WIL: Die Stadt blickt nach oben

Die Äbtestadt soll noch attraktiver werden. Stadtpräsidentin Susanne Hartmann sieht sich deshalb in Zukunft mit verschiedensten Projekten konfrontiert.

Yves Weibel
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Ein Grossprojekt zur Attraktivitätssteigerung ist die Neugestaltung des Bahnhofplatzes. (Bild: Yves Weibel)

Ein Grossprojekt zur Attraktivitätssteigerung ist die Neugestaltung des Bahnhofplatzes. (Bild: Yves Weibel)

Yves Weibel

yves.weibel@wilerzeitung.ch

«Wir wissen, dass wir attraktiv sind», sagt Stadtpräsidentin Susanne Hartmann. Sie kennt die Vorzüge der Äbtestadt. Die Aussage widerspiegelt sich auch im alljährlichen schweizweiten Städteranking der Firma Wüest Partner AG. Die Lebensqualität in Wil ist im Vergleich zu anderen Städten gestiegen, jedoch sind in gewissen Punkten andere Gemeinden vorbeigezogen. Überholt wurde Wil in den Kategorien Gesundheit und Sicherheit, Einkaufsinfrastruktur und Mobilität. Für Susanne Hartmann ist das aber kein Grund zur Sorge, denn die Parameter seien recht undurchsichtig. Nichtsdestotrotz sei das Ranking ein Richtwert, auf den man ein Auge habe. Ob die Stadt jedoch einige Plätze auf- oder absteige, sei nicht so wichtig. Erst wenn man kontinuierlich schlechter werde, sollte man sich Sorgen machen.

Verkehrsnetz dauerhaft entlasten

Um den Abstieg zu verhindern, sind einige Projekte in Arbeit. In Sachen Mobilität soll beispielsweise der Bahnhofplatz umgestaltet werden; derzeit befindet sich das Vorhaben aber noch in der Wettbewerbsphase. Weiter wird das nächste Agglomerationsprogramm geplant. Mit diesem sollen gemäss Legislaturplanung der öffentliche Verkehr gefördert, die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut und ein attraktives Fuss- und Radwegnetz geschaffen werden. Da die Stadt schneller als das Verkehrsnetz gewachsen ist, besteht eine grosse Belastung im Zentrum. Durch die Agglomerationsprojekte soll diese nun Schritt für Schritt abgebaut werden.

Wachstum geringer als geplant

Das Bevölkerungswachstum der Stadt Wil entsprach nicht den Planungen. Das habe jedoch nichts mit der Attraktivität zu tun, sagt Susanne Hartmann. Es seien unbeeinflussbare Faktoren, die einen grossen Teil der Entwicklung ausmachen würden, beispielsweise private Bauvorhaben. Aufgrund dessen wurden die Erwartungen an die gewonnenen Erfahrungen angepasst, von einem Prozent auf ein halbes. Man wird bezüglich Städtebau, Mobilität und Energie weiterhin auf Qualität und nicht auf Quantität setzen. Auch bei der Bildung blickt die Stadt nach vorne. So sollen die Schulhäuser auf den neuesten Stand gebracht werden. Ebenfalls wird mehr in die Kinderförderung investiert werden, um den Jüngsten gute Startchancen zu ermöglichen. In der Legislaturplanung beschreibt es der Stadtrat wie folgt: «Die Stadt Wil entwickelt und stärkt ihre Funktion als vielfältiger attraktiver Bildungsstandort über alle Alters- und Schulstufen.»

Dass beim Kriterium der Einkaufsinfrastruktur einige Gemeinden vorbeigezogen sind, liege wahrscheinlich daran, dass diese mehr investiert hätten. Die Stadt Wil habe kein Problem, was die Einkaufsmöglichkeiten angehe. Es gebe ein gutes Angebot, und vor allem gebe es kein Ladensterben, sagt Hartmann.

Regionales Zentrum mit starker Position

Die Lebensqualität in der Stadt Wil und in der Agglomeration soll durch diese und andere Projekte gewährleistet oder gar gesteigert werden. Man müsse sich stetig weiterentwickeln und dürfe nicht stehen bleiben, sagt Susanne Hartmann. Im Ranking wird ersichtlich, dass mittelgrosse Städte gegenüber grösseren Zentren noch immer Defizite haben, was die Infrastruktur angeht. Wil sei aber vorbildlich, und so wolle es auch bleiben. So kommuniziert der Stadtrat im Legislaturziel: «Die Stadt Wil fällt selbstbewusste, verantwortungsvolle Entscheide und versteht sich als regionales Zentrum mit einer starken Position im Kanton.»