlich von Brot ernähren.

Die von den Organisationen genannte Palette an Folgen reicht von Verminderung der Wasserqualität über vermehrten Para­sitenbefall bis hin zu Verdauungsproblemen. Die Vogelwarte Sempach beispielsweise warnt auch davor, verschimmeltes Brot zu verfüttern. Doch auch das landet im Wiler Stadtweier gelegentlich, wie Ernst Weibel erzählt.

Blattsalate und Löwenzahn sind bekömmlich

Nichts einzuwenden hat er jedoch gegen Blattsalate im Ententeich. Das sei für die Tiere bekömmlich. Auch spreche nichts gegen Löwenzahn, den man an den Wegrändern einsammle und ins Wasser werfe. Anders verhält es sich mit Küchenabfällen generell. Diese sind nicht geeignet.

Demnächst sollen Informationstafeln am Stadtweier aufgestellt werden, die auf den richtigen Umgang mit der Fütterung hinweisen. Bereits vor Jahren gab es solche. Diese hätten durchaus etwas genützt, sagt Ernst Weibel. Er selbst wird nach wie vor am Weier präsent sein und gelegentlich das Wort ergreifen, wenn die Brotmengen überhandnehmen. Auch auf die Gefahr hin, dass er bei einigen dabei nicht auf Verständnis stösst.