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WIL: Für sich selber einstehen lernen

In der Oberstufe Sonnenhof fanden gestern Präsidentschaftswahlen statt. Mit einer Wahlbeteiligung von 80 Prozent gehen die Jugendlichen mit gutem Beispiel voran. Das System soll präventiv auf später vorbereiten.
Julia Mikeladze
Die neue Präsidentin Valeria Toplanaj und der neue Präsident Ruben Cocco. (Bild: Julia Mikeladze)

Die neue Präsidentin Valeria Toplanaj und der neue Präsident Ruben Cocco. (Bild: Julia Mikeladze)

WIL. Die Pause endet, eine Ansage geht durch den Raum, und eine Horde Schüler stürmt in den Gang. Im Korridor stehen Bänke, eine Bühne und ein Beamer mit Leinwand. Es dauert einige Zeit, bis alle ihren Platz gefunden haben, das Geplapper sich legt und Sina Wöcke, die die Wahl moderiert, zu Wort kommt. Insgesamt haben sich vier Schülerinnen und Schüler für das Amt beworben: Seraina Gerster, 12 Jahre, Valeria Toplanaj, 14 Jahre, Ruben Cocco, 13 Jahre, und Lucas Osterwalder, 14 Jahre. Alle Kandidaten haben eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet, auf der sie sich vorstellen und ihre Absichten als Präsidentin oder Präsident erklären. Jeder der Anwärter muss sich nach seiner Präsentation Fragen von Sina Wöcke stellen. Die vier antworten sehr souverän.

Nachdem alle vorgestellt sind, bieten zehn Schülerinnen eine Gesangseinlage. Dann werden alle in ihre Klassen geschickt, um die Stimmzettel für sich auszufüllen. Kurze Zeit später wird jede Klasse einzeln zur Urne gerufen. Für die Verpflegung in der Pause hat die Klasse 3b gesorgt.

Eine Wahl mit beachtlicher Beteiligung

Bald sind die Stimmen gezählt, und die Wahlsieger dieses Jahres stehen fest. Alle Schüler werden wieder zu ihren Plätzen auf den Bänken im Gang berufen. Nachdem sich alle wieder gefunden, beruhigt und die Kandidaten mit Sina Wöcke sich auf der Bühne eingefunden haben, verkündet die Moderatorin das Resultat. Bei 156 abgegebenen Stimmzetteln, davon 125 gültige, und einem absoluten Mehr von 63 Stimmen wird Valeria Toplanaj mit 98, Ruben Cocco mit 93 Stimmen gewählt. Mit einer Wahlbeteiligung von 80 Prozent könnten sich einige Schweizer eine Scheibe von der Gewissenhaftigkeit dieser Schüler abschneiden.

Die Präsidentin und der Präsident sind glücklich über das Resultat, das für beide nicht unerwartet kommt. Sie freuen sich, nun für ihre Mitschüler einstehen zu können. «Ich erwarte, dass wir viele Sachen planen können und dass Arbeit auf uns zu kommt», sagt Präsident Ruben Cocco.

Die Demokratie kommt gut an

Der Schülerrat der Oberstufe Sonnenhof existiert bereits seit dem Sommer 2008 und wird von Schülerinnen und Schülern als auch von dem Lehrpersonal sehr geschätzt. «Es ist ein Präventionsprojekt, das die Jugendlichen mitsprechen lässt und sie so stärkt. Sie lernen für sich selber einzustehen», sagt Helen Frehner, Schulsozialarbeiterin am Sonnenhof. Die Schülerinnen und Schüler geben viel auf ihr Mitspracherecht, wie Janis Stillhard und Seraina Gerster aus dem Schülerrat berichten. «Es ist schön, etwas verändern zu können, und man lernt auch, wie man mit Mitschülern umgehen muss», sagt die 14-Jährige. Politische Bildung finden beide wichtig und befürworten es, dass sie früh lernen, wie wichtig es ist abzustimmen. Sie würden es allen Schulen empfehlen, es ihnen gleichzutun. Auf die Frage hin, ob sie mehr über Politik erfahren wollen, verneinen die beiden lächelnd. «Für den Moment ist das genug», sagt Janis Stillhard.

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