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WIL: Erneut ein deutlicher Geburtenrückgang

In den meisten Schweizer Spitälern ist die Anzahl Geburten von Jahr zu Jahr steigend. Im Kantonsspital St. Gallen wurde 2017 gar ein Rekord verzeichnet. Am Spital in Wil sieht es hingegen anders aus. Der Rückgang hat Gründe. Das Neujahrsbaby heisst Aldin Tahiraj.
Josephine Opprecht/ simon Dudle
Das letzte Wiler Baby 2017 und das erste 2018 Seite an Seite: Dominik Zaton (links) wurde an Silvester rund sechseinhalb Stunden vor Mitternacht geboren. Aldin Tahiraj erblickte an Neujahr um 23.22 Uhr das Licht der Welt. (Bild: PD)

Das letzte Wiler Baby 2017 und das erste 2018 Seite an Seite: Dominik Zaton (links) wurde an Silvester rund sechseinhalb Stunden vor Mitternacht geboren. Aldin Tahiraj erblickte an Neujahr um 23.22 Uhr das Licht der Welt. (Bild: PD)

Josephine Opprecht/ Simon Dudle

redaktion@wilerzeitung.ch

Im Spital Wil wurden im abgelaufenen Jahr genau 632 Neugeborene gezählt. Das ist der mit Abstand tiefste Wert im vergangenen Jahrzehnt. Es ist auch das zweite Mal hintereinander, dass ein Minus an Geburten zu verzeichnen war. Im Jahr 2015 hatten noch 800 Kinder im Spital Wil das Licht der Welt erblickt. Somit beträgt der Rückgang innerhalb von zwei Jahren satte 21 Prozent. Wobei anzumerken ist, dass 2015 der Geburtenrekord der vergangenen zehn Jahre aufgestellt worden war. Zuvor hatte zwischen 2007 bis 2015 ein Aufwärtstrend beobachtet werden können. Die Zahlen waren von rund 700 auf 780 gestiegen.

Dieser Rückgang ist insofern überraschend, als dass sonst landauf landab mehr Geburten gezählt werden. So auch im Kantonsspital St. Gallen. Dort sieht man die Erneuerung der Infrastruktur und die räumlichen Voraussetzungen als Plus. Somit entspreche das Kantonsspital nun den Bedürfnissen junger Familien. Hinzu komme, dass in den vergangenen Jahren mehrere kleine Geburtenabteilungen in der Region St. Gallen geschlossen worden seien.

Verunsicherung durch personelle Wechsel

Barbara Anderegg, Leiterin Kommunikation der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT), kann ähnliche Gründe für den einstigen Anstieg seit 2007 nennen: Die Schliessung der Geburtenabteilungen in Wattwil und Flawil im Jahr 2006 sowie die Schliessung der entsprechenden Abteilung im «Marienfried» hätten für eine Konzentration im Spital Wil und somit für eine zunehmende Geburtenzahl gesorgt. Als Grund für den Rückgang in den vergangenen beiden Jahren gibt sie personelle Veränderungen an. «Viele der bekannten Geburtshelfer und Chefärztin Cécile Leimgruber haben das SRFT in den vergangenen zwei Jahren verlassen. Das hat werdende Eltern und die niedergelassene Ärzteschaft verunsichert», sagt Anderegg. Die Neuerungen in der Geburtenabteilung im Kantonsspital St. Gallen könnten einen Einfluss auf die Entscheidung der werdenden Eltern gehabt haben, räumt sie ein. «Die Infrastruktur spielt zwar nicht die Hauptrolle bei der Entscheidung für eine Geburtsklinik, ist aber von Bedeutung.»

Die Eltern wollten maximale Sicherheit durch moderne Medizintechnik und eine gleichzeitige Wohlfühl-Atmosphäre mit familiärer, individueller Betreuung. Mit einer optimalen Infrastruktur und Einrichtung könne das geboten werden, weshalb auch die Spitalregion Fürstenland-Toggenburg, zu der das Spital Wil gehört, darin investierte. Im Herbst seien Umbau- und Renovierungsarbeiten vorgenommen worden. Nun verfüge die Geburtenabteilung über ein zusätzliches Gebärzimmer und einen weiteren Untersuchungsraum. Anfang des noch jungen Jahres werde die Wochenbettstation mit neuen Babybetten ausgestattet, welche die Mutter-Kind-Bindung weiter unterstützen. Zudem werde im Frühjahr das Familienzimmer neugestaltet und eingerichtet. Hinzu komme die Einführung eines Room-Service auf der gesamten Station.

Frank Liedke als neuer Chefarzt

Barbara Anderegg nennt weitere Pluspunkte: Die Geburtenabteilung des Spitals Wil verfüge über eine gute technische Ausstattung, eine sichere Geburtshilfe, moderne Schmerzerleichterung sowie sanfte Operationstechniken. Die überschaubare Grösse der Station ermögliche genügend Ressourcen. Somit sei eine kontinuierliche und individuelle Betreuung vor, während und nach der Geburt möglich. Als grössten Pluspunkt gibt Anderegg das Personal an sich an: «Die Hebammen sind die wichtigsten Begleiterinnen der werdenden Eltern im Gebärsaal und die Pflegefachkräfte beim Start ins Elternsein auf der Wochenbettstation. Sie bieten eine kompetente und liebevolle Betreuung, unterstützt von einem erfahrenen Ärzteteam.» Die Geburtenabteilung habe nun mit Frank Liedke einen neuen Chefarzt. Das neue Team aus Ärzten, Hebammen und Pflegenden habe sich gut zusammengefügt und sei dabei, die Zusammenarbeit mit zuweisenden Ärzten zu etablieren.

Um ein Haar kein eigentliches Neujahrsbaby

Das 632. und letzte Kind, welches im vergangenen Jahr in Wil zur Welt kam, war Dominik Zaton. Er erblickte am Silvestertag um 17.31 Uhr das Licht der Welt.

Auch das erste Kind des Jahres 2018 ist bereits da. Viel fehlte aber nicht und es hätte heuer kein eigentliches Wiler Neujahrsbaby gegeben. Aldin Tahiraj wurde am 1. Januar um ganz genau 23.22 Uhr geboren.

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