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WIL: «Erschreckend, wie das alles, Hand in Hand passierte»

Im Kapuzinerkloster Wil lebt seit 2009 Bruder Joël Allaz, der während Jahren Kinder missbraucht hatte. 24 Opfer sind identifiziert. Gestern präsentierte eine unabhängige Untersuchungskommission den Schlussbericht zum Fall und zeigte auf, wie es möglich war, dass die Taten lange fast unbehelligt ausgeführt werden konnten. Der Bericht sorgt für Aufsehen. Guardian Josef Haselbach vom Kapuzinerkloster Wil nimmt Stellung.
Burder Joël Allaz trage schon lange keine Kutte mehr, sagt Guardian Josef Haselbach. (Bild: Keystone)

Burder Joël Allaz trage schon lange keine Kutte mehr, sagt Guardian Josef Haselbach. (Bild: Keystone)

Was bedeutet dieser Bericht für das Kapuzinerkloster Wil?
Wir waren schon länger über die Vergangenheit von Bruder Joël orientiert. Trotzdem ist es erschreckend, wie das alles, Hand in Hand passierte.

Bruder Joël wurde vergangenes Jahr als Priester suspendiert und in den Laienstand versetzt. Was bedeutet das?
Praktisch war die Suspendierung als Priester schon vor 2017 der Fall, nun ist es einfach offiziell. Er trägt schon lange keine Kutte mehr, ist nicht mehr im Seelsorgebereich tätig und für keine Gottesdienste mehr zuständig. Zudem wurde er aus dem Orden ausgeschlossen, obwohl ich gegen diese Massnahme war. Meines Erachtens ist es wie in der Familie: Wenn ein Sohn über die Stränge schlägt, ist das nicht gut, er bleibt aber der Sohn.

Wie ist es zu wissen, mit einem Kinderschänder unter einem Dach zu leben?
Bruder Joël lebt seit 2009 bei uns. Mittlerweile steht das tägliche Zusammenleben im Vordergrund. Wenn der Fall in der Presse Wellen wirft, hat man das Täterprofil vermehrt vor Augen.

Bruder Josef Haselbach, Kapuzinerkloster Wil. (Bild: Kurt Zuberbuehler)

Bruder Josef Haselbach, Kapuzinerkloster Wil. (Bild: Kurt Zuberbuehler)

Hat sich Bruder Joël im Kapuzinerkloster Wil je zu seiner Vergangenheit geäussert?
Er ist froh, dass er bei uns sein darf, und hat sich dafür auch schon bedankt. Jedoch spricht und versteht er nur schlecht Deutsch, sodass sich die Unterhaltungen im grossen Kreis der Gemeinschaft meist auf wenige gebrochene Sätze beschränken.

Ist die Vergangenheit von Bruder Joël im Kapuzinerkloster Wil ein Tabuthema?
Nein. Ich hatte bewusst für Dienstagmorgen intern einen Informationsanlass angesagt und offen über die nun abgeschlossene Untersuchung informiert. Dabei hatten wir Raum und Zeit, um uns auszutauschen. (sdu)

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