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WIL: Die Unabhängigkeit kostet

Die Rudolf-Steiner-Schule St. Gallen ist von einem Millionär gerettet worden. Die Steiner-Schule in Wil, die bis vor kurzem mit St. Gallen vereint war, kämpft derweil in Eigenständigkeit weiter um finanzielle Unterstützung.
Ursula Ammann
Die Rudolf-Steiner-Schule in Wil sammelt Geld per Crowdfunding, um ins neue Schuljahr starten zu können. (Bild: Joel Räbsamen)

Die Rudolf-Steiner-Schule in Wil sammelt Geld per Crowdfunding, um ins neue Schuljahr starten zu können. (Bild: Joel Räbsamen)

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

Mit zwei Millionen Franken greift Jörg Sennheiser, Seniorchef des gleichnamigen Konzerns, der in Geldnot geratenen Rudolf-Steiner-Schule St. Gallen unter die Arme. Wie der Unternehmer der «Ostschweiz am Sonntag» gegenüber sagte, sind er und seine Frau überzeugt, dass die Waldorfpädagogik «etwas ganz Besonderes ist».

Zu besagter Schule in St. Gallen gehörte bis vor kurzem die Rudolf-Steiner-Schule in Wil. Vier Jahre lang waren die beiden Bildungsstätten vereint. Sie teilten sich die Schulleitung sowie das Sekretariat und wurden von einem Vorstand geführt. Dann «entliess» St. Gallen Wil in die Eigenständigkeit. Einerseits sind die beiden Schulen nie richtig zusammengewachsen, andererseits hätte die Schule in Wil aus finanziellen Gründen geschlossen werden müssen.

Auch jetzt, wo in St. Gallen unverhofft ein prominenter Geldgeber aufgetaucht ist, ändert dies nichts an der Situation der Äbtestädter. «Der Entscheid ist gefallen», sagt Anja Egy von der Rudolf-Steiner-Schule Wil. «Wir bleiben eigenständig.» Die Loslösung von St. Gallen habe auch positive Prozesse in Gang gesetzt, sagt sie. «Dadurch, dass wir eigene Wege gehen, engagieren sich die Eltern nun viel mehr.»

Auf der Suche nach Sponsoren und Gönnern

Der Gang in die Selbstständigkeit war für die Rudolf-Steiner-Schule allerdings mit vielen Unsicherheiten verbunden. Erschwerend kam hinzu, dass es innerhalb der Lehrer- und Elternschaft Unstimmigkeiten gab und sich eine Gruppe abspaltete. Noch vor zwei Monaten war deshalb unklar, ob die Rudolf-Steiner-Schule in Wil, die neu als Verein organisiert ist, fortbestehen wird. Durch die Umwälzungen meldeten einige Eltern ihre Kinder nicht mehr an. Es fehlte aber vor allem Geld. Um sich aus der finanziellen Not zu befreien, startete der Verein Rudolf-Steiner-Schule Wil vor zwei Wochen über die Plattform lokalhelden.ch der Raiffeisenbank ein Crowdfunding-Projekt. Knapp 14000 Franken sind bis anhin zusammengekommen. Dies von 33 Unterstützerinnen und Unterstützern. 50000 Franken müssen es sein, um langfristig über die Runden zu kommen. 100000 Franken sind das Ziel. Die Aktion läuft noch für zwei Monate.

Die Rudolf-Steiner-Schule Wil finanzierte ihren Betrieb in der Vergangenheit vorwiegend über die Beiträge der Eltern. Ziel ist es, künftig auch andere Geldquellen zu erschliessen. «Wir sind dabei, ein Konzept zur Akquise von Sponsoren und Gönnern zu erarbeiten», so Anja Egy. Auf einen Millionär wie Jörg Sennheiser kann die Rudolf-Steiner-Schule in Wil derzeit nicht zählen. Es gebe aber einige Privatpersonen, die Unterstützungsbeiträge leisteten, sagt Anja Egy.

Dem Start ins Schuljahr 2017/2018 blickt der Verein mittlerweile zuversichtlich entgegen. «Wir konnten dem Erziehungsdepartement ein solides Budget einreichen und haben jetzt auch die Bewilligung erhalten», sagt Anja Egy. Die grössten Steine sind nun weggeräumt, sodass einem Neubeginn vorerst nichts im Wege stehen dürfte. «Zum Schulanfang am 14. August wollen wir einen Apfelbaum pflanzen», sagt Anja Egy. «Als Zeichen dafür, dass wir es geschafft haben.»

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