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«Es könnte eines der besten Open Airs werden»: Beim «Rock am Weier» hat man die Hoffnung auf eine Durchführung noch nicht aufgegeben

Derzeit steht in den Sternen, ob im Sommer Festivals stattfinden können. Das OK des «Rock am Weier» befasst sich mit verschiedenen Szenarien. Einiges deutet aber darauf hin, dass es auf eine Entscheidung «ganz oder gar nicht» hinauslaufen dürfte.

Gianni Amstutz
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Tausende Menschen feierten 2019 am Stadtweier: In diesem Jahr scheint diese Vorstellung in weiter Ferne.

Tausende Menschen feierten 2019 am Stadtweier: In diesem Jahr scheint diese Vorstellung in weiter Ferne.

Bild: PD

«Wir freuen uns auf 2021», hiess es noch bis vor wenigen Tagen in grossen Lettern auf der Startseite des Wiler Open Airs Rock am Weier. Diese Nachricht stammte aus dem April 2020, kurz nachdem das OK die Absage des Festivals bekanntgegeben hatte. «Damals waren wohl alle noch etwas optimistischer, dass sich die Lage bis in einem Jahr deutlich verbessern würde», sagt Marc Bislin, Mediensprecher des «Rock am Weier».

Heute, rund zehn Monate später, ist die von allen herbeigesehnte Verbesserung der Situation jedoch nicht eingetroffen. Aktuell scheint eine Durchführung von Grossveranstaltungen im Sommer wieder eher unwahrscheinlich. Das «Rock am Weier», das an zwei Tagen am zweiten Juni-Wochenende jeweils rund 17'000 Besucherinnen und Besucher empfängt, zählt dazu. Auch wenn sich die Besucher über die zwei Tage und Nächte verteilen – und somit nie wirklich die ganzen 17'000 Personen gleichzeitig vor Ort sind.

Vieles noch im Konjunktiv

Marc Bislin, Mediensprecher des «Rock am Weier».

Marc Bislin, Mediensprecher des «Rock am Weier».

Bild: PD

Die Hoffnung auf eine Durchführung hat man bei den Veranstaltern aber noch nicht aufgegeben. «Wir sind aktuell mit der Planung beschäftigt», sagt Bislin. Dass dabei manches nicht so ist wie in anderen Jahren, liegt auf der Hand.

«Vieles muss zurzeit im Konjunktiv gedacht werden.»

Das reicht vom Booking der Bands über die Absprachen mit den Betreibern der Essens- und Getränkestände bis hin zur Werbung.

Auf Letzteres verzichtet das OK vorerst. Marc Bislin sagt: «Es würde keinen Sinn machen, für ein Open Air zu werben, das vielleicht gar nicht stattfinden kann.» Was die Bands und die Standbetreiber angeht, würden die Gespräche laufen. Aufgrund der Absage 2020 hätten viele Bands der letztjährigen Ausgabe wieder zugesagt.

Beobachten, was andere Festivals machen

Derzeit ist völlig unklar, ob das Festival stattfinden kann. «Es wäre aber noch zu früh für eine Absage, weil sich die Situation schnell ändern kann», sagt Bislin. Man beobachte unter anderem, wie sich andere Festivals mit der Situation arrangierten. Im OK werde deshalb auch diskutiert, ob eine Durchführung des Festivals in einer anderen Form eine Option darstellen könnte.

Marc Bislin lässt aber durchblicken, dass eine Redimensionierung eher schwierig werden dürfte. Dies hat mehrere Gründe. Einerseits ist das «Rock am Weier» ein Gratis-Open-Air, verkauft also keine Tickets. Dies würde eine Besucherbeschränkung erschweren. Hinzu kommt, dass die Einnahmen zum Grossteil über die Konsumation der Besucher auf dem Gelände zustande kommen. Dies macht eine Verkleinerung des Open Airs auch aus finanzieller Sicht zu einer Herausforderung.

Finanziell ist das Risiko überschaubar

Muss das Festival zum zweiten Mal hintereinander abgesagt werden, wäre das finanziell verkraftbar. Marc Bislin sagt: «Ein Grossteil der Kosten entsteht erst bei der Durchführung.» Da das Festival von einem Verein organisiert werde, in dem alle ehrenamtlich arbeiten, gebe es kaum Fixkosten.

Anders sieht es auf der emotionalen Ebene aus. Nachdem das «Rock am Weier» 2019 wegen eines Sommersturms frühzeitig abgebrochen und 2020 covid-19-bedingt abgesagt werden musste, wäre es das dritte Mal in Folge, dass das Festival nicht plangemäss durchgeführt werden könnte. Marc Bislin gesteht:

«Eine erneute Absage würde schon sehr weh tun.»

Deshalb setze das OK alles daran, dass dieses Jahr am Stadtweier wieder zwei Tage gefeiert werden kann.

Die spezielle Situation könnte denn auch etwas Gutes haben. Beruhigt sich die Lage bis im Juni, wäre das «Rock am Weier» eines der ersten Festivals auf dem Kalender. «Dann könnte es eines der besten Open Airs werden», ist Bislin überzeugt. Schliesslich würden sich die Menschen nach Live-Konzerten und ausgelassener Stimmung sehnen. Zwei Dinge also, für die das «Rock am Weier» in normalen Zeiten ein Garant war.