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WIL: Entlastung für Verkehr und Kuh

Zeno Stadler führt täglich seine Kühe über die Mörikonerstrasse auf die Wiesen. Mit der Sanierung der Strasse möchte der Stadtbauer einen Kuhtunnel verwirklichen, um sich und dem Verkehr das Leben zu erleichtern.
Jonas Manser
Zwischen Stadler und dem Güllen-Silo wird der Tunnel unter der Mörikonerstrasse hindurchführen. (Bilder: Jonas Manser)

Zwischen Stadler und dem Güllen-Silo wird der Tunnel unter der Mörikonerstrasse hindurchführen. (Bilder: Jonas Manser)

Jonas Manser

jonas.manser@wilerzeitung.ch

Seit dem 20. Oktober ist im Gemeindehaus Bronschhofen ein Gesuch für ein eher ungewöhnliches Bauprojekt einsehbar: Auf den Plänen ist ein Tunnel ersichtlich, durch den Kühe laufen. «Wir haben bereits seit langem mit dem Gedanken gespielt, einen Kuhtunnel zu bauen», sagt Stadtbauer Zeno Stadler. Jetzt sei der richtige und wohl einzige Zeitpunkt dafür, denn im nächsten Jahr soll die Strasse saniert werden. Vor über 50 Jahren sei das letzte Mal Hand angelegt worden. Ist die Strasse einmal saniert, wird Stadler wohl keine Gelegenheit mehr finden, seinen Tunnel zu verwirklichen.

Der Weg vom Stall zur Weidefläche führt die Kühe über die Mörikonerstrasse. «Beim Überführen der Tiere sind wir immer zu zweit. Wir müssen uns sowohl um den Verkehr als auch um die Kühe kümmern», sagt Zeno Stadler. Er ist täglich mit den Tieren auf der Strasse unterwegs. Um den Verkehrsfluss nicht zu stark zu unterbrechen, müssen sie den richtigen Zeitpunkt abwarten – Stosszeiten am Morgen, Mittag und Abend versuchen sie zu vermeiden. Bei Dunkelheit müssen sie Scheinwerfer aufstellen, damit die Autofahrer die Kühe auch sehen.

Keine Einsprachen erwartet

Mit der Erneuerung der Strasse prognostiziert Stadler eine Zunahme des Verkehrs: Mehr Autos werden mit höheren Geschwindigkeiten unterwegs sein. Das Überqueren der Nebenstrasse wird in Zukunft noch problematischer für den Bauern und seine Kühe. «Ein Kuhtunnel würde eine enorme Arbeitserleichterung für uns darstellen», sagt Stadler. Er finanziert das Bauprojekt aus eigener Tasche. Stadler rechnet mit Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich.

«Wir erwarten keine Einsprachen. Der Tunnel nützt vor allem der Allgemeinheit, indem der Verkehr von uns nicht mehr gestört wird.» Die Gemeinde sehe auch kein Problem in der Umsetzung. Da die Strasse wegen der Sanierung komplett gesperrt sein wird, können die Arbeiten schnell durchgeführt werden. Daher rechnet Stadler mit nur einem Monat Bauzeit.

Kuhtunnel unter der Mörikonerstrasse durch

Der Tunnel wird eine Länge von 15 Metern und einen Durchmesser von 3 Metern aufweisen. Der nicht beleuchtete Tunnel sei also zu klein, um mit den eigenen Maschinen durchzufahren, sagt Stadler. Fussgänger können ihn aber benutzen. Der Tunnel soll unter der Mörikonerstrasse durch mit einer Steigung hinauf bis kurz vor den Stall führen. Es handelt sich dabei um eine einfache Konstruktion: Ein Stahlrohr wird in den Boden verlegt. Die Idee eines Kuhtunnels sei nichts Neues, sagt Stadler. Es gebe ähnlich konstruierte Tunnels, die für Personen gedacht sind: zum Beispiel beim Radweg zum Feuerwehrdepot. Für die Kühe wird der Tunnel anfangs ungewohnt sein. Er werde den Tieren «beibringen» müssen, den Tunnel zu benutzen.

Hinweis

Die Pläne liegen noch bis Freitag, 3. November, im Gemeindehaus Bronschhofen öffentlich auf.

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