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WIL: Fernbus darf noch nicht in Wil anhalten

Die Situation ist verzwickt: Der Stadtrat will Domo Reisen keine Haltestelle auf öffentlichem Grund geben, solange die Rahmenbedingungen von Bund und Kanton nicht geklärt sind. Doch bei Domo Reisen drängt die Zeit.
Hans Suter
Bei der Socar-Tankstelle an der Zürcherstrasse erhält Domo Reisen Gastrecht für eine Haltestelle. Doch nun hat sich die Kantonspolizei eingeschaltet und wünscht eine Sicherheitsbeurteilung. (Bild: Hans Suter)

Bei der Socar-Tankstelle an der Zürcherstrasse erhält Domo Reisen Gastrecht für eine Haltestelle. Doch nun hat sich die Kantonspolizei eingeschaltet und wünscht eine Sicherheitsbeurteilung. (Bild: Hans Suter)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

Der Fernbus ist schon so nah, dass die politischen Behörden zeitlich überfordert werden. Der Bundesrat hat nämlich 2017 für viele etwas überraschend entschieden, künftig Fernbusse in der Schweiz als Konkurrenz zu den SBB zuzulassen. Demnächst soll über die eingereichten Konzessionsgesuche für solche Fernbusse mit fester Linie entschieden werden. Ausgeschlossen sind ausländische Anbieter, die wegen des Kabotageverbots in der Schweiz keine Passagiere ein- und abladen dürfen.

Das Schweizer Unternehmen Domo Reisen GmbH hat beim Bund Konzessionsgesuche eingereicht. Es möchte unter anderem die Linie Genf-St. Gallen zweimal täglich bedienen. Der Bus würde auch in Wil Halt machen. Wenn er denn eine Haltestelle bekäme.Das ist noch immer nicht der Fall. «Wil lehnt à priori einen Halt auf öffentlichem Grund ab, obwohl entsprechende Lokalitäten zur Verfügung stünden», sagt Patrick Angehrn, Leiter Linienbus bei Domo Reisen. Gerne hätte er den Carparkplaz an der Weststrasse benutzt. Die Stadt lehnte jedoch ab mit Verweis auf fehlende Rahmenbedingungen seitens Bund und Kanton. Obwohl diese laut Angehrn heute klar seien und der Bundesrat kommuniziert habe, dass er Konzessionen für Fernbus-Linien erteilen wolle. Das hat den Wiler SVP-Kantonsrat Erwin Böhi auf den Plan gerufen. Mit einer Einfachen Anfrage wollte er die Position der Regierung erfragen. Diese sagt, sie wolle die Entscheidungsfreiheit bei den Gemeinden wissen. «Damit liegt der Ball bei der Stadt Wil», sagt Erwin Böhi. Stadtrat Daniel Stutz, Grüne Prowil, sieht das anders. «Es gibt noch viele offene Fragen, auf die ich gerne Antworten hätte», sagt er. Er sieht den Lead beim Kanton und beim Bund. «Es braucht eine gewisse Qualität», sagt Stutz. Als mögliche Beispiele nennt er Wartehäuschen, Toilette, Behinderteneignung usw. Bevor dies geklärt sei, sehe er keine Veranlassung für übereiltes Handeln. «In der ÖV-Strategie arbeiten wir auf einen Zeithorizont von 15 Jahren hinaus, bei den Fernbussen sollen es 15 Wochen sein – überstürztes Handeln ist zum Scheitern verurteilt.»

Erwin Böhi lässt dies nicht gelten. «Das ist eine typische Antwort aus der Verwaltung, die Angelegenheit wird einfach hin und her geschoben.» Der Stadtparlamentarier und Kantonsrat kann nicht verstehen, warum sich der Stadtrat nicht auf einen Versuch einlassen will. Daniel Stutz sagt dagegen klar: «Wir wollen nichts ausprobieren, bevor die Grundlagen geklärt sind.»

Mögliche Lösung in Sichtweite

Bei Domo Reisen ist man zwar enttäuscht über die Haltung Wils, untätig blieben die Verantwortlichen nicht. Bei der Socar-Tankstelle an der Zürcherstrasse hat das Unternehmen Gastrecht gefunden. «Die Stadt hat verhalten positiv reagiert», sagt Patrick Angehrn. Doch nun habe sich die Kantonspolizei eingeschaltet und wünsche eine Sicherheitsbeurteilung. «Das kostet leider wieder Zeit», bedauert Angehrn. «Wir müssen demnächst entscheiden. Geht es nicht anders, wird Wil in der Konzession gestrichen und verliert damit aufgrund des Verhaltens der Behörden der Stadt Wil seine Anbindung an das nationale Fernbus-Netz.»

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