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WIL: Für gute Musik braucht es keinen Pianisten aus Wien

Am letzten Baronenhauskonzert der Saison spielte das Segantini-Trio am Sonntag ein vorwiegend spätromantisches Programm. Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz. 60 bis 80 Zuhörer kamen jeweils zu den Konzerten.
Redaktion@wilerzeitung.ch
Das Segantini-Trio während des Konzertes im Baronenhaus. (Bild: Carola Nadler)

Das Segantini-Trio während des Konzertes im Baronenhaus. (Bild: Carola Nadler)

«Der alte Apfelbaum, er sträubt sich – aber er muss». So heisst es in dem Frühlingsgedicht von Theodor Fontane, welches Roland Bosshart einer neuen Tradition folgend, verlas. So zäh, wie sich der Frühlingsbeginn in diesem Gedicht anhörte, so zäh scheinen diese Tage auch den Frühling in Angriff zu nehmen. Gar nicht zäh allerdings sah man vonseiten der Baronenhauskonzert-Veranstalter den Beginn unter neuer Leitung: Andrea und Roland Bosshart hatten im vergangenen Jahr im Auftrag der Ortsgemeinde Wil die Organisation der Konzertreihe von Erwin und der verstorbenen Gretli Steiner übernommen.

«Es war ein erfolgreiches Jahr, wir sind zufrieden», resümierte Roland Bosshart vor dem Konzert. «Wir hatten immer rund 60 bis 80 Besucherinnen und Besucher. Je nach Anmeldezahl war für das Publikum in beiden Räumen gestuhlt. Oder das Ensemble wurde, wenn der Flügel nicht gebraucht wurde, so platziert, dass die Sicht über beide Räume hinweg optimiert war. Unser Ziel ist es, wie immer schon Musikerinnen und Musiker aus der Region zu engagieren», sagte Bosshart weiter. «Wir haben hier so gute Musikerinnen und Musiker, da brauchen wir keinen Pianisten aus Wien einzufliegen.»

Sie lieben die Musik und das Hochgebirge

Katharina Weissenbacher (Cello), Franco Mettler (Klarinette) und Jürg Hanselmann (Klavier) verbindet die Liebe zu den Künsten ebenso wie zum Hochgebirge, woraus der Name des Trios Segantini resultierte. Jürg Hanselmann hatte für das Ensemble sogar ein Klarinettentrio mit dem Titel «Triptychon» komponiert, das Bezug nimmt auf das dreiteilige Werk des Malers Giovanni Segantini. Am Sonntag jedoch stand ein anderes Trio mit den Sätzen «Fantas», «Notturno» und «Burla» auf dem Programm. Eine Komposition, die einerseits kraftvoll und durchaus energisch daher kommt. Andererseits wies sie aber vorwiegend durch den Klavierpart eine silbrige Transparenz auf, wie man sie in Segantinis Bildern findet. Ein wenig erinnerte der Klavierpart an die scheinbar harmonische Eigenwilligkeit eines Ludovico Einaudis.

Am Beginn standen zwei Stücke aus Max Bruchs «Acht Stücke», das «Allegro» und die «Rumänische Melodie». Zwei Charakterstücke, deren individuelle Note sehr fein herausgearbeitet wurde. Von Josef Gabriel Rheinberger folgte eine Sonate für Klarinette und Klavier. Franco Mettler gestaltete den Klarinettenpart facettenreich und löste nach dem ersten Satz sogar ein spontanes «Bravo» von einem Zuhörer aus. Zuletzt musizierte das Trio zwei Stücke von Astor Piazzolla. Dieser argentinische Komponist gilt als der Begründer des Tangos nuevo und hatte eine ganz eigene Tonsprache: Das Segantini-Trio begeisterte hier mit seiner eleganten Interpretation.

Carola Nadler

redaktion@wilerzeitung.ch

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