Wil

Ein solider Jahresabschluss in herausfordernden Zeiten: Bilanzsumme der Raiffeisenbank nähert sich der Zwei-Milliarden-Marke

Das Wachstum der Raiffeisenbank Wil und Umgebung setzt sich ungebrochen fort. Auch die Coronapandemie änderte daran nichts, sie beschäftigte das Finanzinstitut aber dennoch.

Gianni Amstutz
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Die Hauptversammlung der Raiffeisenbank Wil im Circus Knie konnte im vergangenen Jahr nicht stattfinden. Das Jahresergebnis 2020, das Beat Bollinger (Mitte) präsentierte, fiel aber trotzdem erfreulich aus.

Die Hauptversammlung der Raiffeisenbank Wil im Circus Knie konnte im vergangenen Jahr nicht stattfinden. Das Jahresergebnis 2020, das Beat Bollinger (Mitte) präsentierte, fiel aber trotzdem erfreulich aus.

Bild: Carola Nadler

Mit einem Zuwachs von 126,7 Millionen Franken bei den Ausleihungen und 104,2 Millionen Franken bei den Kundeneinlagen konnte die Raiffeisenbank Wil und Umgebung im Jahr 2020 abermals ein solides Wachstum verzeichnen. An die Rekordwerte von 2019 heran reichte es zwar nicht, trotzdem spricht Beat Bollinger, Vorsitzender der Bankleitung, von einem wirklich guten Abschluss.

Die Bilanzsumme beträgt 1,888 Milliarden (+8,3 Prozent). Kann die Raiffeisenbank Wil und Umgebung auch in diesem Jahr ähnlich stark zulegen, dürfte die Zwei-Milliarden-Marke geknackt werden. Wichtiger noch als das Wachstum als solches sei, dass dieses qualitativ zu Stande gekommen sei, wie Bollinger betonte. So seien die Hypotheken breit abgestützt, weil man einen guten Mix aus Privat- und Firmenkunden habe.

Ausleihungen und Kundengelder halten sich in etwa die Waage

Genau so entscheidend sei für die Raiffeisenbank, dass man auch bei den Kundengeldern zulegen konnte, da es sonst zu Refinanzierungsproblemen kommen könnte. Davon kann aber nicht die Rede sein. Denn das Wachstum von rund 100 Millionen Franken hält jenem der Ausleihungen in etwa die Waage.

Dass man auch in herausfordernden Zeiten für viele Kundinnen und Kunden sowie in einem umkämpften Bankenplatz in Wil ein solches Plus verzeichnen konnte, freut Bollinger besonders.

«Das ist ein Zeichen des Vertrauens unserer Kunden und spricht für unsere gute Vernetzung in der Region.»

Auch bei den Depotwerten verzeichnete die Raiffeisenbank Wil und Umgebung eine Zunahme von 13,2 Millionen Franken auf 397,6 Millionen Franken. Ein Ergebnis, das im März und April noch nicht zu erwarten gewesen war, als wegen der Coronapandemie die Kurse an der Börse stark eingebrochen waren. Da sich die Situation bis Ende Jahr aber erholten und die Kurse wieder auf das Niveau vor der Krise kletterten, steht letztlich doch ein positives Ergebnis zu Buche.

Zinsmarge stabilisiert sich

Wichtigster Pfeiler für die Raiffeisenbank bleibt das Zinsgeschäft. Der Bruttoerfolg stieg um 1,155 Millionen auf 16,025 Millionen Franken. Und dies trotz einer praktisch gleichbleibenden Zinsmarge von 0,89 Prozent. Bollinger sieht das als Zeichen, dass sich die Wachstumsstrategie, welche die Raiffeisenbank Wil verfolgt, bewährt habe.

Aufgrund des volatilen Börsenmarkts wurde fleissig gehandelt, was sich in Form von Courtagen in einem positiven Kommissionsgeschäft niederschlägt. Dieses wuchs um 382'000 Franken auf rund 3,7 Millionen Franken. Letztlich resultiert ein Geschäftsertrag von 20,95 Millionen Franken (+ 5,1 Prozent).

Von links: Pierre Veer, Fabienne Grob und Tanja Wallimann wurden zu Mitgliedern des Kaders befördert.

Von links: Pierre Veer, Fabienne Grob und Tanja Wallimann wurden zu Mitgliedern des Kaders befördert.

Bild: PD

Dem steht ein moderates Plus beim Aufwand gegenüber. Investiert wurde in erster Linie ins Personal. Einerseits wurde der Bestand um rund zwei Vollzeitstellen ausgebaut. Zudem wurden die drei mehrjährigen Mitarbeitenden Pierre Veer, Fabienne Grob und Tanja Wallimann zu Mitgliedern des Kaders befördert. Ein Umstand, auf den Bollinger besonders stolz ist. Die Förderung des Nachwuchses geniesse in der Raiffeisenbank einen hohen Stellenwert und trage dazu bei, dass man immer wieder Talente finde.

Der Sachaufwand ging hingegen zurück, was vor allem mit der Coronapandemie zu tun hatte. So konnten praktisch keine Anlässe durchgeführt werden. Auch die traditionelle Hauptversammlung im Circus Knie konnte nicht stattfinden.

Im Jahr 2020 resultiert somit ein Gewinn von 1,9 Millionen Franken, was fast exakt dem Ergebnis aus dem Vorjahr entspricht. Deshalb und weil es auch für die Raiffeisenbank Wil und Umgebung ein spezielles Jahr war, spricht Beat Bollinger von einem soliden Jahresabschluss.

14,1 Millionen Franken Covid-19-Kredite ausbezahlt

Die Coronapandemie konnte dem stetigen Wachstum also keinen Abbruch tun. Bollinger sagt:

«Auf unsere Branche hat sich Covid-19 kaum negativ ausgewirkt.»

Trotzdem hat die Krise die Bank beschäftigt. Insgesamt wurden 130 Kreditanträge verarbeitet und ausbezahlt. Das Gesamtvolumen dieser Kredite beträgt 14,1 Millionen Franken.

Es sei wichtig gewesen, dass die Unternehmen rasch und unkompliziert zu Liquidität gekommen seien. Dafür habe man keinen Effort gescheut. Da die Auswirkungen der Krise auf das Gewerbe und Private immer noch schwierig abzuschätzen sind, werde die ausserordentliche Situation die Raiffeisenbank Wil und Umgebung auch in diesem Jahr beschäftigen.