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WIL: Ein Teil des Wiler Stadtbildes

Ein auf dem Bodensee schwimmender schwarzer Schwan zieht in Arbon dieser Tage neugierige Blicke auf sich. Er könne Parasiten mit sich bringen, heisst es. Auf dem Wiler Stadtweier leben seit Jahren zwei solcher Trauerschwäne. «Entenvater» Ernst Weibel klärt auf.
Simon Dudle
Gestutzte Flügel verhindern, dass der schwarze «Trauerschwan» den Ententeich im Wiler Stadtweier verlassen kann. (Bild: Simon Dudle)

Gestutzte Flügel verhindern, dass der schwarze «Trauerschwan» den Ententeich im Wiler Stadtweier verlassen kann. (Bild: Simon Dudle)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Schwäne mit pechschwarzem Gefieder und leuchtend roten Augen sind selten in der Schweiz. Zwar findet man sie in Zoos oder bei Privatpersonen, nicht aber in der freien Wildbahn. Und dies aus gutem Grund. «Sie kommen aus Australien. Alles, was nicht einheimisch ist, gehört nicht auf einen Schweizer See. Wenn man sie halten will, ist eine Sonderbewilligung nötig», sagt Ernst Weibel, Weiherwart der Stadt Wil. Der so genannte «Entenvater» ergänzt: «Die Tierart darf sich nicht einfach so unkontrolliert verbreiten.»

Seit einigen Tagen schwimmt ein schwarzer Schwan in Arbon auf dem Bodensee. Er zieht das Interesse vieler Schaulustiger auf sich. Über die Art und Weise, wie er dorthin gelangt ist, wird gerätselt. Hat sich etwa einer der beiden Wiler Schwäne selbstständig gemacht? «Das ist nicht möglich», sagt Ernst Weibel lachend. Zwar leben seit Jahren zwei schwarze Schwäne im Ententeich des Wiler Stadtweiers, sie können aber nicht fliegen. Ihnen wurden die Flügel gestutzt.

Schwarze Schwäne vom Hotel Schwanen

Nicht alle sind glücklich über den schwarzen Schwan von Arbon. Wie der Thurgauer Jagd- und Fischereiaufseher Roman Kistler gegenüber der «Thurgauer Zeitung» sagt, besteht die Gefahr, dass unbekannte Parasiten eingeschleppt und einheimische Arten verdrängt werden. «Das ist bei uns überhaupt kein Thema. Die Wiler Schwänin lebt schon über 35 Jahre lang hier», sagt Weibel. Ihr Alter ist auch der Grund, warum es in Wil keinen Nachwuchs mehr geben kann. «Zwar lebt sie im Stadtweier mit einem männlichen Schwan zusammen und legt immer mal wieder Eier, allerdings befruchtet sie diese in ihrem Alter nicht mehr», sagt der Entenvater.

Die schwarzen Schwäne von Wil gehören mittlerweile zum Stadtbild. Das war aber nicht immer so und auch in der Äbtestadt waren die Schwäne einst weiss. Doch dann schenkte Georges Amstutz vom Restaurant Schwanen der Stadt zwei schwarze Schwäne. Die Rede ist von Trauerschwänen, die in Australien und Tasmanien beheimatet sind, die Geschlechtsreife mit zweieinhalb bis drei Jahren erlagen und während 35 bis 38 Tagen brüten. «Sie paaren sich nicht mit weissen Schwänen. Das ist ein ganz anderes Tier», sagt Entenvater Weibel.

Männchen starb im Jahr 2014

Dass zwei schwarze Schwäne in Wil leben, ist oftmals nicht ersichtlich. Meistens sieht man nur das Männchen. Frau Schwänin verfügt über einen ausgesprochenen Brutdrang und sitzt oft im Häuschen auf ihren Eiern, obwohl sie altershalber nicht mehr Mutter werden kann. Wie lange sie in Wil die Weier-Besucher noch erfreuen wird, ist offen. Im Jahr 2014 ist ihr Partner gestorben. Nach intensiver Suche fand Ernst Weibel schliesslich einen «Nachfolger» bei einer Privatperson im Appenzellerland.

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