Wil
Emotional und belastend: Ein schwieriges Jahr für die Heimstätten Wil

Die Stiftung Heimstätten Wil schliesst das Jahr 2020 mit einem Verlust von 634'431 Franken ab und hatte pandemiebedingt Todesfälle zu verzeichnen. Doch der Blick in die Zukunft ist positiv.

Francesca Stemer
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2020 war ein schwieriges Geschäftsjahr für die Stiftung Heimstätten Wil.

2020 war ein schwieriges Geschäftsjahr für die Stiftung Heimstätten Wil.

Bild: PD

2020 war kein einfaches Jahr für die Heimstätten Wil. Die Coronamassnahmen brachten den Alltag in den Wohnbereichen, in der Tagesstätte und an den Arbeitsplätzen durcheinander. So war die Betreuung der Klientel in den Wohnbereichen phasenweise nur noch mit Schutzkleidung möglich. Ein Grossteil der Mitarbeitenden, die eine Rente der Invalidenversicherung beziehen, arbeiteten über mehrere Wochen von zu Hause aus, wobei sie jeden Tag telefonisch individuell wurden.

Arlette Alexandra Hippmann, Leiterin Unternehmenskommunikation und Fundraising, erklärt, dass es zu Beginn nicht einfach war. Doch die Stiftung habe stets versucht, passende Lösungen zu finden. Die Pandemie habe das Team zusammengeschweisst, sei aber auch emotional belastend gewesen. Einige ältere Klienten verstarben aufgrund des Virus. «Für uns alle war das eine sehr schwierige Situation», so Hippmann. «Es war uns sehr wichtig, die Pandemie zu bewältigen und das Klientel und die Mitarbeitenden zu schützen.»

Paul Schmid, Vorsitzender der Geschäftsleitung.

Paul Schmid, Vorsitzender der Geschäftsleitung.

Bild: PD

Auch finanziell war 2020 ein schwieriges Jahr. Für die Kosten des benötigten Schutzmaterials kamen die Heimstätten Wil auf, das hat sich zusätzlich zu Buche geschlagen. Weiter hatte die Stiftung mit Ertragseinbussen und Einbrüchen bei der Belegung zu kämpfen. Alles Gründe, die gemäss der Medienmitteilung der Heimstätten Wil zu einem Verlust von 634'431 Franken führten. «Das hat uns stark belastet», sagt Paul Schmid, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Der Fokus liege nun darauf, die Kosten zu senken. «Unser Ziel für 2021 ist es, hauptsächlich, die Budgetvorgaben zu erreichen», so Schmid.

Zufrieden ist die Stiftung mit der Nachfrage ihrer Bio-Abokiste. Arlette Alexandra Hippmann erklärt, dass das Angebot von der Wiler Kiste, mit der die grossteils selbst angebauten und veredelten Biolebensmittel nach Hause geliefert werden, oder der Heimlieferungsservice ViaVelo Wil von der Kundschaft geschätzt wird. Schmid ergänzt: In diesen Projekten sehen wir zukünftig ein grosses Potenzial.»

Besuche wieder möglich

Besuche in den Wohnheimen der Heimstätten Wil sind nach telefonischer Anmeldung und unter der Einhaltung der Schutzmassnahmen wieder möglich.

Die Heimstätten Wil stellen Wohn- und Arbeitsräume zur Verfügung, die Menschen mit einer psychischen oder kognitiven Beeinträchtigung nutzen und mitgestalten können. Weitere Informationen zur Stiftung Heimstätten Wil sind auf der Website www.heimstaettenwil.ch zu finden.