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WIL: Forensik-Station in Wil geplant

Die St. Galler Regierung will auf dem Areal der Psychiatrie St.Gallen Nord eine moderne Forensik-Station errichten. Die Vorlage kommt im April in den Kantonsrat. Bereits 2021 könnte der Betrieb aufgenommen werden.
Hans Suter
Von psychisch kranken, gewalttätigen Straftätern können Gefahren ausgehen, die besondere Schutzmassnahmen erfordern. (Bild: PD)

Von psychisch kranken, gewalttätigen Straftätern können Gefahren ausgehen, die besondere Schutzmassnahmen erfordern. (Bild: PD)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

Für psychisch kranke Häftlinge fehlen im Kanton St.Gallen geschlossene Plätze in psychiatrischen Kliniken. Der Kanton ist jedoch gesetzlich dazu verpflichtet, geeignete Einrichtungen für den Straf- und Massnahmenvollzug sowie für den Vollzug der Untersuchungshaft zur Verfügung zu stellen. Betroffene müssen bislang ausserkantonal untergebracht oder – entgegen den fachlichen Anforderungen – in eine Justizvollzugseinrichtung beziehungsweise in ein Gefängnis eingewiesen oder dort belassen werden. Darum soll nun auf dem Areal der Psychiatrie St.Gallen Nord in Wil eine geschlossene Forensik-Station für psychisch kranke oder gestörte Häftlinge mit einem mittleren Sicherheitsrisiko gebaut werden. Die Regierung hat die Botschaft für die Bauvorlage zuhanden des Kantonsrates verabschiedet.

16 Plätze in der Klinik in Wil geplant

Gemäss einer Mitteilung der Staatskanzlei soll das eingeschossige Gebäude insgesamt 16 Betten, drei Sicherheitszimmer, Aufenthalts-, Therapie- und Beschäftigungsräume umfassen und über einen gesicherten Aussenraum verfügen. Es sei für die Polizei und die Sanitätsdienste gut zugänglich und an die zentralen Klinikeinrichtungen angebunden. Der Kantonsrat berät die Bauvorlage in erster Lesung im April und in Zweiter im Juni dieses Jahres. Stimmt das Kantonsparlament dem Vorhaben zu, könnten die Bauarbeiten 2020 starten. «Damit sollte der Bezug der Forensik-Station 2021 möglich sein», heisst es in der Medienmitteilung. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt betragen 12,9 Millionen Franken. Der Bund beteiligt sich voraussichtlich mit 3,8 Millionen Franken. Für den Kanton St.Gallen entsteht somit ein Finanzbedarf von 9,1 Millionen Franken.

«Mit dem geplanten Neubau wird das bestehende Angebot vergrössert, da das Kompetenzzentrum Forensik weiter ausgebaut wird», sagt Regierungsrätin Heidi Hanselmann. Heute fehle im Kanton St.Gallen eine forensisch-psychiatrische Klinikstation für psychisch kranke Häftlinge mit einem mittleren Sicherheitsrisiko. Diese Angebotslücke werde nun geschlossen. Wird diese Abteilung ihre Dienste auch anderen Kantonen und Institutionen anbieten können? «Schweizweit ist das Platzangebot knapp», sagt die St.Galler Gesundheitsdirektorin. «Wenn die eigene kantonale Versorgung es zulässt, können aber Plätze in der Forensik auch anderen Kantonen zur Verfügung gestellt werden.»

Ein neues Angebot braucht das richtige Personal. «Für die deliktorientierte Therapie braucht es Personal mit speziellem Know-how, vor allem im pflegerischen und medizinischen Bereich. Für den Ausbau des Kompetenzzentrums sind derzeit inklusive Station rund 28 zusätzliche Stellen vorgesehen», sagt Heidi Hanselmann.

Die forensische Psychiatrie befasst sich mit der Schuldfähigkeit und der Einschätzung des Gefährlichkeitsgrades von Straftätern sowie deren Behandlung. Sie schliesst auch die Begutachtung ein.

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