WIL: Die Strategien sind festgelegt

Auf Worte sollen Taten folgen. Zwei «Schule 2020»-Teammitglieder erklärten gestern an einer Medienorientierung, wie sie ihre Visionen in die Praxis umsetzen wollen.

Daniel Wallimann
Drucken
Teilen
Schulrat Elmar Meile und Schulratspräsidentin Jutta Röösli bauen an der Wiler Schule der Zukunft. (Bild: Daniel Wallimann)

Schulrat Elmar Meile und Schulratspräsidentin Jutta Röösli bauen an der Wiler Schule der Zukunft. (Bild: Daniel Wallimann)

Daniel Wallimann

daniel.wallimann@wilerzeitung.ch

«Das Projekt ‹Schule 2020› wurde lanciert, damit Wil seinen Bildungsplatz strategisch und pädagogisch sichern kann», sagt die Wiler Schulratspräsidentin, Stadträtin Jutta Röösli, anläss- lich der Medieninformation. Am 24. September 2015 hat das Stadtparlament 350000 Franken dafür gutgeheissen. Und im Frühjahr 2016 wurden die Arbeiten aufgenommen.

Von der Vision zur Strategie

Es ging insbesondere um drei Kernpunkte: Die Bildung von strategischen Zielen und Visionen, das Erstellen einer Schul- und Schulraumplanung und die Überprüfung der Oberstufenstruktur. Im ersten Teilschritt wurden mit Hilfe einer Swot-Analyse die Stärken und Verbesserungspotenziale für die Schulen in Wil geprüft: Schulleitungen, Lehrpersonen und Eltern wurden interviewt. Daraus wurden sechs Visionen formuliert, die nun mit Hilfe verschiedener Strategien umgesetzt werden sollen. Das sieht folgendermassen aus: «Wir führen und unterrichten ressourcen- und lösungsorientiert», sagt Schulrat Elmar Meile. Stadtweit sollen die vereinbarten Ziele umgesetzt werden. Dazu würden Schulen den Rahmen und das nötige Profil dafür erhalten. Auch Lehrerinnen und Lehrer sollen mit Personalentwicklungsmassnahmen dahingehend unterstützt werden, heisst es weiter. «Es ist uns wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen die Schule als verantwortungsbewusste junge Menschen verlassen», fügt Meile hinzu.

In Zukunft keine Kleinklassen mehr

Das Unterrichtsklima soll positiv und von Ritualen und Regeln geprägt sein. «Daneben sehen wir uns als professionelle Lerngemeinschaften und pflegen eine Kultur der offenen Tür und des Respekts.» Alle Lehrer würden so gemeinsame Ziele und eine schulhausbezogene Identität verfolgen. «Zugleich wollen wir den Schülerinnen und Schülern gleiche Chance ermöglichen.» Kindern werde offen und aufmerksam begegnet, damit ihre Fähigkeiten erkannt werden. Dazu wies Jutta Röösli auf den bereits getroffenen Beschluss hin, dass es in der Unterstufe keine Kleinklassen mehr gibt. «Für die Mittelstufe werden an einem zentralen Standort zwei Klassen geführt. Für die Oberstufe ist noch kein Entscheid gefällt.»

«Wir sind auch eine lernende Schule», sagt Meile weiter. Ein gemeinsames Verständnis soll die Schulqualität prägen: Evaluation und Reflexion stehen dabei im Zentrum. Zuletzt, aber nicht minder wichtig, ist die Zusammenarbeit mit den Eltern. «Das Kindswohl steht an erster Stelle.» Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern oder Erziehungsberechtigten basiert auf erarbeiteten Standards. Der Austausch soll in angemessener Form gepflegt werden.

Bestimmen der Eckpunkte in der Schulraumplanung

Nun gehe es an die Ausarbeitung von Massnahmen, informierte die Schulratspräsidentin zu den nächsten Schritten. Es gehe um die Ausarbeitung von Varianten der Oberstufenkultur. Bereits in den nächsten Monaten würden die Eckpunkte für die Schulraumplanung bestimmt, auch den Empfehlungen des Kantons folgend. Bis im Sommer 2018 soll die Schulraumplanung für die Zukunft stehen.

Kathi-Frage muss noch gelöst werden

Zum Thema Einbezug der Mädchensekundarschule St. Katharina, im Volksmund Kathi genannt, sind ebenfalls Schritte in Planung. Noch vor der definitiven Schulraumplanung müsse der neue Vertrag mit dem Kathi stehen, weil dies eine wichtige Voraussetzung für die Verfügbarkeit des bestehenden Schulraums sei.