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WIL: «Es gibt wenig Grund zu klagen»

Die Ostschweiz ist wirtschaftlich gut aufgestellt. Die Stärken der Region müssen aber besser vermarktet werden. Ausserdem mangelt es an Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinaus. So das Fazit der Experten.
Gianni Amstutz
Stefan Müller-Furrer (links) und Heinz Schmidhauser leiten gemeinsam die beiden Standorte der Sartorial AG in Wil und St. Gallen. (Bild: PD)

Stefan Müller-Furrer (links) und Heinz Schmidhauser leiten gemeinsam die beiden Standorte der Sartorial AG in Wil und St. Gallen. (Bild: PD)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

«Der Standort Ostschweiz kommt in der Wahrnehmung der Bevölkerung relativ schlecht weg», bilanzierte Peter Eisenhut, Wirtschafts- und Politikberater, am Konjunktur- und Trendforum der St. Galler Kantonalbank im Wiler Stadtsaal. Auch in den Medien sei wiederholt vom «Jammertal Ostschweiz» die Rede gewesen. Doch eigentlich gebe es wenig Grund zu klagen.

«Der Ostschweizer Wirtschaft geht es gut.» In der Exportwirtschaft sei die Ostschweiz sogar über alle Branchen gesehen besser unterwegs als der Schweizer Durchschnitt. Einzig in der Pharmabranche liege die Ostschweiz unter den nationalen Werten, sagte Eisenhut. Daraus aber eine kriselnde Wirtschaft abzuleiten, sei Augenwischerei. Schliesslich sei der Anteil des Pharmabereichs relativ klein. Wichtiger sei, dass die Ostschweiz auch in Sachen Produktivität nationale Spitzenwerte vorweisen könne.

Zuversicht berechtigt, aber Euphorie unangebracht

Auch der Blick in die Zukunft stimme zuversichtlich, sagte Eisenhut. Sowohl im Bau als auch der Industrie hätten Umfragen ergeben, dass Unternehmen die Lage als befriedigend bis gut beurteilten. Detailhändler hingegen schätzten die Situation aufgrund der Online-Konkurrenz und des Einkauftourismus etwas weniger optimistisch ein. Sie hofften jedoch auf einen positiven Effekt durch den wiedererstarkten Euro. Im Baubereich bereite die grosse Leerstandquote Sorgen. Trotzdem sei auch hier die Zuversicht spürbar. «Es herrscht zwar keine Euphorie, das ist aber auch gut so», sagte Eisenhut. Champagnerlaunen seien gefährlich. Denn die grössten Sünden würden in Zeiten begangen, in denen es der Wirtschaft gut gehe.

Angesprochen auf die Medienberichterstattung über das «Jammertal Ostschweiz» betonte Regierungsrat Marc Mächler, dass Jammern die Region nicht weiterbringe. Es stünden aber einige Herausforderungen an, die es anzupacken gelte. «Die Ostschweiz muss lernen, ihre Stärken hervorzuheben und zu vermarkten.» Denn bislang seien die Interessen der Region in Bundesbern noch zu schwach vertreten. Ein Grund dafür sei die mangelnde Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinaus. Exemplarisch nannte er den Entwicklungsschwerpunkt Wil West. «Über das Projekt wird zu wenig geredet und seine Bedeutung für die Region selbst in Wil nicht erkannt.» Das sei symptomatisch für die Ostschweiz und dem Umstand geschuldet, dass Wil West auf Thurgauer Boden entsteht.

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