WIL: Eine Oase hinter Beton

Gestern wurde der erste Spatenstich für den Neubau der BMW-Garage der Sepp Fässler AG gesetzt. Mit dieser Investition beim Lipokreisel macht das Unternehmen einen strategischen Schritt in die Zukunft.

Yves Weibel
Drucken
Teilen
So wird die neue Autogarage der Sepp Fässler AG an der Flawilerstrasse gegenüber dem Möbelhaus Lipo aussehen. (Bild: PD)

So wird die neue Autogarage der Sepp Fässler AG an der Flawilerstrasse gegenüber dem Möbelhaus Lipo aussehen. (Bild: PD)

Yves Weibel

yves.weibel@wilerzeitung.ch

Die Mittagsonne wird von den zahlreichen Autos auf dem Brachland reflektiert. Neben dem Lipokreisel versammeln sich die Verantwortlichen des Baus der neuen Autogarage. Nach langer Planungsphase von beinahe elf Jahren könne man schon fast von einem historischen Moment sprechen, sagt Roger Fässler, ­Verwaltungsrat der Sepp Fässler Group. Gestern war es so weit, der erste Spatenstich zum neuen Autohaus der Sepp Fässler AG ist erfolgt. «Es ist ein grosser Tag. Wie alt Bundesrat Adolf Ogi ­sagen würde: Freude herrscht», begrüsst Roger Fässler die Anwesenden. Nach viel Arbeit und Planung habe man jetzt endlich das Ziel vor Augen. In rund einem Jahr soll der Neubau bezogen werden.

Showrooms, Werkstatt und Arbeitsplätze

Die Firma freue sich auf den neuen Standort an der Flawilerstrasse, auch wenn das Autohaus hinter der hohen Lärmschutzwand der Hauptstrasse ein wenig zu verschwinden droht. Es sei oft ­gefragt worden, ob die Wand noch abgerissen würde, was stehts verneint werden musste. Schnell hätten sich die Verantwortlichen allerdings mit der ­Situation angefreundet. «Durch die Lärmschutzwand entsteht eine Oase, in der sich alles um das Wesentliche dreht – das Auto», beschreibt Jürg Keel, Architekt der Direco AG, den Standort. «Ebenfalls sind die Anwohner sehr kulant. In der heutigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, dass keine Einsprachen gegen ein solches Projekt eingereicht wurden», sagt Keel. Es werde während der Bauphase Lärm und Staub geben, aber alle seien bemüht, die Unannehmlichkeiten auf ein Minimum zu reduzieren.

Auf der von der Flawilerstrasse erschlossenen Parzelle im ­Süden Wils entsteht somit ein 40 mal 40 Meter grosses Gebäude, in welchem zwei Showrooms ihren Platz finden. Es wird je eine Austellung der Marken BMW und Mini geben. Diese werden durch eine Vertikalschliessung voneinander getrennt. Ebenfalls sind eine moderne Werkstatt, ein ­umfassendes Teillager und eine interne Tankstelle geplant. Dadurch können alle Abläufe optimiert werden. «Uns war es wichtig, ein funktionales Gebäude zu realisieren», erklärt der Architekt Jürg Keel.

In der Autogarage sind neben neuen Autos auch neue Arbeitsplätze eingeplant. So kündigt die Sepp Fässler AG an, dass in kurzer Frist fünf bis sechs zusätzliche Arbeitsplätze geplant sind. Auf längere Sicht sollen weitere folgen, wenn der Geschäftsverlauf stimme. Zurzeit beschäftigt die Firma 24 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Wil.

Übergang von alt zu neu

Der Bezug im Spätherbst 2018 wird neue Türen öffnen. «Auch wenn in der heutigen Zeit viele Aspekte des Autohandels über das Internet ablaufen, sind physische Verkaufsräume wichtig. Nur wenn man ein Auto wirklich sehen und berühren kann, entwickelt man ein Gefühl dafür», beschreibt Martin Linder, Vertreter der BMW Schweiz AG, die Notwendigkeit der Autohäuser. Im Neubau soll dies möglich gemacht werden.

Auch wenn die Kosten unter Verschluss gehalten werden, lohne sich der Bau. «Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt», sagt Stefan Menti, Geschäftsführer der Sepp Fässler (Wil) AG. Jedes Mal, wenn er am Brachland vorbeifuhr, sei ihm ein Lächeln über die Lippen gehuscht. «Mit diesem Spatenstich beginnt der Übergang von alt zu neu», freut er sich.