WIL: Eine raumgreifende Inszenierung

Mit Heu und Kuhvideo zu moderner Kunst. Auf originelle Art hat die 54-jährige Eva-Maria Pfaffen die einstige Wiler Kleinvieh-Markthalle und Trafostation in eine animalische Nutzung zurückgeführt. Am Samstag fand die Vernissage statt.

Roland P. Poschung
Merken
Drucken
Teilen
Heu in Gugelhupf-Form und Kuhschmatzen. Künstlerin Eva-Maria Pfaffen belebt die Kunsthalle Wil mit subtiler Kunst. (Bild: Roland P. Poschung)

Heu in Gugelhupf-Form und Kuhschmatzen. Künstlerin Eva-Maria Pfaffen belebt die Kunsthalle Wil mit subtiler Kunst. (Bild: Roland P. Poschung)

Roland P. Poschung

redaktion@wilerzeitung.ch

«Aus der Fülle.» Es scheint, die heute in Luzern lebende Künstlerin und Dozentin an der Hochschule für Design und Kunst, Eva-Maria Pfaffen, bewege sich in ihrem Tun und Wirken in unterschiedlichen Welten. Sie mögen an Bipolarität erinnern, von Zufälligkeit, Absicht oder Modebewusstheit.

Die Persönlichkeit der Walliserin (siehe Kasten) scheint dem Perfektionismus nicht abgeneigt. Alles muss stimmen, nichts wird dem Zufall überlassen. Dann wird es aussergewöhnlich, in ihrem Kunstverständnis, in ihrem künstlerischen Umsetzen ist sie offen für Neues, mit Vorliebe für Dinge, die ihr zufallen.

Ausstellung noch bis am 17. Dezember geöffnet

Pfaffen ist eher eine eigenwillige Schafferin. Dies wurde am Samstag an der Vernissage, die von Gabrielle Obrist und Claudia Reeb, Co-Leiterinnen und Kuratorinnen der Kunsthalle, präsentiert wurde, deutlich. Ihre Kunst soll für sich wirken, die Zugewandten vor ihren Werken ansprechen. Ob sie mit ihren speziellen Werken provoziert, darüber kann man diskutieren. Sie gibt sich konzentriert auf das Wesentliche, auf den Augenblick, auf die Wirkungen der Werke gegenüber den Betrachtenden. Den Gesprächen über ihre Kunst und ihr Leben in der effektvollen Sach- und Bildsprache, dieser Auseinandersetzung weicht sie nicht aus. Besonders sind die Führungen (15. November, 19 Uhr, ohne Pfaffen) und die Gespräche mit der Künstlerin (17. Dezember, 16 Uhr) in Erinnerung zu rufen.

Die raumgestaltenden Kunstwerke von Eva-Maria Pfaffen leben von den alltäglichen, natürlichen Materialien. Dadurch gewinnen sie eine neue, ungeahnte Identität. Geschickt installiert sie die Gegenstände im jeweiligen Ausstellungsraum, passend zum Titel «Aus der Fülle», wie hier in der Wiler Kunsthalle an der Grabenhalle 33. Die Werke können bis zum 17. Dezember dieses Jahres besichtigt werden.