WIL: Ein Geschenk für vergessene Helden

Gestern war der internationale Tag der psychischen Gesundheit. Die Psychiatrie St. Gallen Nord organisierte für ihre Patienten ein musikalisches Erlebnis.

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Die Living Session Band sorgte mit Improvisationen für Unterhaltung. (Bild: Simon Dudle)

Die Living Session Band sorgte mit Improvisationen für Unterhaltung. (Bild: Simon Dudle)

Noch immer ist die mentale Gesundheit ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Da psychische Erkrankungen nicht sichtbar und von Vorurteilen geprägt sind, haben sowohl Betroffene als auch das jeweilige Umfeld Schwierigkeiten, richtig damit umzugehen. Der Tag der psychischen Gesundheit wurde ins Leben gerufen, um auf diese gesellschaftliche Problematik aufmerksam zu machen. Es braucht viel Mut, zu seinen Problemen zu stehen und sich helfen zu lassen. Die Psychiatrie St. Gallen Nord nutzt diesen Tag deshalb, um die Patientinnen und Patienten, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihren Mut zu loben.

«Ich danke Ihnen im Namen all jener, die diesen Mut noch nicht aufbringen können. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für sich selber, für andere und für die Gesellschaft als Ganzes, das Thema der psychischen Gesundheit aus der Tabuzone zu hieven», sagte Markus Merz, CEO der Psychiatrie St. Gallen Nord.

Musik als Balsam für Körper und Geist

«Psychiatrie unplugged» sollte diese Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Mehrere Musiker aus der Region wurden engagiert, um für die Patienten und Mitarbeitenden zu spielen. Auf dem Programm standen Klänge des Alphorntrios Rickenbach, Blues-Improvisationen von Fulvio Musso und Felix Bogenmann sowie ein Pop-Rock-Konzert der Living Session Band. Während des Anlasses herrschte eine harmonische und gleichzeitig heitere Atmosphäre.

Schliesslich begaben sich alle ins Restaurant des Psychiatrie-Areals, wo sich Markus Merz an die versammelten Gäste wandte. Die Musik könne eine hilfreiche Wirkung auf psychisch Erkrankte haben, erklärte er. Sie helfe, Gefühle zum Ausdruck zu bringen oder belastende emotionale Themen besser zu verarbeiten. Die Musik habe auch eine stressmindernde Wirkung und könne daher emotionale Spannungen lösen und harmonisieren. «Ich hoffe, wir konnten heute vor allem die entspannende Wirkung der Musik bieten. Wenn ich so in die Runde schaue, scheint dies durchaus gelungen», sagt der zufriedene CEO zum Schluss von «Psychiatrie unplugged».

Josephine Opprecht

josephine.opprecht@wilerzeitung.ch