Wil
Diese Spenden werden in Stein gemeisselt: Private können einen Pflasterstein kaufen und so die Sanierung des Hof zu Wil mitfinanzieren

Mit Aufschaltung der Website hofbezirk.ch und einer Informationsausstellung in der Hofgasse lanciert die Stiftung Hof zu Wil eine Partizipations- und Spendenmöglichkeit: Durch den Kauf von personalisierbaren Hof-Pflastersteinen wird die dritte und finale Bauetappe des Hof zu Wil unterstützt.

Larissa Flammer
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800 Pflastersteine können gekauft werden.

800 Pflastersteine können gekauft werden.

Bild: Larissa Flammer

Die Idee stammt vom Kloster Einsiedeln. Seit 2007 können sich dort grosszügige Spender mit einem gravierten Pflasterstein auf dem Klosterplatz verewigen lassen. Ab sofort ist das auch in Wil möglich. Die Stiftung Hof zu Wil hat am Montagabend eine neue Website (www.hofbezirk.ch) aufgeschaltet, auf der sich Private, Vereine oder Unternehmen einen Platz in der Wiler Geschichte sichern können.

800 Pflastersteine werden verkauft. «Sie symbolisieren die 800-jährige Geschichte des Hof zu Wil», sagte Patrick Cotting von der Projektleitung am Dienstag an einer Pressekonferenz.

«Und sie werden hoffentlich für die nächsten 800 Jahre hier sein.»
Die Pflastersteine können mit einem Namen oder einer Botschaft graviert werden.

Die Pflastersteine können mit einem Namen oder einer Botschaft graviert werden.

Bild: Larissa Flammer

Wer seinen Namen oder eine bis zu 30 Zeichen lange Botschaft auf dem Stein sehen will, zahlt dafür 1000 Franken. Ungravierte Steine kosten 250 Franken. Bei der Bestellung kann auch angegeben werden, wo der eigene Stein platziert werden soll.

Auf diesen drei Plätzen werden die Steine platziert.

Auf diesen drei Plätzen werden die Steine platziert.

Screenshot: www.hofbezirk.ch

Drei historische Plätze stehen zur Auswahl: Die Hofterrasse, wo das Restaurant Gäste bewirtet und nach den Bauarbeiten eine breite Treppe auf den zentralen Platz der Altstadt führen wird, der Garten vor der Kapelle und die Hofhaldenterrasse auf der Nordseite, die durch die Sanierung öffentlich gemacht wird.

Rund zehn Steine sind in den ersten 24 Stunden schon weg

Die finale Etappe des Generationenprojekts Hof zu Wil hat ein Gesamtvolumen von rund 25,5 Millionen Franken. Neben der Eidgenossenschaft, dem Kanton, der Stadt und Privaten wird auch die Stiftung einen finanziellen Beitrag leisten. Dafür und für die noch nicht getilgten Schulden aus den ersten beiden Bauetappen soll die Stadt ihr ein Darlehen über 12,15 Millionen Franken gewähren. Das Parlament und das Volk werden demnächst darüber befinden. Im Betriebsbudget sei festgehalten, dass die Stiftung der Stadt jährlich etwas über 300'000 Franken zurückzahlt, erklärt Cotting.

Zur Aktion mit den Pflastersteinen sagt er: «Je erfolgreicher das Fundraising, desto sicherer können wir das Darlehen zurückzahlen.» Stiftungspräsident Hans Mäder wird in einer Medienmitteilung wie folgt zitiert: «Mit dieser Aktion können Sie Teil der zukünftigen Geschichte des Hof zu Wil werden. Sie setzen ein Zeichen für die Erneuerung, den Erhalt und den Betrieb des einstigen Verwaltungs- und Finanzzentrums der Fürstabtei St.Gallen.» Am Dienstagabend waren bereits rund zehn der 800 Pflastersteine weg.

Ausstellung in der Hofgasse ­informiert über das Projekt

Erwin Böhi.

Erwin Böhi.

Bild: Regina Kühne (18.September 2019)

Stadtparlamentarier und Kantonsrat Erwin Böhi ist seit Beginn in den politischen Prozess rund um die dritte Bauetappe involviert. Dieser werde inklusive der anstehenden Abstimmungen rund sechs Jahre gedauert haben. Mit Blick auf die Stadtparlamentssitzungen und die Volksabstimmung sagte Böhi an der Pressekonferenz am Dienstag:

«Jetzt geht es um die Wurst.»

Um die Bevölkerung über das Vorhaben zu informieren, wurde in der Hofgasse im Erdgeschoss des Hof zu Wil eine Ausstellung eingerichtet. Dort werden auch erstmals Filmaufnahmen von den Arbeiten der ersten und zweiten Bauetappe gezeigt, wie Cotting sagte. Auch auf der neuen Website www.hofbezirk.ch gibt es Informationen zur Geschichte des Hofs und zum Generationenprojekt.

Stiftungspräsident Hans Mäder und Patrick Cotting, Experte und Mitglied der Projektleitung, in der Ausstellung in der Hofgasse.

Stiftungspräsident Hans Mäder und Patrick Cotting, Experte und Mitglied der Projektleitung, in der Ausstellung in der Hofgasse.

Bild: Ralph Ribi (26. August 2021)

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