Wil erhält OP-Besteck aus St. Gallen

WIL. Beim OP-Trakt des Spitals Wil entsteht für 2,8 Millionen Franken ein Anbau. Die Verantwortlichen lassen einen Aufwachraum sowie die Infrastruktur für die Anbindung an die Zentrale Sterilgutversorgung St. Gallen errichten.

Philipp Haag
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Die Bereichsleiterin OP-Anästhesiepflege am Spital Wil, Claudia Wussow, erklärt Stadtrat Marcus Zunzer, Spital-Wil-CEO René Fiechter und Regierungsrätin Heidi Hanselmann die Verpackung von OP-Material. (Bild: Philipp Haag)

Die Bereichsleiterin OP-Anästhesiepflege am Spital Wil, Claudia Wussow, erklärt Stadtrat Marcus Zunzer, Spital-Wil-CEO René Fiechter und Regierungsrätin Heidi Hanselmann die Verpackung von OP-Material. (Bild: Philipp Haag)

Das OP-Besteck aus dem Spital Wil wird in naher Zukunft eine kleine Tour durch den Kanton machen. Ab dem 1. Juni 2016 wird das Material aus dem Operationssaal nicht mehr im Spital Wil sterilisiert und aufbereitet, sondern in der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) am Kantonsspital St. Gallen. «Der grössten in Europa», wie Regierungsrätin Heidi Hanselmann, Vorsteherin des Gesundheitsdepartementes, gestern morgen bei einem Besuch des Spitals in Wil sagte.

Die St. Galler Spitalverbunde zentralisieren das Aufbereiten des OP-Geräts an einem Standort. Von St. Gallen aus werden alle neun öffentlichen Spitäler im Kanton mit gesäubertem und sterilisiertem OP-Material beliefert. Keines kümmert sich mehr in Eigenregie darum.

Bauliche Anpassungen

Um die fachgerechte Anbindung an die Zentrale Sterilgutversorgung in St. Gallen zu ermöglichen, sind beim Spital Wil bauliche Anpassungen notwendig. Der im östlichen Teil des Spitals untergebrachte OP-Bereich erhält einen Anbau mit Lagerräumen, Lift, Aufenthaltsraum und Büros. Die Erweiterung ist bereits erstellt. Darin untergebracht ist die Infrastruktur für das OP-Gerät. Benutztes Material wird durch Mitarbeitende des Spitals gescannt und plombiert, in metallene Boxen verpackt und nach St. Gallen gesandt. Dort wird es gereinigt, desinfiziert, verpackt, ebenfalls gescannt und plombiert und in einem Metallbehälter wieder an die Spitäler verschickt. Zwei Touren gelangen täglich nach Wil. Mit Hilfe des Scans können Mitarbeitende des Spitals Wil den Weg des Materials online in Echtzeit mitverfolgen.

Die Sterilisation in St. Gallen geschieht auf Basis der Richtlinien von Swissmedic, des Schweizerischen Heilmittelinstituts. «Dadurch wird ein dauerhaft hoher Standard gewährleistet», sagt Urban Kaiser, Projektleiter Bau bei der Spitalregion Fürstenland Toggenburg.

Effizientere Abläufe

In der zweiten Bauetappe wird bis in den Herbst der OP-Bereich vergrössert und ein nahe dem Operationssaal gelegener Aufwachraum errichtet. Bis anhin geschieht die Aufwachphase nach einer Operation auf den Stationen. Dies sei zwar problemlos machbar, sagt Claudia Wussow, Bereichsleiterin OP-Anästhesiepflege, für die postoperale Versorgung der Patientinnen und Patienten sei ein Aufwachraum trotzdem von Vorteil. Durch den Anbau werden die Abläufe entflechtet und effizienter gestaltet. Die Kosten für den Anbau belaufen sich auf insgesamt 2,8 Millionen Franken, «die wir aus eigenen Mitteln finanzieren», wie Spital-Wil-CEO René Fiechter betont. In den nächsten Jahren werden weitere zehn Millionen Franken in das Spital Wil investiert (siehe Kasten). Eine Summe, die aufzubringen sich lohne, «denn das Spital Wil ist ein Pfeiler der Strategie einer medizinischen Versorgung in hoher Qualität nah bei den Leuten», wie Heidi Hanselmann sagt.

Die Bereichsleiterin OP-Anästhesiepflege am Spital Wil, Claudia Wussow, erklärt Stadtrat Marcus Zunzer, Spital-Wil-CEO René Fiechter und Regierungsrätin Heidi Hanselmann die Verpackung von OP-Material. (Bild: Philipp Haag)

Die Bereichsleiterin OP-Anästhesiepflege am Spital Wil, Claudia Wussow, erklärt Stadtrat Marcus Zunzer, Spital-Wil-CEO René Fiechter und Regierungsrätin Heidi Hanselmann die Verpackung von OP-Material. (Bild: Philipp Haag)